Titel: Indikator System „Staus“ mit kühlliegender Zugfeder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 1 (S. 272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi17_1

Indikator System „Staus“ mit kühlliegender Zugfeder.

Vor einiger Zeit1) brachten wir in einem Aufsatze „Neuerungen an Indikatoren“ eine Konstruktion der Firma Dreyer, Rosenkranz & Droop, bei der die Feder aus dem Innern des Indikatorzylinders nach aussen verlegt war. Infolgedessen war eine so hohe Erwärmung der Feder wie bisher, die zu Veränderungen im Federmaasstab führen könnte, unmöglich gemacht und das Auswechseln der Feder im Betriebe bedeutend erleichtert. Die grosse Beliebtheit, der sich diese Anordnung von Anbeginn ihres Erscheinens an erfreute, und die sich, je länger die betreffenden Instrumente erprobt wurden, desto mehr steigerte, veranlasste auch die anderen, Indikatoren herstellenden Firmen, ähnliche Instrumente zu konstruieren. Unter diesen trat die Firma H. Maihak Crosby-Warenhaus, Hamburg, mit einer Neuerung hervor, die uns durchaus der Beachtung wert erscheint, und die durch unsere Fig. 1 und 2 dargestellt wird.

Textabbildung Bd. 319, S. 272

Auf dem Zylinderdeckel a, der in gewöhnlicher Weise durch Drohen der Riffelmutter gegen den Zylinder befestigt wird, erheben sich zwei Säulchen b b, die durch ein Querhaupt c verbunden sind. Die Kolbenstange e ist so lang, dass sie durch eine Oeffnung dieses Querhauptes hindurchtritt, und mit ihrem schlitzförmigen Ende die Kugel der normalen Crosby-Feder d zu umfassen vermag, die ihrerseits fest auf das Querhaupt aufgeschraubt ist. Eine gerändelte Mutter r schliesst das Lager der kleinen Kugel. Das sonst in üblicher Weise ausgebildete Schreibzeug umfasst symmetrisch die Kolbenstange und kann mittels Handgriff h gegen die Schreibtrommel gedrückt werden. Als Vorteile dieser Konstruktion sind zu nennen: die in jeder Beziehung zentrale Aufnahme der Kräfte durch die Säulchen b und das Querhaupt c, die ausserordentlich leichte Auswechselbarkeitder Feder, deren Maasstab auch während des Arbeitens des Instrumentes dauernd sichtbar bleibt und vor allem die Tatsache, dass die Feder, wenigstens bei allen Spannungen über einer Atmosphäre, nur auf Zug beansprucht wird, wodurch ein Ausbiegen und damit ein seitlicher Druck auf Kolben und Kolbenstange unmöglich gemacht wird. Nur scheint uns, dass man gerade angesichts dieses zuletzt angeführten Vorzuges die alte Crosby-Feder mit Kugelgelenk ruhig hätte verlassen und an dessen Stelle eine einfache Verschraubung wie bei den sonst gebräuchlichen Systemen hätte wählen sollen. Jenes Kugelgelenk verdankt ja seine Entstehung nur der Besorgnis, dass durch Ausbiegen der Feder ein seitlicher Druck auf Kolben und Kolbenstange entstehen könne, wenn die Feder an beiden Seiten fest eingeschraubt sei; bei der vorliegenden Konstruktion des Indikators ist es also nur für Spannungen unter einer Atmosphäre von Bedeutung, d.h. im allgemeinen so selten, dass die früher2) von uns bereits hervorgehobenen Nachteile des Kugelgelenkes noch weit mehr als sonst in den Vordergrund gerückt werden müssen. Auch vermissen wir hier die bei der Anordnung mit innenliegender Feder gebotene Möglichkeit der Ein- und Nachstellung des Kugellagers, ein Uebelstand, dem sich jedoch durch ganz einfache Abänderung der Konstruktion abhelfen liesse.

Textabbildung Bd. 319, S. 272

Um den Kolben ölen zu können, wird der Deckel a in üblicher Weise losgeschraubt und kann dann, wie dies Fig. 2 darstellt, mit dem ganzen Schreibzeug abgehoben werden. Damit dann stets ein richtiges Wiedereinsetzen stattfindet, sind am Deckel zwei Stifte s vorgesehen, die in entsprechende Vertiefungen im Zylindermantel greifen.

Eine fernere Verbesserung wenigstens gegenüber den älteren Modellen der Firma stellt die Anbringung des Sechskantes x (Fig. 1) dar, mit dessen Hülfe der ganze Unterteil bequem losgeschraubt werden kann. Dadurch wird einerseits die Reinigung des Instrumentes erheblich erleichtert, andererseits nach Einschrauben kleinerer Zylindereinsätze die Möglichkeit geschaffen, den Indikator zur Untersuchung hoher Drucke zu benutzen.

F. Mbg.

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D. P. J. 1903, 318, S. 97.

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D. P. J. a. a. O.

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