Titel: Generatoren für Vergasung von Kohlenabfällen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 5 (S. 351)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi22_5

Generatoren für Vergasung von Kohlenabfällen.

Die Chemikerzeitung bringt die Beschreibung einer auf dem Steinkohlenbergwerke „Von der Heydt“ bei Saarbrücken ausgeführten Generatoranlage, die im Gegensatz zu den üblichen Generatoren, die nur bestes Material, wie Koks, Anthrazit usw. zu verwenden gestatten, den bei der Aufbereitung der Kohlen anfallenden Abgang vergast. Das gewonnene Gas wird zum Betrieb von Gaskraftmaschinen oder zum Heizen von Kesseln verwandt. – Das Verfahren besteht darin, dass man eine grössere Anzahl von Generatoren nebeneinander legt, die unter sich mit Kanälen verbunden sind, ähnlich wie Ringöfen. Die einzelnen Generatoren werden nacheinander gefüllt, entzündet, ausgebrannt, ohne dass während der Gasungsperiode Brennstoff nachgefüllt wird, ausgeschaltet und entleert. – Die aus den frisch gefüllten Generatoren entwickelten, stark teerhaltigen Gase werden zur Entfernung des Teers durch die am längsten brennenden Apparate hindurchgesaugt. Wasserdampf und Verbrennungsluft treten von unten in die Generatoren ein. Der Fassungsraum der letzteren ist für Kohlen vier für Berge fünf tons; ihre Brenndauer 96 bezw. 48 Stunden; der Zeitunterschied für die Entzündung 24 bezw. 12 Stunden und die Gasperioden 36 bezw. 24 Stunden. Die mittlere Zusammensetzung des erzeugten Gases wird wie folgt angegeben:

Kohlensäure (CO2) 7 bis 9 v. H.
Kohlenoxyd (CO) 16 bis 20 v. H.
Wasserstoff (H2) 18 bis 22 v. H.
Methan (CH4) 1 bis 4 v. H.
Stickstoff (N2) Rest.

Da die Generatoren Abgänge zu verarbeiten gestatten, die bis jetzt nicht verwendet werden konnten und die Betriebskosten recht geringfügige sind, erscheinen weitergehende Versuche mit denselben recht aussichtsreich.

Dr. Hgr.

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