Titel: Benutzung der Erde als Rückleiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 4 (S. 368)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi23_4

Benutzung der Erde als Rückleiter.

Textabbildung Bd. 319, S. 368

Von der Société Internationale des Elektriciens werden Ergebnisse der Versuche veröffentlicht, welche die Gesellschaft vor einiger Zeit über die Benutzung der Erde als Rückleiter für Kraftübertragungsanlagen angestellt hat. Der Hauptzweck war die Bestimmung des Erdbodens und Untersuchung der Beeinflussung der benachbarten Telephon- und Telegraphenleitungen beim Betrieb mit Wechselstrom. Die Versuchsanordnung war die denkbar einfachste. Ein Pol eines grossen Gleichstromgenerators (Fig. 1) wurde bei E1 an eine in unmittelbarer Nähe befindliche Druckwasserleitung der Turbinen angeschlossen, der andere durch eine etwa 2 km lange starke Kupferleitung bei E2 und E3 mit einer Anzahl gusseisener Röhren von 16,5 cm äusserem Durchmesser und 10 mm Wandstärke, welche etwa 3 m tief in die Erde eingelassen waren und die andere Elektrode bildeten, verbunden. Die Anordnung der Rohre, die in zwei Gruppen parallel geschaltet waren, ist aus der Fig. 1 ersichtlich. Durch geeignete Schalter konnte die Zahl der mit der Leitung verbundenen Rohre geändert werden. Gemessen wurden: mit Hilfe des Spannungszeiger V und Umschalters U, sowie der Stromzeiger A., A2 und A3 die Spannungen an den Elektrodenpaaren E1E2 und E1E3 und die Ströme, welche jedes Rohrsystem durchflössen. Durch einfache Rechnung wurde sodann der Widerstand der bei diesen Versuchen benutzten Elektroden gefunden. Der des Erdbodens selbst kann stets vernachlässigt werden. Der Widerstand eines einzelnen Rohres schwankte je nach der Zahl der Rohre, die parallel geschaltet waren, zwischen 10 Ohm und 20 Ohm. (Die Leitfähigkeit eines Rohrkomplexes ist der Zahl der Rohre nicht proportional und steigt langsamer als diese). Eine irgendwie beträchtliche Beeinflussung der benachbarten Schwachstromleitungen beim Betriebe mit Wechselstrom konnte mit Sicherheit nicht festgestellt werden. Die diesbezüglichen Versuche sollen noch weiter fortgesetzt werden.

Textabbildung Bd. 319, S. 368

Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass Thury bereits vor zwei Jahren die Anwendung der Erde als Rückleiter bei seinen bekannten Seriensystemen vorgeschlagen hat. Die von ihm vorgenommenen Messungen ergaben für den Widerstand der Erdelektroden den Wert von 1 Ohm. Die von Thury vorgeschlagene Schaltung ist in Fig. 2 angegeben.

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