Titel: Neue Maximalautomaten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 1 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi25_1

Neue Maximalautomaten.

Herr M. Brüll berichtet in „l'éclairage électrique“ über ein neues Prinzip für die Konstruktion der Maximalausschalter. Bei gewöhnlichen Maximalautomaten durchfliesst der Arbeitsstrom einen Elektromagneten, der, wenn der Strom bestimmte Stärke überschritten hat, einen Eisenanker anzieht und so eine Auslösevorrichtung betätigt, die den Stromschalter momentan öffnet.

Die Stromunterbrechung erfolgt also sofort, nachdem der Strom den zulässigen Höchstwert überschritten hat. gleichgiltig, ob die Stromerhöhung von längerer Dauer oder nur vorübergehend (Stromstoss) war. Stromstösse sind aber für den Fortbestand der Anlage unbedenklich und das Ansprechen der üblichen Automaten auf diese ist ein grosser Nachteil der gangbaren Konstruktionen. Bei den Maximalausschaltern, von welchen die Rede ist, wird parallel zu der Stromspule des Elektromagneten ein Widerstand von hohem Temperaturkoeffizienten, z.B. Widerstand aus Eisen, gelegt. Der Widerstand des Eisens wächst rasch mit der Temperatur, so dass bei unverändertem Arbeitsstrom durch die Stromspule des Elektromagnetenbei warmem Nebenschlusswiderstand ein grösserer Strom fliesst, als bei kaltem. Uebersteigt also die Stärke des Arbeitsstromes den zulässigen Höchstwert, so wird nach einiger Zeit der Eisenwiderstand heiss und der Automat spricht an. War aber die Stromerhöhung nur von kurzer Dauer, so ist bei demselben Arbeitsstrom, wie zuletzt, der Strom in der Spule des Elektromagneten kleiner und der Ausschalter wird nicht betätigt. Durch passende Wahl der Abmessungen (insbesondere der Abkühlungsfläche) des Eisenwiderstandes kann man Maximalschalter konstruieren, die beispielsweise den Strom von 200 Amp. nach drei Minuten, den Strom von 300 Amp. aber momentan unterbrechen. Dieser Konstruktionsgrundsatz für Automaten kann mannigfaltig abgeändert werden.

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