Titel: Ein neues Universalgelenk von Newman.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 415–416)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi26_2
|416|

Ein neues Universalgelenk von Newman.

Textabbildung Bd. 319, S. 416

Im „Engineering“ vom 25. März 1904 sind Zeichnungen eines neuen Universalgelenkes veröffentlicht, das gegenüber dem bekannten Hookeschen Gelenk manche Vorzüge aufweist. Die kleinere Ausführungsform (Fig. 1 s. S. 415, und 2) ist namentlich zur Benutzung bei Motorwagen bestimmt, doch kann sie natürlich auch bei sonstigen Maschinen kleinerer Art verwandt werden. Wie ohne weiteres ersichtlich, tragen die Wellen an ihren Enden zweizinkige Gabeln, die genau wie beim Hookeschen Gelenk senkrecht zu einander zu liegen kommen. Die Zwischenräumezwischen ihnen werden durch vier Kugelsegmente ausgefüllt, die mit Vorsprüngen in entsprechende Vertiefungen der Gabelzinken greifen. Die Form dieser Vorsprünge ist so gewählt, dass weder eine beliebige seitliche, noch eine Längsbewegung der Wellen möglich ist, sondern nur diejenige Bewegung der Wellen gegeneinander stattfinden kann, die zur Uebertragung der Drehung der einen auf die andere erforderlich ist. Diese vier Segmente tragen aussen Gewinde, über das ein konischer, innen mit Gewinde versehener Ring so geschraubt werden kann, dass durch ihn die Grösse der erforderlichen Bewegung begrenzt wird. In Fällen, wo es erforderlich ist, dass die Mittellinien der beiden Wellen genau durch denselben Punkt gehen, kann dies dadurch erreicht werden, dass eine Kugel oder ein Stück, dessen Oberfläche durch zu einander senkrecht stehende Zylinder gebildet wird, zwischen die vier Gabelzinken gelegt wird. Fig. 3 bis 6 stellen eine Abänderung der Konstruktion dar, bei der eine geringe Längenausdehnung der Wellen möglich ist, etwa infolge einer Temperaturänderung oder dergl. Der gegen die eine Hälfte der Kupplung geschraubte Mitnehmer greift, wie das Fig. 3 zeigt, in Einschnitte des aufgeschraubten Ringes und sichert so diesen in seiner Stellung. Bei grösseren Ausführungen und sobald es sich um die Uebertragung erheblicherer Kräfte handelt, wählt man statt des Ringes mit eingeschnittenem Gewinde einen zwar ebenfalls konischen aber innen glatten Ring, der durch äussere, an der einen Kupplungshälfte fest angebrachte Schraubenbolzen nach der einen oder anderen Seite hin angezogen werden kann. Doch hat die zuerst geschilderte Form den nicht zu unterschätzenden Vorteil, der auch gerade dem Hookeschen Gelenk gegenüber hervortritt, dass sie keine äusseren vorspringenden Teile hat, in denen man eventuell mit der Kleidung hängen bleiben könnte.

Textabbildung Bd. 319, S. 416

F. Mbg.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: