Titel: Selbsttätige Apparate zur Regulierung der Spannung von Generatoren und Leitungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi29_2

Selbsttätige Apparate zur Regulierung der Spannung von Generatoren und Leitungen.

In einem Aufsatze, der bei der Sitzung des „American Institute of Electrical Eugineers“ am 18. Dezember 1903 in New York überreicht wurde, berichtet E. J. Bechtel über die Erfahrungen, die mit selbsttätigen Spannungs-Regulierern in den elektrischen Anlagen der „Toledo Railway & Lighting Company gemacht wurden. Er führt aus, dass in einem Lichtnetz Spannungsschwankungen bis 2 v. H. zulässig sind. Für grössere Schwankungen müssten Glühlampen mit grösseren Verlusten angewendet werden, die jedoch so unwirtschaftlich arbeiten, dass man davon absehen muss.

Compoundwicklungen gleichen nur den Verlust im Generator aus, sie berücksichtigen äussere Ursachen der Schwankungen nicht. Deshalb muss man, nm einen allgemein wirkenden Apparat zu erhalten, einen besonderen selbsttätig wirkenden Spannungsregulator anwenden, der imstande ist, die Spannung an irgend einem Punkte des Netzes gleichbleibend zu halten. Die Wirkungsweise eines solchen Apparates ist aus dem untenstehenden Schema ersichtlich. Es wurden mit ihm vorzügliche Resultate erzielt. So schwankte die Spannung, die von einem Wechselstromgenerator von 150 KW und 60 Perioden für Tagesbeleuchtung geliefert wurde, nur um etwa ½ v. H., wobei als erschwerender Umstand hinzukam, dass auf derselben Welle ein Gleichstromgenerator von 500 KW und 500 Volt für Bahnzwecke sass, dessen Last sehr stark wechselte. Dabei war der Regulator der Dampfmaschine nicht besonders gut. Die Tourenzahl wechselte um etwa 9 v. H. und es kamen plötzliche Aenderungen vor, die in 30 Sekunden etwa 6 v. H. betrugen.

Der erwähnte Apparat hält offenbar nur die Spannung eines Punktes konstant und ist deshalb auch nur für verhältnismässig kleine Netze brauchbar. Bei grösseren Netzen kann, je nach der Belastung und Phasenverschiebung, die Spannung der einzelnen Orte verschieden sein. Beim Mehrphasensystem sind es auch die einzelnen Phasenspannungen. Deshalb wurden an verschiedenen Orten und in den einzelnen Phasen Zusatztransformatoren angebracht, die selbsttätig Windungen ab- oder zuschalten. Resultate lagen über diese noch nicht vor.

Textabbildung Bd. 319, S. 464

In einem Gleichstrom-Dreileiternetz wurden mit zwei der zuerst beschriebenen Apparate keine guten Erfahrungen gemacht, was wohl daher rührt, dass der Magnetismus der massiven Feldpole den Aenderungen nicht schnell genug folgen kann. Auf diese Weise wird über das Ziel hinausreguliert und die Spannung wogt ständig auf und ab. Möglicherweise ist dieser Uebelstand bei den neueren Apparaten aufgehoben, bei denen der Rheostat nicht mehr stufenweise abgeändert, sondern der ganze Widerstand oder ein grösserer Teil desselben ständig aus und eingeschaltet wird. Bei grossen Generatoren arbeitet der Regulator auf das Feld der Erregermaschine.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: