Titel: Untersuchungen über den magnetischen Detektor.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 3 (S. 543)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi34_3

Untersuchungen über den magnetischen Detektor.

Electrical World and Engineer (Vol. X L III No. 24) berichtet über Versuche, welche Prof. Arthur L. Foley über das Verhalten des magnetischen Detektors angestellt hat. Bereits Marconi fand, dass das Telephongeräusch am schwächsten war, wenn die Pole des rotierenden Magneten den Kern passiert hatten und ihren Abstand von demselben vergrösserten, während bei Annäherung der Pole an den Kern das Geräusch stärker wurde.

Um vergleichbare Resultate zu erhalten, benutzte Prof. Foley eine ballistische Methode und fand, dass die Empfindlichkeit des Detektors sowohl von dem Abstand der beweglichen Pole vom Kern, als auch von ihrer Bewegungsrichtung abhängig ist. Wenn der Magnet in der Nähe des Kernes ist, so ist der Detektor empfindlicher, wenn ersterer sich letzterem nähert, als wenn er sich von ihm entfernt; von einer gewissen Entfernung an ist aber das Umgekehrte der Fall. Bei einer bestimmten Entfernung besteht ein Höchstwert der Empfindlichkeit; dieser Höchstwert liegt bei kleinerem Abstande des Poles, wenn der Magnet sich dem Kern nähert.

Da für schwache magnetische Felder Nickel eine höhere Susceptibilität besitzt als Eisen, aber eine kleinere für starke Felder, so schloss Prof. Foley, dass er für Nickelkerne eine gleichförmigere Empfindlichkeit bei veränderlicher Entfernung erhalten würde. Er untersuchte daher Kerne, welche teils aus Nickel,teils aus Eisendrähten, oder auch nur aus Nickeldrähten bestanden. Es zeigte sich dabei, dass die Empfindlichkeit eines Detektors mit Nickelkern nicht sehr verschieden von der eines solchen mit Eisenkern war. Wider Erwarten war indessen die Empfindlichkeit eines Nickelkerns grösser in starken Feldern, die des Eisenkernes aber grösser in schwachen Feldern. Beide zeigten einen Höchstwert der Empfindlichkeit in kurzer Entfernung vom Magneten, wobei derjenige für Nickel in etwas grösserer Entfernung lag. Der Nickelkern zeigte eine grössere Abstand der beweglichen Pole vom Kern (cm).

Empfindlichkeit als der Eisenkern bei Entfernungen von über 3,5 cm. Die aus Eisen- und Nickeldraht bestehenden Kerne zeigten indessen eine Zunahme der Empfindlichkeit bis zur Berührung des Magnets mit dem Kern. Ihre Empfindlichkeit ist in jedem Falle grösser als die des reinen Eisenkerns und bei den meisten Entfernungen auch grösser als die des reinen Nickelkerns. Das obenstehende Diagramm ergibt ein deutliches Bild dieser Resultate.

Textabbildung Bd. 319, S. 543

Versuche mit Antimonkernen und solchen aus Eisenfeilicht ergaben nur geringe Empfindlichkeit; Wismutkerne ergaben überhaupt keine Wirkung.

Diese Versuche enthalten wertvolle Winke für die Konstruktion derartiger Detektoren als Empfangsapparate für drahtlose Telegraphie.

Dr. K.

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