Titel: Ein neuer selbstunterbrechender Kohärer
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 4 (S. 543–544)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi34_4

Ein neuer selbstunterbrechender Kohärer

von Edward Van Winkle wird in Electrical World and Engineer Vol. XLIII, No. 21, beschrieben. In demselben wird der Lokalstrom zur Magnetisierung der Elektroden benutzt, um so die durch die Wellen eingeleitete Kohärenz des Feilichts zu verstärken; die Auslösung erfolgt durch fortgesetzte Drehung der ganzen Vorrichtung.

Textabbildung Bd. 319, S. 543

Fig. 1 zeigt diesen Kohärer im Längsschnitt und Querschnitt. Er besteht aus zwei kleinen Elektromagneten, die an der Rückseite des Feilichtraumes a endigen und in einer Glasröhre b eingeschlossen sind. Den Kern dieser Elektromagnete bilden die Elektroden c und eine Anzahl herumgelagerter weicher Eisendrähte, |544| die durch den Eisenring d und den von ihm isolierten Eisenring e gehalten werden. Am letzteren endet die Elektromagnetentwicklung, deren Anfang mit der Scheibe f in Verbindung steht. Die ganze Vorrichtung wird durch einen kleinen Motor in Drehung versetzt.

Textabbildung Bd. 319, S. 544

Die Verbindung mit der Empfangsstation ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. Die von der Anteme aufgefangenen Wellen passieren die Elektroden vermittels der in Quecksilber rotierenden Scheibe g, die mit dem Elektromagnetkern in leitender Verbindungsteht, und gelangen durch die Scheibe g1 zur Erde, Der Relaisstromkreis ist vermittels der ebenfalls in Quecksilber rotierenden Scheiben f, f1 mit den Elektromagnetwicklungen der Elektroden verbunden. Für eine gute Auslösung soll der Apparat nicht mit dem gebräuchlichen Feilicht von 90 v. H. Nickel und 10 v. H. Silber beschickt werden, sondern mit Eisenfeilicht welches mit 40 v. H. Messingfeilicht vermischt ist.

Als besondere Vorteile dieses Kohärers werden angeführt: Grosse Einfachheit, Fehlen jeglicher Justierung, Gebrauchsmöglichkeit mehrerer Apparate für dieselbe Anteme, grosse Empfindlichkeit und Sicherheit und anderes mehr, was auch andere Kohärer mit diesem mehr oder weniger gemein haben.

Ob auf dem hier beschrittenen Wege wirklich einschneidende Verbesserungen eines so unvollkommenen und unsicheren Apparates, wie der Kohärer doch nun einmal ist, erzielt werden können, muss nach den bereits vorliegenden zahlreichen Versuchen zur Verbesserung des Kohärers zweifelhaft erscheinen. Der neuere Weg, welcher die sog. magnetischen Detektoren ins Auge fasst, scheint doch wohl mehr Aussicht auf Erfolg zu versprechen und dürfte auch die brennende Frage der noch sehr im argen liegenden Abstimmung eher der Lösung entgegenzuführen berufen sein, als ein nur auf momentane Höchstwerte ansprechender Apparat. Wer in das eigentliche Wesen der drahtlosen Telegraphie und ihre hauptsächlichsten Aufgaben eingedrungen ist, der wird schwerlich diesen Weg, der so wenig Aussicht auf Erfolg bietet, weiter verfolgen.

Dr. K.

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