Titel: Vogls Fräskopf.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 1 (S. 701–702)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi44_1

Vogls Fräskopf.

Vom Eisenwerk Braunschweig A.-G. in Braunschweig wird nach dem D. R.-P. No. 143784 und nach dem D. R. G.-M. 202289 Vogls Fräskopf (Fig. 1 und 2) ausgeführt. Durch diesen wird ein selbsttätiges Zuschieben der Fräse- oder Abstechstähle in radialer Richtung nach ein- oder auswärts bezweckt, wodurch der Arbeitsgang beeinflusst wird.

In die Ringnute der Planscheibe a ist ein als Stirnrad ausgebildeter Ring b frei drehbar eingelegt, an dessen Stirnseite Spiralgewinde eingeschnitten ist. In dieses greifen die gezahnten Rückseiten der Stahlhalter c (Fig. 3) ein, welche in schwalben-schwanzförmige Kreuznuten der Planscheibe a geführt sind und die Werkzeuge d tragen, während aufgeschraubte Deckelplatten fderen Führung sichern und Stahlachsen g, die auf Kugeln laufen, die Bewegungsfähigkeit der Stahlhalter c erhöhen sowie die Halterplatten f von Druck entlasten.

Auf der Nabe der Planscheibe a gleitet frei drehbar eine Schale h, welche durch Ringmuttern gegen die Planscheibe gehalten, vermöge Rollenböckchen k gegen den Zahnring b angehalten wird.

In dieser Schale h ist ein federnder Ausrückstift l vorgesehen, welcher in Bohrungen des Zahnringes b einsetzt, sobald, dieser Stift l vorgeschoben ist. Wenn nun in diesem Zustande die Schale h vermöge eines in das Loch eingeführten und an die Wange gestützten Stiftes an der Drehung verhindert wird so ist hierbei auch der Zahnring b zurückgehalten, so dass sich die |702| mit der Planscheibe a drehenden Stahlhalter c in rascher Gangart radial nach auswärts verschieben müssen.

An die Nabe der Planscheibe a ist ausserdem ein Zahnrad n angefräst, in welches ein auf festem Zapfen der Schale h laufendes Rad o eingreift, während ein zweiter stellbarer Zapfen, der in einen zu o zentrischen Bogenschlitz gleitet, ein Doppelrad p und q frei drehbar trägt.

Um nun einen Richtungswechsel in der Schaltbewegung zu ermöglichen, ist noch ein zweiter ähnlicher Zapfen vorhanden, welcher frei drehbar ist, ebenfalls ein Doppelrad r und s trägt und in einem Schlitzloch der Schale schräg nach auswärts stellbar ist, in welcher Lage das grössere Rad s aus dem Eingriff mit dem Zahnring b gebracht ist. Wird hierbei das Doppelrad p, q nach einwärts gestellt, so greift nunmehr das kleinere Rad q in den Zahnkranz b ein, und da o nur als Zwischenrad wirkt, so folgt eine Uebersetzung

und da b > n ebenso wie p > q ist, so folgt i > 1 als Uebersetzung ins Langsame, wodurch der Zahnring b in einer zur Planscheibe entgegengesetzten Drehrichtung nacheilend bewegt wird, durch welche Bewegung die Stahlhalter-radial nach auswärts geschoben werden.

Sollen aber diese Stahlhalter im Schaltgange radial nach einwärts gestellt werden, so muss der Zahnring b voreilend im gleichen Drehsinn wie die Planscheibe a sich bewegen. In der Patentschrift ist angegeben, dass der Zahnring b um ⅓ schneller läuft als der Hauptteil und sich die vier Messerhalter langsam zusammenschrauben.

Diese Voreilung wird bei ausgerücktem Rade q und weil p dann ebenso wie o als Zwischenrad funktioniert, bei eingerücktem Rade s erhalten, wobei die Uebersetzung

wird. Wäre und

so folgt

als Uebersetzung.

Textabbildung Bd. 319, S. 702

Der Zahnkranz b dreht sich daher um schneller als die Planscheibe a, er läuft also um ⅓ vor.

Wird endlich die Schale h frei gemacht, also nicht zurückgehalten, so arbeiten die Schneidstähle in fester Einstellung nach gegebenen Kreisen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: