Titel: Parkers Wasserstandsanzeiger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 766)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi48_2

Parkers Wasserstandsanzeiger.1)

Dieser Wasserstandsanzeiger soll durch seine besondere Konstruktion leichte Reinigung des eigentlichen Glases während des Betriebes ermöglichen, ohne dass das Glas selbst herausgenommen zu werden braucht. Bekanntlich lagert fast jedes Wasser in mehr oder minder starkem Grade im Kessel und natürlich auch in dem Glase des Wasserstands-Anzeigers feste Bestandteile ab, die zur Trübung des Glases führen und es für seinen eigentlichen Zweck unbrauchbar machen müssen. Man versucht meistens den Uebelstand dadurch zu beheben, dass man den Ablasshahn öffnet, um auf diese Weise dem Wasser- und Dampfgemisch die Möglichkeit zu geben, rasch das Glas zu durchströmen und es rein zu fegen. Sehr selten wird aber dieser Zweck auf so einfache Weise erreicht, indem das im Glase stehende Wasser unten abfliesst und der dann folgende Dampfstrom nicht genügt, um die ziemlich festhaftenden Schmutzteilchen zu entfernen. Parker bringt deshalb nach nebenstehender Figur eine besondere zweite Röhre an, die den oberen oder Dampfhahn mit dem unteren oder Wasserhahn verbindet. Sobald jener geschlossen und der Ablasshahn geöffnet wird, treibt der Druck im Kessel das Wasser in der eigentlichen Schauröhre nach oben und durch jene Verbindungsröhre und den Ablasshahn ins Freie. Dabei ist in das Gehäuse des unteren Hahnkopfes eine kleine Spirale eingedreht, durch die dem von unten eintretenden Wasser eine lebhafte Wirbelbewegung erteilt wird. Hierdurch wird naturgemäss dessen reinigende Wirkung noch erheblich verstärkt. Die Lebensdauer der Gläser soll eine weit grössere als bei der gewöhnlichen Konstruktion sein, da bei dem Durchblasen des Wassers der Temperaturwechsel geringer ist.

Textabbildung Bd. 319, S. 766

In den beiden Hahnköpfen sind Kugelventile so angeordnet, dass beim Bruch des Glases augenblicklich selbsttätiger Abschlussdes Dampf- und Wasserraumes stattfindet. Da dieser Vorgang so rasch und geräuschlos vor sich gehen kann, dass der Heizer garnichts davon bemerkt, so ist dafür gesorgt, dass durch eine feine Oeffnung ein dünner Dampfstrahl ins Freie tritt, der die Aufmerksamkeit unbedingt auf diese Stelle lenken muss.

F. Mbg.

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Engineering 1904, Bd. II, S. 371.

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