Titel: Prüfung der Lichtstärke von Cooper Hewitt Quecksilberdampflampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 3 (S. 766–767)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi48_3

Prüfung der Lichtstärke von Cooper Hewitt Quecksilberdampflampen.

In No. 26 der Zeitschrift „Electrical World and Engineer“ vom 25. Juni 1904 veröffentlicht A. Freudenberger einige Versuche an Cooper Hewitt Quecksilberdampflampen, die im Handel als Type H. 4 bezeichnet sind, Versuche, die im Delaware-Kollege zu Newark ausgeführt wurden. Die Lampen waren für einen Strom von 3 Ampère und für 110 Volt Netzspannung bestimmt und hatten 17,5 mm Durchmesser und eine Länge des Lichtbogens von 1160 mm.

Die Lampe stand an dem einen Ende einer 5 m langen Photometerbank und war in einem langen hölzernen rechteckigen Kasten eingeschlossen. In der Achse der Photometerbank befand sich in diesem Kasten eine viereckige Oeffnung von' 50,8 mm im Quadrat. Es wurde also die Helligkeit einer 50,8 mm langen Lichtsäule gemessen durch Vergleich mit der Lichtstärke einer Normalglühlampe von 32 Kerzen und die gesamte Lichtstärke der Quecksilberlampe senkrecht zu ihrer Längsachse gefunden aus dem Verhältnis 1160: 50,8. Die Lampe war nicht wagerecht, sondern unter einem Winkel von 11° 20' aufgestellt. Als Photomoter diente ein solches von Lummer-Brodhun. Die Einstellungen auf der Photometerbank konnten innerhalb der Grenzen von 10 mm geschehen, indem ein bestimmter scharfer Kontrast der Flecke nach beiden Seiten eingestellt und aus je zwei Ablesungen das Mittel genommen wurde.

Textabbildung Bd. 319, S. 766

In Fig. 1 gibt Kurve 1 ein Bild von der Abhängigkeit der Lichtstärke vom Strom; Kurve 2 die Abhängigkeit des spezifischen Wattverbrauches in der Lampe vom Strom, ohne Berücksichtigung des Vorschaltewiderstandes; Kurve 3 dasselbe mit Berücksichtigung des Vorschaltewiderstandes. Kurve 2 und 3 wurden erhalten, indem man die an der Lampe gemessene Spannung bezw. die konstante Netzspannung von 110 Volt mit dem beobachteten Strom multiplizierte und durch den Wert der Helligkeit in Kerzen dividierte. Kurve 4 gibt die Spannung an der Lampe als Funktion vom Strom.

Diese Kurven wurden aufgenommen, nachdem die Lampe bereits 24 Stunden gebrannt hatte; bei völlig neuen Lampen erhielt man die Kurven von Fig. 2, wo die Kurven 5, 6, 7 und 8 den Kurven 1, 2, 3 und 4 von Fig. 1 entsprechen. Die mit längerer Brenndauer auftretende Abnahme der Helligkeit ist eine Folge der Trübung der Glaswände, die erst grau, später schwarz werden.

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Textabbildung Bd. 319, S. 767

Es wurde zwar kein eigentlicher Lebensdauerversuch angestellt, aber von zwei ununterbrochen brennenden Lampen erlosch die eine nach 800 Stunden, während die zweite nach 1000 Stunden noch brannte. Die ausgebrannte Lampe war ganz ähnlich wie eine alte Glühlampe geschwärzt. Der unmittelbare Grund des Erlöschens war ein kleiner Sprung an der Einschmelzstelleder Stromzuführung und infolgedessen der Eintritt von Luft in die Lampe.

Alle Messungen wurden erst ausgeführt, nachdem die Lampe einige Zeit gebrannt hatte und konstante Verhältnisse eingetreten waren. Selbstverständlich war der Holzkasten gut ventiliert, damit nicht infolge der Einschliessung die Erwärmung einen ungewöhnlichen Grad erreichte. In Fig. 3 gibt Kurve 9 die Abhängigkeit der Netzspannung vom Strom; sie zeigt also die geringste Netzspannung, bei welcher es möglich ist, die Lampe mit einem bestimmten Strom zu betreiben. Es wurde nämlich ein Ballast-Widerstand eingeschaltet und damit die Netzspannung für die Lampe samt ihrem Vorschaltewiderstand scheinbar langsam erniedrigt, bis die Lampe ausging. Die Kurven 10 und 11 zeigen den günstigsten spezifischen Wattverbrauch in Abhängigkeit vom Strom, und wurden erhalten, indem aus Kurve 9 die Netzspannung und durch eine kleine Reduktion die Spannung an der Lampe entnommen, und der Berechnung des spezifischen Wattverbrauches zugrunde gelegt wurden.

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