Titel: Elektrisch betriebener Rollenzug.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1904, Band 319/Miszelle 2 (S. 815)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj319/mi319mi51_2

Elektrisch betriebener Rollenzug.

Das Sachsenwerk, Licht- und Kraft-Aktiengesellschaft, Niedersedlitz-Dresden, baut als Spezialität einen elektrisch betriebenen Rollenzug, dessen Verwendungsgebiet ein überaus weites ist. Ganz besonders eignet sich der elektrische Rollenzeug für Maschinenfabriken zur Montage grösserer Maschinen, als Hebezug für Verladeräume, Magazine, Mühlen, Getreidespeicher, Schiffe usw., sowie bei grösseren Bauten zum Aufbringen schwerer Steinblöcke, Eisenträger usw. In vielen Fällen wird der Rollenzug vorteilhaft an die Laufkatze eines Kranes angehängt (s. nachstehende Abbildung), bei dem Kran- und Katzenfahrt von Hand betätigtund nur das Heben und Senken der Last durch den Elektromotor des Rollenzuges bewirkt wird.

Textabbildung Bd. 319, S. 815

Bei der Konstruktion des Rollenzuges wurde in erster Linie auf geringes Gewicht und grösste Betriebssicherheit Wert gelegt. Der Motor ist mit dem Windwerk in einem gemeinsamen Gussgehäuse vollkommen eingekapselt, wodurch der engste Zusammenbau beider Teile erreicht wird. Die Motorwelle ist senkrecht angeordnet. Die Kollektorseite ist von oben durch einen abnehmbaren Deckel leicht zugänglich gemacht. Der Anker des Motors selbst kann nach Lösung einer Schraube nach oben von der Welle abgezogen werden. Das untere Wellenende trägt die stählerne Decke, die in einem Oelbad in das Bronzerad der Winde eingreift. Das Getriebe ist selbsthemmend, der achsiale Druck der Schnecke wird beim Heben der Last durch ein Kugellager aufgenommen, beim Senken dagegen schaltet sich infolge der Umkehrung der Drehrichtung des Motors selbsttätig eine Bremsscheibe ein, so dass das Durchgehen des Hauptstrommotors verhütet und gleichzeitig ein sanftes Niedersetzen der Last erzielt wird. An das Motorgehäuse ist seitlich ein Umkehranlasser geschlossener Bauart angeschraubt, der durch Seilzug bedient wird und mit einer selbsttätigen Rückstellvorrichtung versehen ist. Die Stromzuführung geschieht mittels eines biegsamen Kabels und Steckkontaktes.

Der Rollenzug wird normal für Lasten bis zu 500 und bis zu 1000 Kilogramm und vier Meter Hubhöhe bei einer Hubgeschwindigkeit von etwa drei Meter in der Minute bei Vollbelastung gebaut.

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