Titel: Neuerungen in der Papierfabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1907, Band 322 (S. 346–350)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj322/ar322117

Neuerungen in der Papierfabrikation.

Von Professor Alfred Haussner, Brünn.

(Fortsetzung von S. 332 d. Bd.)

Eine große Zahl von Neuerungen will die Stoffmassen durch besondere Einrichtungen gegen ein Rundsieb werfen: Schleudersortierer. Eine der einfachsten Formen von Schüler (D. R. P. 127036) zeigen Fig. 10 u. 11. Der Siebzylinder |347| f ist an dem Boden des Gehäuses g befestigt und oben offen. In ihn gelangt durch die Füllöffnung o, beziehungsweise deren siebartigen Boden h der rohe Stoff und fällt auf Teller i, die durch Bolzen k untereinander verbunden sind und durch die stehende Welle j sehr schnell gedreht werden. Durch die gegen abwärts fortwährend kleiner werdenden zentralen Oeffnungen der Schleuderscheiben i ist die Möglichkeit geboten, den Stoff auf sämtliche Scheiben in flachen Schichten zu verteilen und so gegen die innere Siebmantelfläche zu schleudern.

Textabbildung Bd. 322, S. 347

Der feine Stoff gelangt nach außen in den Ringkanal b und den Abfluß d, während die groben Teile an der lotrechten Siebmantelfläche nach abwärts in den inneren Ringkanal c kommen und von da unter Mitwirkung der aufrechtstehenden, an der rotierenden Grundplatte befestigten Räumerplatten l durch e abgeleitet werden. Außerdem sind aber in dem Ringkanal c zwei schiefgestellte Platten n tätig, von welchen erwartet wird, daß sie den Stoff nochmals gegen aufwärts werfen, so daß er vor dem Auslauf einer nochmaligen Sichtung zugeführt wird. Doch mag der Ansicht Raum gegeben werden, daß diese Platten n ganz gut als Rührer wirken, aber den in der Patentschrift erwähnten Zweck kaum erfüllen werden mit Rücksicht auf ihre Anordnung in dem zylindrischen Ringkanal c. Gut führend und verteilend, aber auch nicht anders, versprechen die radialen Wände m zu arbeiten, welche die einzelnen Schleuderteller miteinander verbinden und dadurch auch die ganze Schleudervorrichtung wesentlich verfestigen. Man hat sich eben vor Augen zu halten, daß vor allem die radiale Geschwindigkeitskomponente für das Durchtreten des Stoffes durch das Sieb maßgebend ist, jene Komponente aber hier der ganzen Anordnung gemäß fast nur von der Fliehkraft beeinflußt wird, so daß also hierfür die weit auseinander stehenden Leitflächen m fast wirkungslos sind.3) Sie erzwingen nur für geringe Stoffmengen die genaue radiale relative Austrittsgeschwindigkeit, wodurch, wie an der vermerkten Stelle bereits nachgewiesen worden ist, unter sonst gleichen Umständen auch die größtmögliche radiale Komponente der absoluten Austrittsgeschwindigkeit, hier also jener erzielt wird, mit welcher die Stoffteilchen durch das lotrechte Sieb gehen, während die tangentielle Geschwindigkeitskomponente die Stoffteilchen nur an dem Siebmantel hinführt.

Ernst Hoffmann gibt solche radiale Führungsflächen, allerdings auch nur kurz und in der bescheidenen Zahl vier, über den Rand der Verteilungs- und Schleuderteller hinausragend, bis ziemlich nahe an das stehende Rundsieb heran, wodurch die Wirkung, wenn auch nach Ansicht des Berichterstatters noch recht bescheiden, doch gegenüber der vorbeschriebenen Anordnung verbessert wird. Franz Schneider hingegen bemüht sich, den Tellersortierer dadurch zu verbessern, daß er erstens (D. R. P. 164190) die unterste der Scheiben und damit den ganzen Tellerkörper behufs dauernd richtigen Drehens, Verhinderung der Achsenverbiegung und dergl. auf einem im Durchmesser ziemlich großen Ring mit Kugeln laufen läßt, und zweitens die Ränder der Einlauföffnungen kegelig begrenzt (D. R. P. 164191), damit nicht gröbere Bestandteile stecken bleiben, wie es bei zylindrischen Rändern leicht der Fall ist. Der Tellersortierer von Dörfel in Chemnitz ist, um tatsächlich nur groben Stoff (D. R. P. 147588) abzuleiten,4) so gebaut (Fig. 12), daß der aus a zufließende Stoff zunächst vom höchst liegenden Teller e gegen den Siebteil f geschleudert wird. Jene Menge, welche das Sieb zurückhält, fällt auf den tieferen Absatz i und wird von diesem gegen das Sieb g geschleudert, so daß neuerlich gesichtet wird. Der grobe, zurückgehaltene Stoff gelangt auf die weitere Treppe k, von wo die endgültige Sichtung durch Ausschleudern gegen das Sieb h stattfindet und nun erst derjenige Stoffteil, welcher auch hier als nicht genügend fein zurückgehalten wird, durch die Rinne n gesammelt und abgeleitet wird, während der durch die drei erwähnten Sortierungen gewonnene feine Stoff von der Rinne m gegen den Abfluß geführt wird. Dabei ist die Treppenschleuder ein kräftiger Gußkörper, welcher von der stehenden Welle o durch die Riemscheibe d gedreht wird.

Textabbildung Bd. 322, S. 347

Gegenüber der Schleudertelleranordnung lehnen sich andere Erfinder an die Schleuderpumpen an. Eine in vieler Beziehung schön gedachte Einrichtung von Eubisch (D. R. P. |348| 128146) zeigen Fig. 13 u. 14. Der rohe Stoff kommt durch den oberen kegeligen Gehäuseteil S in den ebenfalls kegeligen Gußkörper c, dessen Boden als Splitterfangsieb d ausgebildet ist. Mit den Armen c1 und der Nabe c2 ruht der Gußkörper c lose auf dem Ende a der rasch gedrehten, stehenden Welle l. Unterhalb d schließt sich an c das etwas kegelige, eigentliche Sortiersieb n an, durch welches der Stoff von den an dem Gußkörper m angebrachten, gekrümmten Flügeln g geschleudert werden soll, während die Flügel h nur zu rühren haben. Ob dies nicht mehr oder weniger auch die vollständig im Stoff watenden Flügel g tun, kann ohne unmittelbare Versuche nicht sicher beurteilt, aber doch vermutet werden. Eine regelmäßige Flüssigkeitszuführung, wie bei Schleuderpumpen, kann hier deshalb wohl nicht eintreten, weil der Stoff, wie Fig. 13 auf den ersten Blick zeigt, nach der ganzen radialen Ausdehnung der Flügel g lotrecht eintritt, also auch die Einwirkung der Fliehkraft sehr verschiedenartig stattfindet. Gewiß wird schon dadurch, daß die Stoffmasse von den Flügeln g in kreisende Bewegung versetzt wird, zentrifugales Abdrängen der Stoffteile stattfinden. Auf besondere Regel- und Gesetzmässigkeit, wie bei gut ausgeführten Schleuderpumpen, darf man aber nicht zählen trotz der starken Flügelkrümmung, durch welche offenbar aus der relativen Stoffgeschwindigkeit längs der Schaufeln g und der absoluten Umfangsgeschwindigkeit eine tunlichst radiale absolute Stoffgeschwindigkeit, also auch ein tunlichst radiales Schleudern des Stoffes gegen das Sieb n, ein gewiß guter Grundgedanke beabsichtigt scheint.

Textabbildung Bd. 322, S. 348

Nach dem Geschilderten ist aber jedenfalls zu erwarten, daß die groben Teile in dem Innern von n abwärts sinken und durch o abfließen, während der feine Stoff durch n gegen die Gehäusewand k, bezw. den Kanal p gelangt und in diesem abgeleitet wird.

Die Sichtung wird durch eine eigentümliche Rüttelung zu fördern versucht. Auf der Welle l sitzt die Scheibe q als Teil der auf ein Vierkant gesteckten und durch Schrauben festgelegten Büchse a. Scheibe q hat eine schraubenartig ansteigende Fläche mit unmittelbar anschließendem plötzlichen Abfall angearbeitet. Hiermit wird eine Nase der Scheibe b am Siebkörper c bald gehoben, bald plötzlich niedergelassen und damit auch der ganze Körper c, welcher durch Führungen bei e, r gegen die drehende Mitnahme gesichert ist, sowie das Sieb n achsial geschüttelt. Hierdurch werden insbesondere solche Teilchen, welche sonst an der Siebfläche haften bleiben würden, doch losgelöst. Uebrigens tropfen nach Angabe des Erfinders die Stoffteile von der kegeligen Außenseite leichter ab als von einer lotrecht stehenden Siebfläche.

Tamaschke (D. R. P. 143647) wendet zum Anschleudern des rohen Stoffes gegen das ebenfalls um eine wagrechte Achse langsam drehbare Rundsieb tatsächlich eine Art Schleuderpumpe mit verhältnismäßig engen achsialem Zu- und kegelig erweitertem Auslauf an. Das Sieb wird aber nur auf einen kleinen Teil seiner Länge zum Sichten benutzt und in der Nähe des oberen Scheitels ununterbrochen abgespritzt und dadurch gereinigt. Der grobe Stoff entfernt sich durch die weitere der beiden Stirnwände der Siebtrommel, während der feine Stoff durch das Sieb unten in die Ablaufrinne fließt. Manche Aehnlichkeit mit diesem System zeigt jenes von Moore (amerikanisches Patent 778692). Hier reichen die Schleuderflügel allerdings fast über die ganze Sieblänge.

Die Schleudersortierung von Christof Leffler (D. R. P. 144408) greift vollständig auf die bereits wieder erwähnte Hempelsche Stoffschleuder zurück. An den zylindrischen, durch die stehende Welle c von unten angetriebenen Hohlkörper v (Fig. 15, 16), dem Rohstoff durch Rohr l zugeleitet wird, schließen geradlinig radial, oder gekrümmt verlaufende Rohre r. Diese schleudern durch ihre nach der wagerechten Richtung zusammengedrückten, also nach der Höhe verlängerten Schnauzen den Stoff gegen das ganz nahe stehende Rundsieb s. Das Grobe bleibt innen und fließt gegen a, das genügend Verfeinerte dringt durch das Sieb s und rinnt durch b zur weiteren Verwendung ab.

Textabbildung Bd. 322, S. 348

Als Vorteil wird gerühmt, daß durch die eigentümliche Endform der Schleuderrohre r fast die ganze Siebhöhe bestrichen ist5), und daß das Sieb von einem in der Richtung des Siebumfanges dünnen Strahl getroffen wird, was für das Sichten günstig sein soll.

Grade diese Behauptung läßt Zweifel aufkommen. Wohl ist, wie bei der Hempelschen Stoffschleuder dargetan wurde, die größte radiale, also hier für das Sichten unmittelbar wirksame Geschwindigkeitskomponente erreicht, wenn die Schleuderrohre nach dem Halbmesser gerichtet sind. Die hohe Geschwindigkeit des Rohrendes wirkt aber nach tangentieller Richtung das Sieb spülend und ist daher mehr oder weniger nachteilig für das Sichten. Daß |349| dieser Uebelstand durch die gekrümmten Rohre r zu verbessern ist, trifft zu, aber zugleich wird die radiale, für das Sichten unmittelbar wirksame Komponente der Geschwindigkeit des Stoffes kleiner. Stehende Zylindersiebe und Schleuderflügel an einer stehenden Welle (ähnlich wie bei Fig. 13) verwendet Baker (amerikan. Patent 735444). Zur Reinigung des Siebes ist ein durch Hebel auf und ab bewegter Bürstenring vorgesehen.

Bei den Anordnungen nach Fig. 17 u. 18 von Quiller & Stub (D. R. P. 152496 und 157243) wird versucht, einerseits die Stoffmasse nach der ganzen Flügelhöhe gleichmäßig zu verteilen und danach unter tunlichst gleichmäßige Bedingungen für das Ausschleudern zu bringen, andererseits das Sichten dadurch günstiger zu gestalten, daß die an dem Siebe sonst leicht haften bleibenden Teile durch intermittierende Luftströme losgelöst werden, ein Gedanke, den auch Baker (amerik. Patent 693215) zu verwirklichen versucht.

Textabbildung Bd. 322, S. 349

Der Rohstoff wird durch den Stutzen d (Fig. 17) in den durch die von der Riemscheibe b angetriebene, lotrechte Achse a zentral durchdrungenen Stoffkasten e eingeleitet, aus dem Schützen f den Ablauf gegen die Sichtung regeln können. Zahlreiche, entsprechend gekrümmte Rohre g führen den Stoff in verschiedenen Höhen gegen die am Zylinder c beginnenden Schleuderflügel h, welche ihn dann in der Höhenrichtung ziemlich gleichmäßig verteilt gegen das Zylindersieb i schleudern. Letzteres läßt den feinen Stoff gegen den zylindrischen Außenmantel k durch, so daß er sich in dem Ringkanal l sammelt und durch den Stutzen m abfließen kann. Die gröberen Teile werden zurückgehalten, gelangen in den Ringkanal n und entfernen sich durch den Stutzen o.

Die schon erwähnten Luftströme werden wie folgt veranlaßt. Am unteren Teile p des Gehäuses ist die lotrechte Wand t angebracht, welche Ausschnitte q besitzt, an denen bei der Drehung des Flügelrades h, dessen lotrecht gegen abwärts gerichteten Fortsätze r mit Schlitzen s vorübereilen. Da die Flügel h Luft einzusaugen versuchen, so tritt Luft durch die Schlitze q in das Gehäuse, aber intermittierend, weil die Oeffnungen q und s nur zeitweise den Eintritt für die Luft frei geben. Dieser pulsierende Luftstrom hält die Oeffnungen am Sieb i besser offen und trocknet auch die im Innern hängen gebliebenen gröberen Teile.

Gleichmäßige Verteilung, richtigere Arbeit (nach der weiter oben gegebenen Begründung) erstrebt auch Karhula Osakeyhtiö in Karhula bei seinem Schleudersichter (D. R. P. 157244) mit lotrechter Achse, der nach der Antriebsart und den Grundbedingungen, welche erfüllt werden wollen, große Aehnlichkeit mit der Golzernschen Anordnung besitzt. Der Rohstoff kommt (Fig. 19 und 20) durch den Krümmer und Verteilungskörper a gegen den Schleuderkörper de, der auf der lotrechten, durch Kegelräder b, bezw. durch Riementrieb gedrehten Welle c sitzt. Dabei sind die Teile e als Taschen aufzufassen, welche schief nach abwärts führen, den Stoff unmittelbar aus a übernehmen und ihn durch die gegen außen der ganzen Höhe nach offenen Schlitze den Schleuderflügeln d preisgeben, welche den Stoff nun gegen das Sieb f werfen, das Grobe bleibt innen und sammelt sich in der Ringmulde g, während das Feine den Siebmantel f durchdringt und sich in der Rinne i für den Abfluß zusammenfindet.

Bei dem oben erwähnten neuen Zentrifugalsortierer der Maschinenbau-Aktiengesellschaft Golzern-Grimma ist, soweit nur die prinzipielle Anordnung in Frage kommt, sehr ähnlich, wie durch Fig. 19, 20 dargestellt, ein mehrflügeliger Schleuderkonus auf stehender Welle mit 500 bis 600 minutlichen Umdrehungen angewendet, welcher in einem außen zylindrischen Gehäuse läuft und die Stoffteilung und gute Führung des rohen Stoffes veranlaßt. Bei 1 m Durchm. und 1200 mm Bauhöhe leistet ein solcher Golzernscher Apparat bis zu 3 t Stoff in 24 Stunden.

Textabbildung Bd. 322, S. 349

Im Anschlusse an die Sortierung sei einer Anlage gedacht, welche William Norris Cornell durch amerikan. Patent 756214 geschützt worden ist und bezweckt, die groben Teile aus der Sortierung, wie Splitter und dergl., gut auszunützen. Diese Stoffreste werden in Bütten mechanisch mit viel Wasser gerührt, durch Pumpen aufwärts gefördert und dann mehrmals zwischen geeignet geriffelten Walzen gequetscht, hierauf wieder in Bütten gesammelt und gerührt, dann etwa Raffineuren überliefert |350| u.s.f., bis alles genügend verfeinert und zu unmittelbar brauchbarem Stoff umgewandelt worden ist.

An die Verfeinerung und Sortierung schließt sich die Entwässerung des Schliffs sinngemäß an, weil auch bei dieser Siebe eine Hauptarbeit zu leisten haben. Damit sie diese dauernd ordentlich vorrichten, sollen die Siebe, welcher Art sie immer sein mögen, tunlichst rein gehalten werden, wofür meist Spritzwasser verwendet wird. Der Wasserverbrauch ist dabei recht beträchtlich. Um daran zu ersparen, will Dr. Hans Leffler (D. R. P. 149842) die bedeutenden Wassermengen mit verwenden, welche den Schliff bei der Sortierung ohnehin begleiten müssen. Er läßt daher den zu entwässernden Stoff über Siebtreppen fallen, wobei die Siebmaschen durch den Stoß des auftreffenden Stoffs ohne weiteres offen gehalten werden sollen. Doch liegt die Befürchtung nahe, daß schon nach dem Auftreffen auf die erste der Siebtreppen kaum Wasser genug im Stoff enthalten sein wird, um ihn für dieses Verfahren weiterhin genügend flüssig zu erhalten.

Zu den üblichen Arten von Holzschliff Entwässerungsvorrichtungen, welche sich auf die Papiermaschinen zurückführen lassen, sei erwähnt, daß Howald Parker (amerikan. Patent 762437) bei einer Rundsiebmaschinenanordnung für die Formatwalze zum Ablösen des durch den Siebzylinder entwässerten Stoffes einen eigentümlichen Schaber anwendet, dessen Fortsetzung eine Siebplatte als Oberteil eines ganzen Kastens bildet, in welchen noch etwas Wasser aus dem abgeschabten Stoff einfließen soll, worauf es abzuleiten ist.

Parker hingegen schlägt einen Rundsiebapparat vor (amerikan. Patent 693896), bei dem der Stoff nicht durch eine Formatwalze, sondern durch eine Schnauze abgenommen werden soll, aus deren Inneren mit Hilfe einer geeigneten Rohrleitung und eines in diese eingeschalteten Saugers der Stoff tatsächlich in Flockenform (mehr oder weniger) abgezogen wird. In diesem Zustande ist er nach Parkers Ansicht zur Einlagerung in Stoffkästen geeigneter, als die häufig übliche Pappe.

Um solchen Schliff aufzubewahren, ohne Pilzbildungen und damit Verderben des Stoffes befürchten zu müssen, macht Steimmig (D. R. P. 164011) den Vorschlag, die Pappenrollen durch Einlegen in fließendes Wasser auszulaugen und hierdurch den Pilzen die Nährstoffe vorweg zu nehmen. Dabei kann dem auslaugenden Wasser ein Bleichmittel zugesetzt werden, so daß zugleich die allerdings, wie bekannt, schwierige Bleichung des Schliffs, etwa mit Sulfiten, angebahnt wird. Rückstände derselben dürften jedenfalls der Pilzbildung entgegenwirken.

Eichhorn geht unmittelbar darauf aus (französ. Patent 322177), die einzelnen Lagen der sich auf einer Art Formatwalze aufwickelnden Pappschichten mit fäulniswidriger Flüssigkeit zu versetzen durch Auftragen mittels einer Walze, ähnlich wie man es etwa für Farbwalzen und dergl. bereits kennt.

Um gedämpften Holzschliff zu erzeugen, sind Kocher aus Guß- und Schmiedeeisen und aus Eisen mit innerer Kupferauskleidung, verkupferten Nietköpfen und dergl. im Gebrauch. Einige Unfälle in dieser Richtung haben Beunruhigung hervorgerufen und die Frage nahegelegt, ob und welches Kochersystem für diese Zwecke tatsächlich und verläßlich geeignet sei. Inspektor Rollet der Oesterr. Dampfkessel-Untersuchungs- und Versicherungsgesellschaft vertritt die Ansicht, daß bei sachgemäßer Herstellung und Wartung allen Systemen vertraut werden könne. Selbstredend ist bei schmiedeeisernen Kochern ohne Kupferauskleidung ein säurefester Anstrich zu verwenden. Daß die Kupferauskleidung unsachgemäß angebracht sein kann und ihr daher an manchen Orten mit Mißtrauen begegnet wird, ist nicht zu leugnen. Dem Berichterstatter scheint jedoch für die Kupferauskleidung der Umstand sehr ins Gewicht zu fallen, daß das Kupfer den Säuredämpfen erfahrungsgemäß gut widersteht; gegen unsachgemäße Konstruktion und Behandlung muß man sich mit Verständnis und Kontrolle schützen. Daß es gute Konstruktionen gibt, welche durch jahrelange, tadellose Verwendung sich Vertrauen erworben haben, ist Tatsache, nur scheint dem Berichterstatter hier nicht der Ort, hierfür Namen zu nennen.

Der Vollständigkeit halber sei hier des Verfahrens von Bergerhoff (D. R. P. 163070) gedacht, wonach das Holz nicht gedämpft, sondern bei etwa 125° durch 6–8 Stunden gekocht werden soll. Das so im Wasser gekochte Holz soll gegenüber dem gedämpften viel helleren Schliff ergeben, auch wenn die bei dem Kochen entstehende Lauge behufs Ausnutzung ihrer Wärme mehrmals hintereinander verwendet wird.

(Fortsetzung folgt.)

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Vergl. z.B. D. p. J. Bd. 268, S. 485.

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Aus demselben Grunde zwingt bei ihrem Sortieren die mechanische Werkstatt in Wiborg nach D. R. P. 162431 den groben Stoff länger hinter dem Sieb zu bleiben dadurch, daß er nur durch schmale Schlitze abfließen kann.

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Aus diesem Grunde krümmt z.B. Toelle nach D. R. P. 153109 ursprünglich wagerechte Schleuderschaufeln aufwärts.

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