Titel: Neuere Herstellungsweisen der Transmissionsseile.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1907, Band 322 (S. 565–569)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj322/ar322188

Neuere Herstellungsweisen der Transmissionsseile.

Von Ernst Schulz in Schwelm.

Die Herstellung der aus Hanf gefertigten Transmissionsseile kann man in drei Stufen zerlegen: Das Spinnen der Seilfäden, das Vereinigen der Seilfäden zu Schenkeln oder Litzen und das Zusammenschlagen der Schenkel zum fertigen Seil.

Die Handspinnerei, bei welcher der Seiler auf der |566| Seilbahn langsam rückwärtsschreitend aus dem Hanf, den er in einer Schürze mit sich trägt, mit Daumen und Zeigefinger den Seilfaden formt, indem er gleichzeitig durch eine endlose Schnur, die er mit sich zieht, das Spinnrad in Umdrehung versetzt, wird von Jahr zu Jahr in geringerem Umfange betrieben, wenngleich auch heute noch in vielen kleineren Werkstätten von Hand gesponnener Hanf zu den verschiedensten Seilerwaren verarbeitet wird.

Auch den für Transmissionsseile besonders hoch geschätzten badischen Schleißhanf findet man nur noch selten. Sein Anbau scheint nicht mehr zu lohnen, und er wird ersetzt durch russisches Material und durch verschiedene überseeische Bastfasern, insbesondere durch den aus mehreren Pisangarten gewonnenen Manilahanf. In den allerletzten Jahren haben auch Bulgarien, Serbien, Rumänien und Ungarn ein großes Interesse an der Einführung des Hanfbaues gezeigt und hat vor allem Ungarn bereits recht befriedigende Erfolge aufzuweisen.

Textabbildung Bd. 322, S. 566

Zur Anfertigung der Transmissionsseile kann man nur ausgesucht lange Fasern gebrauchen und es ist mit Rücksicht auf die Haltbarkeit der Seile nicht wie bei der Bindfadenfabrikation angängig, die langen Fasern vor dem Verspinnen in zwei oder drei Stücke zu zertrennen, um mit möglichst gleichartigen Maschinen von einer verhältnismäßig geringen Länge des Arbeitsfeldes auskommen zu können, sondern es muß das Hechelfeld sowohl bei den Anlegemaschinen als auch bei den Strecken so lang gewählt werden, daß selbst die längsten Fasern niemals von den Zuführungs- und Ablieferungswalzen gleichzeitig erfaßt werden können. Durch diesen Umstand ist es in erster Linie bedingt, daß die zum Verspinnen des kurzfaserigen russischen Materials gebräuchlichen Maschinen noch nicht wesentlich von den aus der Bindfadenfabrikation her bekannten Systemen abweichen, daß dagegen durch die immer mehr in Aufnahme kommende Verwendung des langfaserigen überseeischen Rohmaterials und besonders des Manilahanfes Neukonstruktionen entstanden sind, die sich von den in der Bindfadenfabrikation in Anwendung befindlichen Maschinen ganz wesentlich unterscheiden.

Auch der Grad, bis zu dem die verschiedenen in den Handel kommenden Hanfarten vorgearbeitet sind, ist sehr verschieden. Während das europäische Material in seinem Ursprungslande meistens nur gebrochen und geschwungen wird, so daß es in der Fabrik noch geruffert, sortiert und gehechelt werden muß, können Manilahanf und andere diesem ähnliche überseeische Bastfasern in der Regel ohne weiteres aus dem Ballen auf die Anlegemaschine aufgegeben werden.

Wie alles vorgehechelte Material brauchen auch die Hanffasern beim Spinnprozeß nicht erst in Vließform gebracht zu werden, sondern sie erhalten bereits auf der ersten Kämm- und Streckmaschine – in der Bastfaserindustrie Anlegemaschine genannt – die aus der Flachsund Baumwollspinnerei her bekannte Bandform. Auf einer oder auf mehreren hintereinander angeordneten Strecken werden alsdann in der üblichen Weise die Bänder durch Zusammenlegen und weiteres Ausziehen verfeinert, um schließlich auf einer besonderen, in dieser Gestaltung nur in der Seilfadenspinnerei gebräuchlichen Maschine ihre Drehung zu erhalten.

Es ist nicht Zweck dieser Zeilen, die Herstellung der Seile eingehend zu beschreiben, sondern es sollen nur diejenigen Maschinen besprochen werden, die eigens für die mechanische Seilfadenspinnerei neu konstruiert worden sind, und die sich in wesentlichen Punkten von den hisher in der Hanfspinnerei gebräuchlichen Ausführungsformen unterscheiden. Es können deshalb die Anlegemaschinen und Strecken für europäischen Hanf übergangen werden, da sie sich unmittelbar an die in der Bindfadenfabrikation gebräuchlichen Systeme anlehnen; nur haben sie ein entsprechend längeres Hechelfeld erhalten und sind demgemäß schwerer gebaut. Als besonders bemerkenswert dürfte zu erwähnen sein, daß man mit Rücksicht auf kleinere Betriebe dazu übergegangen ist, die erste und zweite Strecke zu vereinigen, indem man sechs Gänge nebeneinander legte, von denen die ersten zwei mit einer Ablieferung als erste und die andern vier mit ebenfalls einer Ablieferung als zweite Strecke dienen. In allerneuester Zeit ging man noch weiter und vereinigte sogar die Anlegemaschine mit der ersten und zweiten Strecke. Sowohl Combe, Barbour & Combe in Belfast als auch Seydel & Co. in Bielefeld nahmen den Bau derartiger Maschinen auf, und ist die letztere Ausführungsform mit nur drei Gängen in Fig. 1 dargestellt. Diese als Schraubenstrecke gebaute Maschine besitzt eine Strecklänge von 1650 mm und dient der erste Gang als Anlegegang, den das Material gewöhnlich einmal passiert, wogegen man das Strecken in zwei Zeitabschnitten vorzunehmen pflegt. Im ersten benutzt man die beiden Streckgänge gemeinsam und läßt die erzeugten beiden Bänder in eine Kanne zusammenlaufen, während man im zweiten das durch die Vereinigung entstandene Band getrennt auf die beiden Gänge aufgibt und jedes der beiden sich neu bildenden Bänder in eine besondere Kanne führt. Das Meter des fertigen Bandes wiegt in der Regel 25 gr und wird die Leistung der Maschine in zehnstündiger Arbeitszeit mit 300 – 400 kg angegeben.

Mehr noch wie die vorstehend beschriebene weichen die für Langhanf, also besonders die für Manila–, Sisal- und Neuseelandhanf gebauten Vorspinnmaschinen von den |567| bisher üblichen Ausführungsformen ab. Da das aus dem Ballen kommende Material nicht erst vorgehechelt wird, so muß die Anlegemaschine die Hechelarbeit z. T. mit übernehmen; man nennt sie deshalb auch vielfach Hechelmaschine oder breaker. Eine solche von The Watson Machine Company in Paterson N. Y. gebaute Hechelmaschine (double chain breaker) ist in Fig. 2 dargestellt. Sie hat mit den in der Flachs- und Hanfspinnerei gebräuchlichen Hechelmaschinen nicht das geringste gemein,; sondern gleicht eher einer Strecke, von der sie sich hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß zwei Hechelfelder hintereinander angeordnet sind, von denen das zweite sich mit wesentlich größerer Geschwindigkeit vorwärts bewegt wie das erste. Auch hat man das Prinzip der Schraubenstrecke verlassen und Kettenstreckwerke gewählt. Da bei diesen die Hechelstäbe über Kettenräder laufen, so würden die Hechelnadeln bogenförmig streichend in den Hanf eintreten und diesen ebenso wieder verlassen, wenn nicht durch eine besondere Führung dafür gesorgt wäre, daß die Hechelzähne stechend, d.h. in der Richtung ihrer Achse mit den Spitzen aufsteigend in den Hanf eindringen, und sich auch wieder mit senkrechter, ziehender Bewegung aus demselben los machen. Diese Führung besteht darin, daß jeder Stab an seinen beiden Enden zwei Zapfen hat, von denen sich der eine in gewöhnlicher Weise in das Kettenrad einlegt, während der andere durch eine besonders gestaltete Führung beeinflußt wird.

Textabbildung Bd. 322, S. 567

Damit das Material beim Eintritt in das Hechelfeld nicht in Unordnung gerät, sind am Anfang eines jeden Hechelfeldes korbartige aus Rundeisenstäben gefertigte Walzen vorgesehen, welche die Hanffasern in die Hechelnadeln hineindrücken, wie dies in Fig. 2 recht wohl ersichtlich ist. Entsprechend dem langfaserigen starken Material sind auch alle Teile der Maschine äußerst kräftig konstruiert. Es fanden sich an einem solchen double chain breaker die folgenden Abmessungen:


Bezeichnung
I. Hechel-
feld
II. Hechel-
feld
1525 1245
Länge des Hechelfeldes mm 2770
Breite des Hechelfeldes mm 300 300
Größte Bandbreite mm 250 250
Entfernung d. Hechelstäbe voneinander mm 95 89
Entfernung d. Hechelnadeln voneinander mm 22 19
Stärke der Hechelnadeln mm 10 8
Länge der Hechelnadeln mm 130 100
Anzahl der in der Minute in das Feld ein-
tretenden Hechelstäbe

40

240
Verzug 8–10 fach

Mit einer derartigen Maschine vermag man etwa 5000 kg Manilahanf in zehnstündiger Arbeitszeit vorzuhecheln.

Je nach den Ansprüchen, die man an die Feinheit des herzustellenden Gespinnstes stellt, läßt man das auf der Hechelmaschine gebildete Band noch über eine oder zwei weitere ganz ähnlich konstruierte Maschinen (double chain spreader genannt) gehen, indem man jedesmal auf einen Gang 2 – 12 Bänder gleichzeitig einlaufen läßt. In kleineren Betrieben behilft man sich aus leicht ersichtlichen Gründen mit einer möglichst geringen Anzahl von Maschinen und sucht die erforderliche Feinheit des Bandes dadurch zu erreichen, daß man das Material mehrere Male ein und dieselbe Maschine durchlaufen läßt.

Ordnet man nach der Hechelmaschine noch zwei solcher Streckmaschinen (spreader) an, so sind die Abmessungen derselben bei den Ausführungen von The Watson Machine Company die folgenden:


Bezeichnung
I. Hechel-
feld
II. Hechel-
feld
Entfernung von Mitte Kettenantrieb zu
Mitte Kettenantrieb mm

1830

1830
Anzahl der Hechelstäbe in jeder Kette mm 58 58
Kettenteilung mm 76 76
Breite des Hechelfeldes mm 330 330
Entfernung d. Hechelnadeln voneinander mm 16 (14) 16 (14)
Anzahl d. Hechelnadeln eines jed. Stabes mm 22 (24) 22 (24)
Durchmesser der Hechelnadeln mm 6,5 (5,6) 6,5 (5,6)
Länge der Hechelnadeln über dem Stabe mm 92 92
Verzug 10-12 fach 10-12 fach

Beide Streckmaschinen, von denen die erste in Fig. 3 dargestellt ist, haben fast genau die gleichen Abmessungen; wo die der zweiten von denen der ersten abweichen, sind die für die zweite gültigen Zahlen in ( ) beigefügt.

Textabbildung Bd. 322, S. 567

Vielfach hat man auch die beiden Spreader zu einer Maschine vereinigt und die Hechelfelder nebeneinander angeordnet, was um so eher zulässig erscheint, als die Länge der einzelnen Felder und der Verzug bei beiden Maschinen genau die gleichen sind.

Das von dem zweiten Spreader kommende Band kann man entweder sogleich den Spinnmaschinen vorlegen oder man kann noch eine weitere Strecke mit nur einem Feld, die man dann drawing frame nennt, dazwischen schalten. In der Fig. 4, welche diese letzte Strecke darstellt, ist besonders gut ersichtlich, in welcher Weise die Stäbe einer Kettenstrecke durch geeignete Führung ihrer zweiten Zapfen gezwungen werden, senkrecht in die Fasern einzutreten.

Das Hechelfeld einer derartigen Maschine ist nur 1300 mm lang und somit kürzer wie die längsten Fasern. Damit diese trotzdem nicht auf der Maschine zerreißen, werden die Einzugswalzen nur durch einen verhältnismäßig geringen Federdruck gegeneinander gepreßt, so daß sie dem Zuge der Fasern nachgeben können.

Eigenartig sind bei diesen Maschinen die Streckwalzen (front rollers) ausgebildet. Da durch das spröde Material der sonst übliche Lederbelag der Streckwalzen sehr stark angegriffen wird, so daß die Walzen häufig nachgedreht und erneuert werden müssen, so hat man |568| die beiden Streckwalzen durch ein System von sechs Walzen ersetzt, von denen vier als die eigentlichen Streckwalzen angesehen werden können. Dieselben sind zu zwei übereinander liegenden Walzenpaaren vereinigt, von denen das eine hinter dem anderen liegt. Sowohl über die beiden oberen von diesen Walzen als auch über die beiden unteren läuft je ein endloses Lederband, das durch eine obere bezw. untere nachstellbare Walze straff gespannt wird.

Die obere sehr schmal gehaltene Ablieferungswalze läuft in einer in die untere Walze eingedrehten Nut. Beide Walzen werden durch starke Federn gegeneinander gepreßt.

Textabbildung Bd. 322, S. 568

Ist das Band genügend gestreckt und gehechelt, so muß ihm noch die zur Bildung des Seilfadens erforderliche Drehung erteilt werden. Es geschieht dies auf einer sogenannten automatischen Spinnmaschine (spinning Jenny), die in ihrer Anordnung und Arbeitsweise ganz wesentlich von den sonst in der Hanf-, Flachs- und Jutespinnerei gebräuchlichen Rovingmaschinen abweicht. Fig. 5 stellt eine solche Maschine in der Ansicht und Fig. 6 eine sehr ähnliche Konstruktion mit etwas verändertem Antrieb im Schnitt dar. Beide Ausführungen stammen von der Firma Seidel & Co. in Bielefeld.

Es ist allgemein üblich, die automatischen Spinnmaschinen mit zwei wagerecht gelagerten Spindeln zu bauen, von denen eine jede vollständig unabhängig von der anderen angetrieben wird. Vor den Spindeln ist in gleicher Weise wie bei den in der übrigen Hanfspinnerei gebräuchlichen Rovingmaschinen ein Hechelfeld vorgelagert, welches das von der letzten Strecke kommende durch die Walzen A und den Trichter B (Fig. 6) zugeführte Band noch weiter ordnet und verfeinert. Die Länge dieses Hechelfeldes schwankt zwischen 1370 und 1600 mm.

Wie bereits erwähnt, wiegt das laufende Meter des auf die automatischen Spinnmaschinen aufgegebenen Bandes, sofern es sich um Manilahanf handelt, gewöhnlich ungefähr 25 g. Auf dem als Kettenstrecke ausgebildeten Hechelfeld findet sodann noch ein 5–7 facher Verzug statt, entsprechend dem Gewicht der fertigen Seilfäden, von denen in der Regel 215 m (Garn No. 3) oder 260 m (Garn No. 4) 1 kg wiegen.

Der Abstand der einzelnen Hechelstäbe voneinander beträgt bei den automatischen Spinnmaschinen meistens 50,8 mm; die Breite des Hechelfeldes schwankt zwischen 65 und 90 mm, während die Nadelteilung gewöhnlich ¼ '' = 6,4 mm beträgt bei einer Nadellänge (über den Stäben gemessen) von 28,5–32 mm und einer Nadelstärke von 1 ½ mm.

Textabbildung Bd. 322, S. 568
Textabbildung Bd. 322, S. 568

Das durch das Streckwerk genügend verfeinerte Band gelangt nach dem Verlassen des Hechelfeldes zu einer Vorrichtung C, die verhindert, daß sich die den Fasern von der Spindel aus erteilte Drehung auf das Band überträgt, so lange das letztere noch der Einwirkung der Hechelnadeln ausgesetzt ist. Diese Vorrichtung, „nipper“ genannt, soll tatsächlich die Hand des auf der Seilbahn entlang schreitenden Spinners ersetzen. Sie findet sich einzig und allein bei den automatischen Seilfadenspinnmaschinen, wogegen bei allen übrigen den gleichen Zweck dienenden Maschinen die Zuführwalzen das Uebertragen der Drehung verhindern. Der Nipper C besteht aus einem Paar Stahlbacken, zwischen denen hindurch das Band, das beim Heraustreten seine Drehung erhält, gleitet. Eine Feder, welche bei neueren Konstruktionen vielfach auch durch ein Gewicht ersetzt ist, preßt die Backen aufeinander und verhindert, daß die Drehung sich weiter nach rückwärts |569| überträgt; sie läßt dagegen zu, daß dickere und ungleichere Stellen des Bandes die Backen passieren, ohne daß der Faden abreißt.

Von dem Nipper C aus gelangt der Seilfaden durch den hohlen Schaft D der Spindel S über zwei vierrillige Transportwalzen E und E1 zur Spule F, auf der er sich aufwickelt. Auch die mehrrilligen Zuführungswalzen, die in dieser Gestaltung an Seilereimaschinen noch mehrfach wiederkehren, finden sich bei den automatischen Spinnmaschinen zum ersten Male angewendet.

Die eigentliche Spindel S wird von der Hauptwelle L aus durch die Zahnräder r1 und r2 angetrieben. Mit r1 steht außerdem noch ein auf der Welle G befestigtes Zahnrad r in Eingriff, das ebenso wie r2 aus Rohhaut gefertigt zu werden pflegt. Von G aus wird mittels eines über die Scheiben H und H1 laufenden sogenannten Schleppriemens die Spule F in Bewegung gesetzt, indem H1 auf einer hohlen Hülse aufgekeilt ist, die in einen Teller J endigt, der mittels zweier in die Spule eingreifender Ansätze dieselbe mitnimmt. Wird der sich auf F aufwickelnde Seilfaden zu straff gespannt, so gleitet der über H und H1 laufende Riemen derart, daß der Seilfaden zwar immer gespannt bleibt, daß seine Spannung aber niemals ein gewisses Maß überschreiten kann. Der Schleppriemen ist an Stelle der sonst bei Flügelspinnmaschinen üblichen Bremse getreten, die sich an den automatischen Spinnmaschinen nicht sonderlich bewährt hat, da sie sich infolge der hohen Umfangsgeschwindigkeit zu leicht erwärmt.

Von der Welle G aus werden auch mittels eines über die Scheiben O und O1 laufenden Riemens die mehrrilligen Transportscheiben E und E1 angetrieben, und ferner vermittels der Schnecke Q ein Fadenführer, der den Faden gleichmäßig an der Spindel hin und her führt, so daß eine regelmäßige Aufwicklung erfolgt. Zu dem Zwecke greift Q in ein auf der senkrechten Welle T befestigtes auf der Zeichnung (Fig. 6) nicht ersichtliches Schneckenrad. Von T aus wird mittels einer Schnecke und des Schneckenrades v die Welle x angetrieben, in die eine sich kreuzende Spiralnut eingearbeitet ist. In diese Nut legt sich ein Stift M, der in eine Verlängerung des um die Spindel S herumgreifenden Bügels N eingelassen ist. N ist außerdem noch durch zwei parallel zu H gelagerte Wellen geführt, die in Fig. 6 gleichfalls nicht ersichtlich sind.

Die Hauptwelle L wird durch die Los- und Festscheiben P und P1 angetrieben. Mit P1 ist ein Zahnrad r3 verbunden, das den Antrieb des Hechelfeldes vermittelt, wie dies deutlicher aus der Abbildung (Fig. 5) erkennbar ist; nur sitzen hier die feste und die lose Scheibe nicht unmittelbar auf der Hauptwelle L, sondern auf einer durch Kegelräder mit dieser verbundenen, quer zu ihr gelagerten Vorgelegswelle, so daß dadurch auch die Anordnung der Kegelräder r3 eine etwas andere geworden ist.

Damit die Spule F nicht bei unrichtiger Lage der Achse k herausfliegen kann, ist ein mit dem Ausrücker in Verbindung gebrachter Schieber y vorgesehen, der den Ausrücker sperrt, und der nicht zuläßt, daß die Maschine in Gang gesetzt wird, bevor k genau seine richtige Stellung einnimmt. Soll die volle Spule aus der Maschine herausgenommen werden, so muß zunächst der Antriebsriemen auf die Losscheibe gebracht werden und kann dann erst die Achse k herausgezogen werden.

Die Spindel S macht 1000 – 1200 Umdrehungen in der Minute. Da ein Seilfaden unter gewöhnlichen Verhältnissen etwa auf 15–20 mm eine Umdrehung erhält, so wird unter Berücksichtigung der unvermeidlichen Stillstände eine Spindel im Tage etwa 55–75 kg fertiges Gespinst herstellen, wie es auch in der Praxis tatsächlich der Fall ist.

(Schluß folgt.)

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