Titel: Tenacit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1907, Band 322/Miszelle 1 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj322/mi322is10_1

Tenacit.

Tenacit wird von der A. E. G. in dunkler, besonders aber schwarzer Farbe zur Herstellung elektrischer Isolierungen aus Asbest, Harz und alkalischen Erden als Hauptbestandteile erzeugt. Die Zusammensetzung ist je nach dem Verwendungszweck verschieden; mit ihr wechselt die Bearbeitungsfähigkeit. Herausarbeiten der Gebrauchsstücke aus Stangen, Röhren oder Platten ist im allgemeinen nicht zu empfehlen. Die Formgebung erfolgt daher durch Pressen. Hierbei ist große Genauigkeit der Stücke zu erzielen, zumal Tenacit nach dem Pressen nicht schwindet und in den meisten Qualitäten die feinsten Teile der Form gut ausfüllt. Die Zugfestigkeit des Tenacit soll angeblich zwischen 40 und 180 kg/qcm schwanken, der Erweichungspunkt zwischen 90 und 160° C. Die Druckfestigkeit soll bis zu 10000 kg/qcm betragen, die Durchschlagsfestigkeit, mit wachsender Feuerb[...]digkeit abnehmend, bis zu 100000 Volt bei 1 mm Wandstärke. Infolge der eigenartigen Zusammensetzung und der durch den hohen Pressendruck erzielten großen Dichte ist das Wasseraufnahmevermögen äusserst gering (0,66–1,7 v. H.) und daher die Widerstandsfähigkeit gegen klimatische Einflüsse, Frost und Seeluft, sowie gegen Säuredämpfe sehr groß. Bei geringen Anforderungen an die Festigkeit und Isolationsfähigkeit kann die Funkensicherheit, die z.B. bei Funkenlöscherzwischenteilen angesprochen wird, bis zur Unverbrennbarkeit gesteigert werden. Zähleranschlußklemmen und Apparatenteile werden aus einer nicht brennbaren Spezialqualität gefertigt, die auch als Einlage für Schaltergehäuse aus Tenacit verwendet wird.

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