Titel: Mittel zur Erhöhung der motorischen Leistungsfähigkeit von Torpedos.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1907, Band 322/Miszelle 1 (S. 653)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj322/mi322is41_1

Mittel zur Erhöhung der motorischen Leistungsfähigkeit von Torpedos.

Auf S. 535 u. f. des Jahrg. 1906 d. Zeitschrift sind vom Unterzeichneten die Vorteile der Verwendung überhitzter Druckluft zur Erhöhung der motorischen Leistungsfähigkeit von Torpedos dargelegt und eine hierzu geeignete Vorrichtung beschrieben worden.

Damals hat der Verfasser festgestellt, daß sich bei der Erhitzung der Druckluft um etwa 200° C von 17° auf 217° und Ausnutzung der Expansion bis auf – 3° C theoretisch eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Druckluft von 200 v. H, ergebe.

Auf S. 210 bezw. 716 d. Jahrg. 1907. der „Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens“ Pola, ist nun über gelungene Versuche mit der Anwendung überhitzter Druckluft, welche die bekannte Firma Whitehead & Co. in Fiume angestellt hat, berichtet, und es dürfte von Interesse sein, die Daten hier anzuführen.

Der verwendete Torpedo, ein normaler 45 cm Torpedo, hatte früher bei „kalten“ Lanzierungen bei Ausnutzung seiner ganzen Kraft auf 2000 m eine Geschwindigkeit von 25,63 Knoten erreicht, nach Ausrüstung mit den Apparaten für Ueberhitzung der Druckluft durchlief der Torpedo eine Strecke von 2000 m mit einer Geschwindigkeit von 35 Knoten, 3000 m mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten.

Es war also eine Vermehrung des Arbeitsvermögens um mehr als 100 v. H. zu konstatieren. Ein und dieselbe Torpedogröße kann mithin bei gleichbleibender Luftmenge auf die doppelte Distanz mit erhöhter Geschwindigkeit lanziert werden. Außerdem hat man noch den großen Vorteil, daß schwerwiegende Nachteile, wie zu große Abkühlung, besonders in kalten Gewässern, vermieden werden.

Solch große Geschwindigkeiten sind auf die angeführte Entfernung überhaupt noch nicht erreicht worden, und es ist zu erwarten, daß Torpedos, die speziell für überhitzte Luft gebaut sind, noch bessere Resultate erzielen werden.

Die Firmen Whitehead und Armstrong haben in den letzten Jahren Patente auf geeignete Ueberhitzungsapparate erworben, doch sei darauf hingewiesen, daß der Verfasser schon im Herbste 1904 auf die Zweckmäßigkeit der Ueberhitzung hingewiesen und die hierzu geeigneten Einrichtungen angegeben hat.

Alexander Simon, Dipl.-Ing.

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