Titel: Bericht über die Untersuchung: von Lampen usw.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1910, Band 325 (S. 651–654)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj325/ar325193

Bericht über die Untersuchung: von Lampen auf der Internationalen Ausstellung von Apparaten für Beleuchtung u. Erwärmung in St. Petersburg.1)

Von Professor v. Doepp, Petersburg.

I. Allgemeines über die Ausstellung.

Die Idee, eine Beleuchtungsausstellung zu eröffnen, ging von der Maschinenbausektion der Kaiserlichen Russischen Technischen Gesellschaft aus, welche der Ausstellung zur Aufgabe stellte:

1. Ein vollständiges Bild von dem gegenwärtigen Stande der gesamten Beleuchtungstechnik in ihren mannigfachen Anwendungen zu geben.

2. Dieses Bild auch den Laien zugänglich zu machen durch Organisation von stündlichen Führungen durch die Ausstellung unter Leitung von Spezialisten und von |652| populär-wissenschaftlichen Vorträgen über Beleuchtung und Erwärmung mit erläuternden Demonstrationen.

3. Eine Reihe systematischer Untersuchungen der verschiedenen Materialien, Apparate und Beleuchtungsmethoden in bezug auf ihre Wohlfeilheit, ihre bequemste Anwendungsart, ihre Feuersicherheit usw. auszuführen.

4. Die Entscheidung der wichtigsten praktischen Fragen auf diesem Gebiete zu fördern.

Die Ausstellung umfaßte folgende vier Abteilungen:

  • 1. Beleuchtung: Petroleum- und Spiritusglühlampen, gewöhnliche Gas- und Azetylenlampen, elektrische Bogen- und Glühlampen, Entzündungsvorrichtungen, Glühstrümpfe, Kohlen für Bogenlampen, Anwendungen von Mitteln zur künstlichen Verstärkung und Ausbreitung des Lichtes.
  • 2. Erwärmung: Petroleum-, Spiritus-, Benzin-, Gas- und elektrische Erwärmungsvorrichtungen; Löt- und Schweißapparate.
  • 3. Schutzvorrichtungen gegen Feuersgefahr bei Petroleum-, Gas- und elektrischen Beleuchtungs- und Erwärmungsapparaten, Vorrichtungen zur Aufbewahrung von leicht entzündbaren Gegenständen.
  • 4. Meßapparate für Gas und Elektrizität; Photometrie.

Außerdem waren Sammlungen ausgestellt: 1. des Herrn Romantschenko – ein historischer Ueberblick über die Beleuchtungsapparate von den ältesten Zeiten an; 2. der Gebr. Nobel – Modelle zur Geschichte der Petroleumlampe und Naphthaheizapparate (Forssunki); 3. des Ingen. Simon – Glühlampen; 4. des St. Petersburger Polytechnischen Instituts – Diagramme der Ergebnisse von Untersuchungen verschiedener Lichtquellen und der Methoden der Beleuchtung der Räumlichkeiten; 5. der St. Petersburger Städtischen Beleuchtungskommission – Daten und Diagramme, die Beleuchtung der Stadt Petersburg betreffend; 6. der Gesellschaft Helios – die Entwicklungsgeschichte der Elektrizitätsmesser in einer Reihe von Konstruktionen.

Der Untersuchungskommission wurden zur Ausführung verschiedener experimenteller und theoretischer Untersuchungen die Laboratorien des Polytechnischen und Elektrotechnischen Instituts, der Kaiserl. Russischen Technischen Gesellschaft und der Haupteichkammer zur Verfügung gestellt.

Zur Untersuchung der Straßenlaternen (Petroleumglühlaternen) waren solche auf einem großen Platze (dem Marsfelde) aufgestellt und einer zehntägigen beständigen Beobachtung unterworfen worden.

II. Beschreibung der photometrischen Untersuchungen von Laternen und Lampen im Laboratorium des St. Petersburger Polytechnischen Instituts und der Beobachtungen auf dem Marsfelde.

Zur Aufgabe der Expertenkommission gehörte unter anderem die Wertschätzung der Ausstellungsobjekte als Lichtquellen. Zu diesem Zweck wurden im photometrischen Laboratorium des St. Petersburger Polytechnischen Instituts photometrische Untersuchungen unter der Kontrolle des Vorstandes Professor M. A. Chatelaine und des Laboranten A. I. Andrejewsky vorgenommen. Nach dem von der Expertenkommission ausgearbeiteten Programm umfaßten die Untersuchungen folgende Bestimmungen:

A. Glühlampen.

  • 1. Die Verteilung des Lichtes in der wagerechten Ebene (für je 10°),
  • 2. die Verteilung des Lichtes in der senkrechten Ebene (für je 10°),
  • 3. die Berechnung der mittleren wagerechten und der mittleren sphärischen Lichtstärke,
  • 4. die Veränderung der mittleren wagerechten Lichtstärke bei Schwankungen der Spannung um ± 10 v. H.,
  • 5. die Bestimmung des Energieverbrauchs für die mittlere wagerechte und die mittlere sphärische Einheit nach Hefner,
  • 6. die Veränderungen der Lichtstärke nach 100- und 200 stündiger Brenndauer.

B. Bogenlampen.

  • 1. Die Verteilung des Lichtes in der senkrechten Ebene (für je 10°),
  • 2. die Absorption des Lichtes durch die Kuppel,
  • 3. die Berechnung der mittleren sphärischen und der halbsphärischen Lichtstärke für die untere Halbsphäre,
  • 4. die Berechnung des Energieverbrauchs für die mittlere, sphärische und halbsphärische Einheit nach Hefner,
  • 5. der Verbrauch von Kohlenstiften in einer Stunde.

C. Petroleum-, Spiritus- und Benzin-Glühlichtlampen und -Laternen.

  • 1. Die Verteilung des Lichtes in der senkrechten Ebene,
  • 2. die Berechnung der mittleren sphärischen und halbsphärischen Lichtstärke,
  • 3. die Berechnung des Verbrauches von Brennmaterial für die wagerechte, sphärische und halbsphärische Einheit nach Hefner,
  • 4. die Veränderung der Lichtstärke nach 24 und 180 bis 220 Stunden ununterbrochenen Brennens (am Schluß der Periode mit dem alten und einem neu eingehängten Glühstrumpf),
  • 5. die Veränderung der Lichtstärke während der Zeit einer einmaligen Füllung (für Laternen).

Bei den Untersuchungen wurden für Lichtquellen von bedeutender Lichtstärke (Bogenlampen und Glühlichtlaternen) Photometer nach F. Brodhun (Firma Schmidt & Jaensch in Berlin) sowie von L. Weber (Firma A. Kruys in Hamburg) angewendet, für Lichtquellen von mittlerer und geringer Lichtstärke (elektrische Glühlampen, kleine geschlossene Bogenlampen, Glühlichte und Strümpfe) Photometer von Lummer und Brodhun (Firma A. Kruys) und Photometer Rousseau mit dem Bunschen Schirm (A. Kruys).

Die Untersuchungen der für Außenbeleuchtung bestimmten Petroleum- und Spiritus-Glühlichtlaternen.

Der Zweck dieser Untersuchungen war, den Einfluß der atmosphärischen Erscheinungen auf die speziell zur Straßenbeleuchtung bestimmten Laternen zu beobachten.

Der Untersuchung wurden 23 Petroleum-Glühlaternen und 2 Spiritus-Glühlaternen von 16 verschiedenen Systemen von 9 Firmen unterworfen. Das Verzeichnis siehe weiter unten in der Zusammenstellung der Resultate.

Die Laternen wurden auf dem Marsfelde in einem Abstand von je 50 m in 8 m Höhe aufgehängt. Die Untersuchungen dauerten zehn Tage, wobei folgendes beobachtet wurde: 1. die Brenndauer der Laterne, 2. die Menge des Brennmaterials, 3. die zum Herrichten und Anzünden der Laterne nötige Zeit, 4. der Zeitpunkt der Reinigung der Laterne, 5. die Regelmäßigkeit des Brennens, der Einfluß des Windes und anderer atmosphärischer Erscheinungen.

Alle Laternen wurden täglich gegen 9 Uhr morgens angezündet und gegen 11 Uhr abends ausgelöscht. Eine Ausnahme bildete die Laterne „Triplex“ der Gesellschaft Swet, die ein verhältnismäßig kleines Reservoir besitzt und nur 11–12 Stunden brennen kann. Daher wurde sie erst gegen 1-2 Uhr nachmittags angezündet, um sie während der Abendstunden zu beobachten.

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Täglich begann man mit dem Anzünden bei einer anderen Laterne und zwar der Reihe nach; dasselbe geschah beim Auslöschen, wobei die an dem betreffenden Tage zuerst angezündeten Laternen zuletzt ausgelöscht wurden, um sie solange als möglich beobachten zu können, während diejenigen Laternen, die am nächsten Morgen angezündet werden sollten, zuerst ausgelöscht wurden, um den Monteuren die Ruhezeit nicht zu verkürzen.

Das Petroleum (der Firma Gebr. Nobel) und der Spiritus wurden bereits am Vorabend in Behälter eingefüllt. Jede Laterne hatte ihren eigenen Behälter, der im Laboratorium der Russischen Technischen Gesellschaft abgewogen, mit einer Plombe versehen und am Morgen den Monteuren abgeliefert wurde. Das bei den Untersuchungen angewandte Petroleum wurde im Laboratorium der Kaiserlichen Russischen Technischen Gesellschaft unter der Leitung von Prof. N. W. Sokolow einer Prüfung unterworfen.

Alle auf dem Marsfelde erfolgten Aufzeichnungen über die Versuche hatte Ingenieur W. P. Swetschin zu machen, unter dessen Anleitung mehrere Studenten arbeiteten.

Die Kontrolle der Laternen war, wie folgt, organisiert: Vor Beginn der Untersuchung wurden die Lampen untersucht, mit Plomben und Nummern versehen und dann den Besitzern übergeben, die sie aufhängten. Vor dem Versuch wurde festgestellt, daß die Reservoire leer waren, dann wurden sie aus dem entsprechenden Behälter gefüllt und die Laterne angezündet. Wenn nach der Füllung der Laterne im Behälter noch Petroleum nachblieb, so wurde der Behälter wieder mit einer Plombe versehen. Nachdem die Laterne emporgezogen worden war, wurde sie mit Draht am Pfahl angebunden und plombiert, so daß es unmöglich war, sie herabzulassen, ohne Draht und Plombe zu beschädigen. Wenn eine Laterne während des Tages herabgelassen werden mußte, durfte das nur in Anwesenheit eines Aufsichtführenden geschehen, der sie dann wieder mit einer Plombe versah.

Beim Auslöschen wurde die Plombe besichtigt, die Laterne herabgelassen und ausgelöscht, darauf wieder plombiert und emporgezogen.

Nach Beendigung der Untersuchung wurden die Laternen der Reihe nach herabgelassen, gründlich besichtigt und unter Aufsicht in das Laboratorium der Technischen Gesellschaft gebracht, wo der Rest des Brennmaterials aus dem Reservoir ausgegossen und abgewogen wurde.

Nach dem Anzünden sämtlicher Laternen blieben stets die Aufsichtführenden auf dem Marsfelde. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in Tab. 1 (s. später) zusammengestellt.

III. Die Untersuchung der Apparate für Glühlichtbeleuchtung.

Die erste Sektion der Kommission hatte folgende Ausstellungsgegenstände zu untersuchen:

  • 1. die Glühstrümpfe für Gas-, Spiritus und Petroleum-Glühlichtbeleuchtung;
  • 2. die Petroleumglühlampen;
  • 3. die Spiritusglühlampen;
  • 4. die Gasolin- und Benzinglühlampen;
  • 5. den Apparat von E. J. Krsheminsky für Erzeugung von Luftgas;
  • 6. das ausgestellte Kalziumkarbid.

Präsident der Sektion war Prof. G. v. Doepp, Sekretär Prof. I. Holmogoroff.

A. Versuchsprogramm.

Der Expertise wurde folgendes Programm zugrunde gelegt:

a) Petroleumglühlampen.

α) Dochtlampen (ohne Druck).

1. Die Prüfung der Konstruktion.

a) Die Art der Lampe (Tisch- oder Hängelampe).

b) Der Brenner (seine Größe und Beschaffenheit).

c) Der Docht (sein Gewebe, die Schnelligkeit, mit der das Petroleum durch den Docht zum Brenner gelangt).

d) Der Zylinder (seine Form und Größe, seine Erwärmung und der Luftzug).

e) Der Glühstrumpf (Größe, Zerstörbarkeit als Funktion der Größe, der Befestigungsart und der Qualität des Gewebes).

2. Die Prüfung der Lampen während einer Brenndauer von mindestens sechs Stunden.

3. Photometrische Beobachtungen im Zusammenhange mit der Bestimmung: a) des Petroleumverbrauches f. d. Kerze; b) der Temperatur im Reservoir; c) des Fallens und Steigens der Flamme; d) des Einflusses der Lampe auf die Luft in den Räumen und e) der Kompliziertheit der Konstruktion, der Einfachheit des Umganges und der Reinigung und der Kosten des Ersatzes der dem Verbrauch ausgesetzten Teile.

4. Schlußfolgerungen der Sektion: a) Die Anwendbarkeit der Lampen für die vom Aussteller hingewiesenen Zwecke; b) die Billigkeit der Benutzung; c) die Tauglichkeit der Lampe als billige Lichtquelle für weitere Kreise und verschiedene besondere Zwecke; d) die Feuergefährlichkeit der Lampe; e) verschiedene charakteristische Eigentümlichkeiten der Lampe.

β) Lampen mit Druck.

1. Die Prüfung der Konstruktion.

a) Die Art der Lampe (für Außen- oder Innenbeleuchtung).

b) Die Lichtstärke nach Angaben des Ausstellers.

c) Der Regulator (seine Empfindlichkeit, die Einfachheit der Einrichtung, die Gefährlichkeit der Lampe bei verdorbenem Regulator).

d) Der Verdampfer. Seine Konstruktion als Dampferzeuger; Ueberhitzung der Dämpfe; die Geschwindigkeitsverhältnisse der Dämpfe in der Düse. Die Vorzüge der senkrechten oder wagerechten Lage des Verdampfers im gegebenen Falle. Die Ablagerung von Teer und Koks im Verdampfer mit Rücksicht auf die Konstruktion, Wärmereflektoren für den Verdampfer und Vorrichtungen zur Erhaltung einer gleichmäßigen Temperatur.

Die Verstopfung des Verdampfungsrohres; der Querschnitt des Rohres bei völlig offenem Hahn. Die Bedeutung der in den Verdampfer eingestellten Filter.

Vorrichtungen für die Reinigung des Verdampfungsrohres. Nadeln mit Vorrichtungen, die ein Einführen während des Brennens ermöglichen.

Die Prüfung der Verdampfer während einer 14stündigen Arbeit im Freien bei niedriger und Zimmertemperatur. Beobachtung der Koks- und Teerbildung; ihr Einfluß auf das Sinken der Lichtstärke. Die Möglichkeit der Zerstörung des Verdampfers bei andauernder Ausnutzung. Die Abkühlung des Verdampfers durch das zuströmende Brennmaterial.

e) Die Brennerkrone. Die Größe und Form derselben, die Dichtigkeit der Nickelnetze, die Befestigungsart. Die Erwärmung der Krone. Die Befestigungsarten der Glühstrümpfe im Zusammenhange mit der Größe der letzteren und dem Durchmesser der Brennerkronen. Die Vorzüge von Magnesia- oder Metallstiften. Der Abstand zwischen dem Verdampfer und der Krone.

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f) Die Mischungsröhre. Ihre Einrichtung. Die Erwärmung der Gase durch die Mischungsröhre; ihr Einfluß auf das Brennen. Das Volumen der Mischungsröhren und der Vermischer; ihre Abkühlung durch die Außentemperatur.

g) Die langen Leitungen; der Durchmesser derselben. Die Zufuhr von Petroleum auf größere Entfernungen. Die Verstopfung der Leitungen. Die Möglichkeit des Einfrierens des in den Leitungen befindlichen Wassers. Gefahren bei geplatzter Leitung. Die Ausbesserung der Leitung.

h) Die Flamme der Lampe, ihre Farbe und Höhe über der Brennerkrone. Die Bedeutung der kornblumenblauen Färbung. Die Temperatur der Flamme. Die Wärmeausbreitung in wagerechter und senkrechter Richtung. Die Verkleinerung der Flamme durch geringeren Druck im Luftreservoir. Die Höhe und Breite der Flamme.

i) Reservoire für Petroleum und Luft. Ihr Material und ihre Haltbarkeit. Das Fallen des Druckes im Reservoir. Die Lage der Reservoire; der von ihnen ausgehende Schatten, ihre Entfernung von der Lampe. Die Gefährlichkeit der Anordnung von sehr geräumigen Reservoiren. Die höchste Temperatur der Flüssigkeit im Reservoir. Das Maximum des in Lampen und Reservoiren zulässigen Druckes. Die Größe des Reservoirs und die Angabe der Brenndauer einer Füllung.

k) Die Armatur der Lampe: Manometer, Hähne (für Luft und Petroleum), Pfropfen und andere Verschlüsse. Stopfbüchsen und Verbindungsteile. Wahl des zu diesen Teilen verwendeten Metalles. Der Einfluß der Temperatur und des Druckes auf die Armatur.

1) Die Garnitur der Laterne. Die Dauerhaftigkeit der Konstruktion der Laterne selbst. Die Eleganz der Formen. Matte und farbige Kuppeln und ihre Drahtnetze. Die Bequemlichkeit des Anzündens. Zylinder und Kuppeln aus Hartglas, das unter Regen und Kälte nicht leidet. Prüfung der Kuppeln bei plötzlicher Abkühlung durch Wasser. Deckel und Hauben zum Schutz gegen den Wind und für ungehinderten Austritt der Abgase. Die Reflektoren, ihr Baustoff, Befestigung und Betriebssicherheit.

m) Die Entzünder: Selbstentzünder für Spiritus und Benzin, der Verbrauch des Brennmaterials. Die zum Anzünden nötige Zeit. Die vorhandenen Schutzvorrichtungen, um das Abtropfen des Petroleums zu verhüten; die Ursachen des Abtropfens. Die Dauerhaftigkeit des Lampenverschlusses.

n) Der Glühstrumpf (siehe α e).

2. Die Prüfung der Lampen während einer Brenndauer von mindestens sechs Stunden (siehe α 2). Die Bequemlichkeit und Kompaktheit der Lampe beim Aufhängen. Die Absorption des Lichtes durch die Glaskuppeln und die Schatten von den verschiedenen Teilen der Garnitur.

3. Photometrische Beobachtungen (siehe α 3).

4. Schlußfolgerungen der Sektion (siehe αA).

Anmerkung: Bei Lampen, die mit CO2 arbeiten, müssen auch die Ballons, ihre Konstruktion und Handhabung untersucht werden.

γ) Lampen ohne Druck.

Siehe Abteilung β, 1–4. Außerdem muß bemerkt werden: Ob die Regulierung der Luft und die Mischungsqualität durch die Mischungsröhren, die Vermischer und die Zugröhre gesichert werden; wie die Zugröhren arbeiten (ihre Höhe und Erwärmung); wie der bogenförmige Verdampfer in dem Teile, der sich über dem Niveau des Petroleumreservoirs befindet, konstruiert ist; welche mechanische Vorrichtungen vorhanden sind um geruchloses Löschen der Lampe zu ermöglichen.

b) Spiritus-Glühlampen.

α) Dochtlampen mit Dampfbildung.

Siehe Abteilung aα, 1–4. Ferner ist besonders zu beachten:

  • 1. Die Lichtstärke und der Spiritusverbrauch für die Kerze und Stunde,
  • 2. die Gleichmäßigkeit des Lampenlichtes,
  • 3. die Gefahrlosigkeit bei Feuerschäden und Explosionen,
  • 4. die Dauer und Gefahrlosigkeit des Anzündens und Auslöschens,
  • 5. die Einfachheit der Konstruktion und der Handhabung,
  • 6. das bequeme Ersetzen des Dochtes und der anderen Teile,
  • 7. ob die Lampe geräuschlos brennt,
  • 8. der Einfluß des Windes und der niedrigen Lufttemperatur auf die Regelmäßigkeit des Brennens,
  • 9. wie bald die Beteerung des Dochtes eintritt,
  • 10. die Zusammensetzung der Brennprodukte und das Vorhandensein von Kohlenstoffoxyd,
  • 11. ob die Flamme die Lampenteile zerstört.

β) Laternen oder Lampen für intensive Beleuchtung.

Die Untersuchung kann nach dem Programm für Petroleum-Glühlampen vorgenommen werden.

Anmerkung: Die Lampen werden mit denaturiertem Spiritus geprüft während 500 Stunden mit Bestimmung der Lichtstärke und des Spiritus Verbrauches a) nach 24stündiger Brenndauer, b) nach einer Dauer von 180 bis 220 Stunden und c) von 480–520 Stunden, wobei die Lichtstärke und der Spiritusverbrauch im letzteren Fall mit alten und neuen Glühstrümpfen bestimmt werden soll. Der denaturierte Spiritus von 92° besteht aus 5 Volumenprozenten Holzspiritus, 1 v. H. Pyridin und 0,1 v. H. Lösung violetter Farbstoffkristalle in Spiritus im Verhältnis von 0,4 g Farbstoff zu 1 l Spiritus.

γ) Programm der photometrischen Untersuchung der Gas-, Spiritus- und Petroleum-Glühlampen.

1.

2.
Die Lichtverteilung in der wagerechten
Ebene,
die Lichtverteilung in der senkrechten
Ebene,
mit durch-
sichtigen
Kuppeln
3. die Berechnung der mittleren wagerechten, sphärischen
und halbsphärischen Lichtstärke,
4. die Bestimmung des Materialverbrauchs für die wage-
rechte, sphärische und halbsphärische Kerze,
5. die Bestimmung der Veränderungen der Lichtstärke
nach 24, 180–220, 480–520 Stunden,
6. Spektralanalyse der Strahlen,
7. die Wärmeausstrahlung,
8. die Dauerhaftigkeit der Glühstrümpfe bei Erschütterun-
gen in kaltem und glühendem Zustand.

Anmerkung 1. Bei Lampen, die zu photographischen Zwecken verwandt werden können, wird auch die Intensität der Wärmestrahlen untersucht.

Anmerkung 2. Bei Lampen, die für geschlossene Räumlichkeiten bestimmt sind, werden die ausgeschiedenen Gase untersucht.

(Fortsetzung folgt.)

Auszug aus dem offiziellen Bericht in der Zeitschrift der kaiserlichen Russischen Technischen Gesellschaft. Der Bericht über die 1908 stattgehabte Ausstellung erschien so spät, daß wir erst jetzt darüber Mitteilung machen können.

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