Titel: Zuschriften an die Redaktion.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1910, Band 325/Miszelle 1 (S. 272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj325/mi325is17_1

Zuschriften an die Redaktion.

(Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.)

Im Heft 8 bringen Sie unter „Polytechn. Rundschau“ einen kleinen Artikel über Lokomotiv-Feuerbuchsen und möchte ich hierzu folgendes bemerken:

Die Lebensdauer von schmalen Feuerbuchsen, d.h. von etwa 1 m Breite ist gegenüber denjenigen von größerer Breite eine längere, weil der Rost gleichmäßiger beschickt werden kann. Es ist nämlich nicht leicht, einen langen Rost gleichmäßig mit Feuerungsmaterial zu beschicken, noch schwerer ist dies aber bei breiten Rosten. Das Aufbringen der Kohle erfolgt mittels einer Schaufel durch ein verhältnismäßig schmales Feuertürloch, und es gehört eine große Geschicklichkeit dazu, um mittels einer kurzen Kippbewegung die Kohle seitlich nach den Feuerbuchswänden zu werfen.

Diese Geschicklichkeit hat aber mancher Heizer auch oftmals nach langen Dienstjahren nicht erreicht; auch ist das Beobachten des Seitenfeuers, namentlich in den Ecken sehr schwer, so daß es häufig vorkommt, daß die Feuerbuchswände entweder durch übermäßiges Aufwerfen von Kohle Schlackenansätze bekommen, oder daß der Rost an den Seiten von Feuerungsmaterial entblößt ist.

Diese zeitweise Entblößung der Roste und die dadurch bedingte wechselnde Abkühlung und Wiedererhitzung ist für die Feuerbuchsen überaus schädlich und ruft eine relativ schnelle Zerstörung derselben hervor, welche meist an den Stehbolzen beginnt. –

Hochachtungsvoll

Max Beckmann, Betriebs-Ingenieur.

Das erwähnte Referat ist der gekürzte aber sinngemäße Inhalt eines längeren Aufsatzes der angegebenen Zeitschrift. In diesem Bericht wird von einer schwierigen Beschickung der weiten Feuerbuchse nicht gesprochen. Diese ist aber, wie dies obige Zuschrift aus der Praxis ausführt, sicherlich vorhanden, und hat dementsprechend auf ein gleichmäßiges Beschicken der Rostfläche mit Kohle großen Einfluß. Durch ein ungleichmäßiges Feuer werden aber die Feuerbuchsenwände stark beansprucht und ihre Lebensdauer verringert. Da das Lokomotivpersonal in Amerika gewöhnlich weniger gut ausgebildet ist als bei uns, und da dort auch, um die Lokomotiven besser ausnutzen zu können, gewöhnlich doppeltes Bedienungspersonal für eine Lokomotive vorhanden ist, so werden in Amerika die Lokomotiven weniger sorgfältig bedient. Aus diesem Grunde mag sich der Nachteil der Feuerbuchsen weiter Bauart in diesem Lande besonders stark bemerkbar machen.

Der Grund dieser schnelleren Zerstörung kann aber nicht allein in der schwierigen Brennstoffzuführung erblickt werden. Lokomotiven mit weiter Feuerbuchse haben oft zwei Feuerlöcher und in diesem Falle ist dann die Rostbeschickung kaum schwieriger als bei einer Lokomotive mit Feuerbuchse enger Bauart.

W.

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