Titel: Die elektromagnetische Separation von eisenhaltigem Schutt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1911, Band 326 (S. 148–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj326/ar326042

Die elektromagnetische Separation von eisenhaltigem Schutt.

Von Ingenieur Hubert Hermanns, Aachen.

Die moderne Entwicklung der Technik, die auf allen Gebieten eine mächtige Umwälzung sowohl in rein technischer Beziehung durch Vereinfachung, Verbilligung und Modifikation der Arbeitsprozesse als auch in wirtschaftlicher Hinsicht durch wesentliche Verschiebung der wirtschaftlichen Grundlagen hervorgerufen hat, hat auch dem Magneten ein weites Betätigungsfeld zugewiesen, indem man sich seine Eigenschaft, Eisenteile anzuziehen, festzuhalten und bei gegebenen Bedingungen wieder freizugeben, zunutze gemacht hat. Zunächst dient er als arbeitsparende Maschine in seiner Anwendungsform als Hebemagnet zum Verladen und Transportieren von Eisenstücken jeglicher Art, sowohl als Roh- als auch Fertigmaterial. Besonders als Roheisenmasselverladeapparat springt seine wirtschaftliche Bedeutung in die Augen, indem die schwere Arbeit des Masselverladens von Hand durch einen an irgend ein Hebezeug angehängten Magnet ersetzt werden kann. Außerdem ist es möglich, mit Hilfe von wassergekühlten Magneten glühende Eisenstäbe zu heben, eine Arbeit, die von Hand, wenn überhaupt, nur unter Ueberwindung großer Schwierigkeiten und Gefahren für die damit betrauten Arbeiter ausgeführt werden könnte. Vorstehende Beispiele sollen dartun, welche Bedeutung dem Magneten gerade für die Eisenhüttenindustrie zugesprochen werden muß.

Allerdings würde man bei den zu bewegenden großen Lasten mit gewöhnlichen Permanentmagneten nicht auskommen, vielmehr bedingen dieselben die Verwendung von elektrisch erregten Magneten, deren Anziehungsvermögen einerseits sehr hoch gesteigert werden kann, die andererseits auch im Laufe der Zeit nichts von ihrer Leistungsfähigkeit einbüßen und die endlich noch den großen Vorteil aufweisen, daß die Regulierung und Steuerung in einfachster Weise sich vollzieht. Es ist daher nicht zu verwundern, daß der Ingenieur auch dort sich den Magneten dienstbar gemacht hat, wo es sich darum handelt, Eisenteile aus anderen Stoffen von schüttbarer Konsistenz auszusondern, teils zu dem Zwecke, um die Eisenteile zu gewinnen und wieder nutzbar zu gestalten, teils um das Separationsgut eisenfrei zu machen, wenn dieses zu seiner Weiterverarbeitung, wenn es beispielsweise noch einen Feinmahlapparat oder eine sonstige Zerkleinerungsmaschine zu passieren hat, einen solchen Zustand erfordert. Auch hier kommen in der Praxis heute fast ausschließlich durch den elektrischen Strom induzierte Magnete zur Anwendung, die sich in ihren Anschaffungs- und Betriebskosten zwar teuerer stellen als Permanentmagnete, deren Leistungsfähigkeit dafür jedoch wesentlich größer ist, so daß die etwas höheren Ausgaben beim Kauf und beim Betriebe reichlich wieder eingebracht und verzinst werden. Voraussetzung hierbei ist naturgemäß, daß die aufzubereitenden Mengen so groß sind, daß sich die Beschaffung einer solchen Einrichtung überhaupt wirtschaftlich erweisen kann.

Textabbildung Bd. 326, S. 148

Die zum Herauslesen von Eisenstücken aus nichtmagnetischem Material dienenden Magnete werden für kleinere zu separierende Mengen als Handmagnete ausgeführt und bestehen dann aus einem glockenförmig gebauten Körper, der in seinem Innern die Erregerwicklung trägt und an seiner Kopfseite mit einem Handgriffe versehen |149| ist (Fig. 1). In das untere Ende des Glockenkörpers ist der die magnetische Anziehung bewirkende Eisenstab eingeschraubt, mit welchem in dem aufzubereitenden Gut herumgerührt wird. Es liegt auf der Hand und folgt schon daraus, daß der Magnetapparat von Hand geführt werden muß, daß der mit dieser Aufbereitungsmethode erzielte Effekt nur ein geringer sein kann.

Angaben über Abmessungen, Stromverbrauch, Anziehungskraft und Gewichte solcher Handmagnete, wie sie von der Ernst Heinrich Geist Elektrizitäts-Aktiengesellschaft hergestellt werden, enthält Tab. 1.

Tabelle 1.

Abmessungen
des Glockenkörpers

Stromverbrauch
An-
ziehungs-
kraft
kg
Gewicht
des
Magneten
kg
Durchm.
mm
Höhe
mm
110 Volt
Amp.
220 Volt
Amp.
120 120 0,4 0,2 5 9
150 150 0,6 0,3 8 15
180 200 0,8 0,4 10 20

Aus dieser Tabelle geht vor allem hervor, daß der Verbrauch an elektrischer Energie von elektromagnetischen Separationseinrichtungen ein sehr mäßiger ist; da ja nicht ein eigentlicher Arbeitsstrom verbraucht wird, vielmehr der Strom nur durch die Spule geschickt wird, so ist dies natürlich nicht weiter verwunderlich. Dann aber zeigt sich, daß die wirksame Kraft bei den Handmagneten mit den kleinsten Abmessungen relativ am größten ist, daß sich also das Verhältnis von Anziehungskraft zum eigenen Gewicht des Magneten selbst in diesem Falle am günstigsten stellt. Immerhin kann man aber auch behaupten, daß das Arbeiten mit einem Handmagneten von 20 kg Eigengewicht, wozu noch das Gewicht der ausgelesenen, daran haftenden Eisenstücke kommt, so beschwerlich ist, daß hierfür besonders kräftige Leute erforderlich sind. In der Regel wird es sich hier empfehlen, den Magneten an irgend ein Hebezeug anzuhängen und dem bedienenden Arbeiter nur noch das Führen des Magneten zu überlassen.

Textabbildung Bd. 326, S. 149

Für größere zur Separation gelangende Mengen, die jedoch nur zeitweilig und in geringerem Umfange Eisenteile enthalten, wie dies gewöhnlich bei Mahlgut der Fall zu sein pflegt, kann ein feststehender Magnet nach Fig. 2 zur Anwendung gelangen. Derselbe wird in der Regel nach Fig. 3 in den Boden einer geneigten Schutt- und Zuführungsrinne vor dem Mahlapparat eingebaut, um das Mahlgut von den schädlichen Eisenteilen zu befreien und Brüchen und Beschädigungen der Mühle vorzubeugen. Das in die Rinne gegebene Material gibt beim Ueberlaufen über den Magneten an diesen seine Eisenbestandteile ab. Natürlich muß der Magnet von Zeit zu Zeit von den anhaftenden Eisenstücken gesäubert werden, da einerseits durch sie der geregelte Zufluß des Mahlgutes zum Zerkleinerungsapparat verhindert wird, und andererseits auch die Gefahr besteht, daß einzelne Eisenstücke durch das nachströmende Material von dem Magneten wieder abgerissen werden und so doch noch mit dem Mahlgut in die Mühle gelangen und diese zu beschädigen geeignet sind. Ein kontinuierlicher Betrieb, der bei allen mechanisch arbeitenden Einrichtungen, die ein großes Arbeitsquantum zu bewältigen haben, immer zu erstreben ist, wird also auch bei dieser elektromagnetischen Aufbereitungsmethode nicht erzielt.

Textabbildung Bd. 326, S. 149

Die nachstehende Tab. 2 gibt die für diese Magnetart in Betracht kommenden Daten in gleicher Weise wie für die oben behandelten Handmagnete an. Die Tabelle stützt sich ebenfalls auf Angaben der Ernst Heinrich Geist Elektrizitäts-Akt.-Ges.

Tabelle 2.

Abmessungen Stromverbrauch bei An-
ziehungs-
kraft
kg

Gewicht

kg
Länge
mm
Breite
mm
Höhe
mm
110 Volt
Amp.
220 Volt
Amp.
200 100 100 0,8 0,4 150 15
250 100 100 1,0 0,5 210 19
300 100 100 1,2 0,6 275 23
350 100 100 1,4 0,7 335 27
400 100 100 1,6 0,8 400 31
450 100 100 1,8 0,9 450 35
500 100 100 2,0 1,0 500 39
550 100 100 2,2 1,1 540 43
600 100 100 2,4 1,2 580 47
650 100 100 2,6 1,3 620 51
300 200 180 2,2 1,1 300 80
400 200 180 2,9 1,45 500 100
500 200 180 3,6 1,8 700 120
600 200 180 4,3 2,15 900 140
700 200 180 4,9 2,45 1100 160
800 200 180 5,5 2,75 1300 180
900 200 1,80 6,1 3,05 1500 200
1000 200 180 6,7 3,35 1700 220

Man ersieht aus dieser Tabelle, daß das Verhältnis von Anziehungskraft zum eigenen Gewicht ein ganz wesentlich günstigeres ist, als dies bei Handmagneten der Fall ist, was darauf zurückzuführen ist, daß das tote Gewicht dieser Magnete ein wesentlich geringeres ist als bei Handmagneten. In den meisten Fällen beträgt die Anziehungskraft mehr als das Zehnfache des Eigengewichtes des Magneten. Das Verhältnis stellt sich ungünstiger bei den Magneten, bei denen die Breite und Höhe des Magneten gesteigert erscheint.

Wird das zu reinigende Beschickungsgut, für die Mühle in heißem Zustande in diese eingebracht, so wird, um eine zu weitgehende Erwärmung des Magneten und der Magnetwicklung zu vermeiden, der Magnetkörper mit einer Kühlvorrichtung ausgerüstet. Die Stöpselvorrichtung für die Stromzuleitung befindet sich an der einen Schmalseite des Körpers. Um das Reinigen der Magnete von den anhaftenden Eisenstücken zu erleichtern, können diese auch aufklappbar in die Zuführungsrinnen eingebaut werden.

Sowohl in der Wirkungsweise als auch in den Konstruktionseinzelheiten entsprechen diesen Magneten im |150| allgemeinen solche mit walzenförmiger Ausbildung, die in gleicher Weise in die Zuführungsrinne vor der Mühle eingebaut werden. In manchen Fällen ist die Anwendung dieser runden Magnete deswegen vorzuziehen, weil die festgehaltenen Eisenteile von selbst infolge ihrer eigenen Schwere nach unten gleiten, also keine Behinderung in der Materialzuführung verursachen. Werden nun diese elektromagnetischen Walzen für rotierende Anordnung mit Schleifringen und Bürsten ausgerüstet, so kommt man auf die weiter unten besprochenen, stetig und selbsttätig arbeitenden Elektromagnet-Trommeln, die weitaus in den meisten Fällen heute zur Anwendung gelangen, insonderheit dort, wo große Materialmengen aufbereitet werden müssen. Einen anderen Weg schlägt die Maschinenbauanstalt Humboldt in solchen Fällen ein, wo wie bei den vorstehend behandelten feststehenden Magneten Zerkleinerungsmaschinen von etwa dem Aufbereitungsgut anhaftenden Eisenteilen befreit werden sollen, wo sich aber ein kontinuierlicher und selbsttätiger Betrieb deshalb nicht wirtschaftlich erweisen könnte, weil der auszuscheidende Eisengehalt zu gering ist. Die genannte Firma verwendet Magnete in Hufeisenform nach Fig. 4, deren beide Schenkel außen die Erregerwicklung tragen. Dieselben können sowohl über der Transport- oder Zuführungsrinne aufgehängt werden, so daß die Eisenteile aus dem Beschickungsgut herausgehoben werden, oder aber sie werden fest in die Rinne eingebaut. In diesem Falle entspricht natürlich die Wirkungsweise derjenigen der oben behandelten feststehenden Magnete. Wenn dieselben sich infolge ihrer einfachen Konstruktion auch billiger stellen als die vorstehend erwähnten Magnete, so sind sie andererseits auch Beschädigungen in höherem Maße ausgesetzt, so daß sie sehr sorgfältig behandelt werden müssen.

Textabbildung Bd. 326, S. 150
Textabbildung Bd. 326, S. 150

Wie bereits oben erwähnt, kommen für große Separationsmengen mit hochprozentigem Eisengehalt fast ausschließlich rotierende Magnetwalzen zur Anwendung. Zuerst wurden derartige Separationswalzen in ausgedehnterem Maße bei der Aufbereitung von altem Formsand in den Gießereien benutzt, um einerseits den Sand eisenfrei und so wertvoller zu machen, und andererseits die im Sande enthaltenen Eisenteile nicht in Verlust geraten zu lassen und sie wieder dem Kupolofen zuführen zu können. Die Verwendung solcher Separationswalzen im Eisenhüttenbetrieb ist jedoch noch verhältnismäßig jungen Datums. Hier beginnt sich erst neuerdings allgemeiner die Aufmerksamkeit darauf zu richten, welche großen Werte dem auf den Werkshöfen entstehenden Schutt, der besonders auf Roheisenabladeplätzen infolge Abspringens von Stückchen von den Masseln, dann aber auch beim Gießen durch umherspritzendes Eisen sich bildet und endlich in größeren Mengen in der Schlacke enthalten ist, innezuwohnen pflegen. So sind denn gerade in neuerer Zeit größere Schutt- und Schlackenaufbereitungsanlagen entstanden, welche das Ziel verfolgen, die Eisenbestandteile den früher ohne vorherige Separation den Schutt- und Schlackenhalden zugeführten Materialien zu entziehen und dieselben wieder im Kupolofen umzuschmelzen und auf diesem Wege wieder nutzbar zu machen.

Textabbildung Bd. 326, S. 150
Textabbildung Bd. 326, S. 150

Für die Ausscheidung des metallischen Eisens aus dem Schutt kommen elektromagnetische Separatoren in der Form von Magnetwalzen in Frage, deren Arbeitsvorgang bekanntlich darin besteht, daß der aufzubereitende Schutt einer mit elektrisch erregten Stahlmagneten versehenen, rotierenden Walze zugeführt wird, wobei die Eisenstücke infolge der magnetischen Anziehung aus den nichtmagnetischen Bestandteilen herausgelesen werden. Schematisch ist das in Betracht kommende Arbeitsprinzip in Fig. 5 zur Darstellung gebracht. Das zu separierende Material wird etwa durch die Schüttelrinne a über die geneigte Rinne b der Magnetwalze c zugeführt. Die mit der letzteren verbundene Magnetzone d steht fest und zieht die in dem Material befindlichen Eisenteile an. Der unmagnetische Schutt fällt nun über die Walze senkrecht nieder, während die Eisenbestandteile von einem unter der Trommel aufgestellten Auffangbehälter aufgenommen werden.

Es mögen im nachfolgenden einige Ausführungsarten von elektromagnetischen Separationswalzen näher besprochen und gleichzeitig die verschiedenen Aufbereitungsmethoden behandelt werden. Von der Maschinenbauanstalt Humboldt in Kalk werden drei verschiedene Separationsmethoden angewandt. Die einfachste Methode, die sich besonders für sehr grobes Material in sehr verschiedener Stückgröße eignet, ist in Fig. 6 dargestellt. Das Material wird hierbei ohne Ummagnetisierung des magnetischen Produktes abgeworfen. In Fig. 7 ist ein kompletter Eisenseparator dieser Bauart abgebildet, während Fig. 8 die dazu gehörige Magnettrommel für sich wiedergibt. Der Hohlzylinder ist aus unmagnetischem Material mit Eiseneinsätzen hergestellt. Die innerhalb dieses Mantels liegenden primären Magnete mit halbkreisförmigen Polen induzieren diese Eiseneinsätze zu Sekundärmagneten, jedoch nur auf der einen Trommelhälfte. Das |151| zu separierende, auf die Magnettrommel aufgebrachte Out wird hier sofort der anziehenden Wirkung der sekundären Wandermagnete des Mantels ausgesetzt, so daß bei der Rotation der Trommel das der Anziehung unterliegende Eisen von dem Mantel festgehalten und erst an der unteren Seite der Trommel abgeworfen wird, wo die Eiseneinsätze nicht mehr von den primären Magneten erregt werden, während alles unmagnetische Gut beim Uebergang über die Trommel ungehindert abfallen kann. Die Konstruktion der Magnete ist derartig ausgeführt, daß die Eiseneinsätze des Mantels, also die auf das Separationsgut einwirkenden Sekundärmagnete gleichmäßig und stets gleichgerichtet induziert werden, so daß auch größere Eisenstücke stets sicher festgehalten und ausgeschieden werden. Der große Trommeldurchmesser bietet eine genügend große Berührungsfläche zwischen den unregelmäßig gestalteten Eisenstücken und dem Mantel, so daß eine sichere Ausscheidung auch bei sehr grobem Material gewährleistet ist. Eine Abkratzvorrichtung für die ausgelesenen Eisenstücke, wie sie bei Magnetwalzen mit Permanentmagneten erforderlich sein würde und welche übrigens auch zu einem schnellen Verschleiß des Mantels führen würde, erübrigt sich selbstredend, da das magnetisch ausgelesene Material an der unteren Seite des Mantels durch Entmagnetisieren selbsttätig abfällt.

Textabbildung Bd. 326, S. 151

Die zur Erregung der Elektromagnete dienenden Leitungsdrähte werden durch die Bohrung des einen Zapfens des feststehenden Magnetsystems eingeführt. Kollektoren oder Schleifringe, welche bei dem staubigen Betriebe einer schnellen Abnutzung unterliegen würden und daher sowohl hohe Betriebskosten verursachen als auch leicht versagen könnten, sind nicht vorhanden.

Textabbildung Bd. 326, S. 151

Die mechanische Aufgabevorrichtung besteht aus einer kurzen Schüttelrinne aus starkem Eisenblech, welche von Eschenholzfedern getragen und durch eine Schubstange in schwingende Bewegung versetzt wird. Um eine gleichmäßige Beschickung der Trommel zu ermöglichen, ist die Schüttelrinne mit einem darin eingebauten Schieber ausgerüstet, vor welchem sich ein Teil des Beschickungsmaterials lagern kann, wenn die Zuführung unregelmäßig erfolgt.

Eine andere Separationsmethode ist in Fig. 9 schematisch dargestellt. Bei diesem Separator, in Fig. 10 wiedergegeben, welcher dem in Fig. 7 veranschaulichten in seinem äußeren Aufbau im allgemeinen entspricht und wie dieser ebenfalls von einem hölzernen Rahmengerüst getragen wird, besteht die Magnettrommel ebenfalls aus einem feststehenden Magnetsystem, um welches sich ein Hohlzylinder dreht. Letzterer ist ein Messingmantel, auf welchem Eisen- und Messingstäbe in abwechselnder Folge befestigt sind. Die Induktion der Eisenstäbe, die als sekundäre Wandermagnete auf das Separationsgut unmittelbar einwirken, geschieht hier ebenfalls nur auf der einen Trommelhälfte. Auch die Separation vollzieht sich ganz in der schon vorhin beschriebenen Weise, indem das unmagnetische Material, nachdem es auf die Trommel gelangt ist, von dieser direkt senkrecht abfällt, während das magnetische sich erst unterhalb der Trommel durch Entmagnetisieren von dieser ablöst. Das Magnetsystem ist hierbei jedoch so ausgebildet, daß eine bestimmte Richtungsänderung der magnetischen Kraftlinien eintritt, so daß die leichteren angezogenen Eisenteile kleine Bewegungen ausführen. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß die unmagnetischen Schutteile von unregelmäßiger Form ungehindert abfallen können und nicht von den magnetischen Eisenbestandteilen eingeschlossen und festgehalten und so am Abfallen gehindert werden. Es wird so ein weitgehender Reinigkeitsgrad des Separationsgutes gewährleistet. Die Zuführung des zu separierenden Materialstromes erfolgt in derselben Weise wie bei der schon vorher beschriebenen Aufbereitungsmethode. Im Gegensatz zu dieser eignet sich jedoch die vorliegende Aufbereitungsform für Gut von weniger großer, aber sehr unregelmäßiger Stückgröße, wobei Einschließungen und Verfilzungen der verschiedenen Produkte zu befürchten sind, welche einerseits einen regelmäßigen Betrieb zu erschweren vermögen, anderseits eine nur unvollkommene Separation im Gefolge haben würden.

Textabbildung Bd. 326, S. 151
Textabbildung Bd. 326, S. 151

Von diesen beiden Systemen wesentlich abweichend ist die in Fig. 11 veranschaulichte Separationsmethode. Der Hohlzylinder besteht in dem vorliegenden Fall ebenfalls aus Eisen- und Messingstäben, und rotiert um feststehende Elektromagnete, welche die Trommel zu einem sekundären Magneten induzieren. Jedoch ist für die Zuführung des Separationsgutes eine besondere unmagnetische Trommel, auf welche das Aufbereitungsgut mit Hilfe einer Schüttelrinne aufgebracht wird, unterhalb der Magnettrommel angeordnet. Die Eisenstäbe der letzteren werden nur an der Stelle des Umfanges von den Primärmagneten induziert, welche der Zuführungstrommel am nächsten liegt. Das im Rohmaterial befindliche Eisen wird nun von den magnetisierten Stäben der oberen Trommel angezogen, also aus dem Separationsgut herausgehoben und beim Verlassen des Magnetfeldes abgeworfen, während das auf der Zuführungstrommel liegende unmagnetische Material |152| von dieser ungehindert abfallen kann. Die Zuführungstrommel ist verschiebbar gelagert, damit dieselbe, wenn ein größeres Stück mit dem Beschickungsgut mit aufgegeben werden sollte, das durch den zwischen den beiden Trommeln befindlichen Zwischenraum nicht hindurchzugehen vermag, nach unten ausweichen kann. Ein nach dieser Methode arbeitender Separator nach Humboldtscher Bauart ist in Fig. 12 dargestellt. Die Einführung der zur Induzierung des Magnetfeldes dienenden Leitungsdrähte erfolgt in derselben Weise wie bei den beiden vorher beschriebenen Methoden durch die Bohrung eines Zapfens des feststehenden Magnetfeldes. Die von den beiden vorher beschriebenen Arbeitsmethoden abweichende Badart dieses Separators ist schon aus Fig. 12 zu erkennen. Abgesehen davon, daß das Traggerüst hier aus zwei durch Verbindungsstäbe miteinander verbundenen gußeisernen Rahmenstücken besteht, ist auch die Bauhöhe dieses Apparates eine größere, die durch die Anordnung der beiden übereinander liegenden Arbeitswalzen hervorgerufen ist.

Textabbildung Bd. 326, S. 152

Die Vorzüge dieser Separationsweise, die für feinkörniges Material mit möglichst gleichmäßiger Körnung zur Anwendung gelangt, bestehen darin, daß, da das erzeugte kurze Magnetfeld sehr intensiv ist, die Separationstrommel und die Zuführungswalze mit größerer Geschwindigkeit rotieren können als bei der Aufbereitungsweise, die keine gesonderte Magnettrommel besitzt, vielmehr diese auch als Zuführungstrommel dient. Aus der größeren Drehgeschwindigkeit resultiert naturgemäß, daß bei verhältnismäßig großer Leistung die zugeführte Materialschicht dünn sein darf, da das magnetische Produkt aus der dünnen Schicht herausgehoben wird und daher Einschließungen von magnetischem Material während des Separationsvorganges nicht zu befürchten sind. Allerdings ist andererseits auch zu berücksichtigen, daß die Anlagekosten sowohl als auch die Betriebskosten höher sein müssen.

Dieser Apparat, welcher nicht nur metallisches Eisen, sondern auch schwachmagnetisches Material, wie eisenhaltige Schlacke, Eisenerze usw., anzieht, ist derart eingerichtet, daß man auf demselben auch ein Zwischenprodukt bilden kann, welches die weniger groben magnetischen Bestandteile des Rohmaterials enthält. Dieses kann dann nachher, wenn nötig, zerkleinert und in entsprechend feinerer Körnung nochmals separiert werden.

Bei Materialien, die sowohl sehr grobe als auch sehr feine Stücke enthalten, was besonders bei Stahlwerksschutt der Fall zu sein pflegt – derselbe enthält Schlacken- und Eisenstücke von 2–200 mm und ist in der Regel mit Kalkstaub und sonstigen feineren Abfällen vermischt – empfiehlt sich eine dem Separieren vorausgehende Klassierung des Materials in grobes und feines Separationsgut. Das grobe Material wird sodann nach der in Fig. 6 wiedergegebenen Aufbereitungsmethode geschieden, während das feinkörnige Gut auf Feinkornseparatoren nach Fig. 11 verarbeitet wird. Im allgemeinen dürfte sich jedoch eine solche Klassierung als überflüssig erweisen. Dieselbe macht sich vielmehr nur dort notwendig, wo der Größenabstand zwischen den kleinsten und den größten Teilen des separierenden Gutes ein allzu weiter ist.

(Schluß folgt.)

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