Titel: ZUEBLIN: Feststellung des Kohlen- und Wasserverbrauchs bei Lokomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1911, Band 326 (S. 618–620)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj326/ar326184

FESTSTELLUNG DES KOHLEN- UND WASSERVERBRAUCHS BEI LOKOMOTIVEN.

Von Dipl.-Ing. Züblin.

(Schluß von S. 595 d. Bd.)

Um für verschiedene L; W g den Wasserverbrauch zu kennen, sind aus den einzelnen Versuchen von Lochner die Werte von V und K für verschiedene L; W g aufgetragen worden, dabei wurde aus nahezu gleichen Werten das Mittel zur Aufzeichnung der Kurven benutzt. Die Kurve a (vergl. Fig. 2) gibt alsdann für verschiedene Verhältnisse

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von Lokomotiv- zu Wagengewicht, den Kohlenverbrauch für 1000 t/km und Kurve b den Wasserverbrauch. Für Kurve a sind die Werte durch 10 zu teilen, da ein größerer Maßstab für das Diagramm gewählt wurde. Für jede Lokomotivgattung ist ein solches Diagramm in größerem Maßstab entworfen worden, aus diesen ergibt sich für Lokomotive 464: Vl = 336 und Kl = 43,35; für Lokomotive 494 (vergl. Fig. 2) ist Vl= 281,5 und Kl = 35,5. Mit diesen Werten sind nun für alle Versuche die Werte von Vr und Kr ausgerechnet worden. Die Werte V1 und K1 sind ebenfalls diesen Diagrammen entnommen. Es ist alsdann für den obigen Versuch, Lokdmotive 464

und

Weitere Angaben aus der Literatur sind dazu benutzt worden die Tab. 3 zusammenzustellende als Ergänzung von Tab. 1 und 2 (S. 594) anzusehen ist.

Textabbildung Bd. 326, S. 620

Die vollständigen Tabellen sind trotz den vielen Veröffentlichungen nicht so umfangreich, als man denken sollte. Viele Versuchsresultate mußten unbenutzt bleiben, weil mehrere Angaben fehlten oder ungenügend aufgezeichnet waren. Trotzdem geben die gefundenen Werte doch einen genügenden Beweis für die Brauchbarkeit der vorgeschlagenen Rechnungsmethoden. Vergleichen wir die letzten Werte der Zusammenstellung Vr und Kr, die Wasser- und Kohlenverbräuche, bezogen auf eine Verdampfung von 7,9 kg für 1 kg Kohle von 7500 Kal. Heizwert, eine mittlere Verdampfung von 40 kg für 1 qm Heizfläche und einem Verhältnis Lokomotiv- zu Wagengewicht von 1 : 5, so ergibt sich, daß für eine bestimmte Lokomotive ein ganz bestimmter Wert für den Wasser und Kohlenverbrauch vorhanden ist. Die Schwankungen in den beiden Rubriken rühren hauptsächlich davon her, daß die zugrundegelegten Diagramme nicht genau genug sind. Einmal reichen die meisten Angaben nicht über 30 kg Dampf f. d. qm Heizfläche hinaus, und ferner sind die meisten Versuche bei einem Verhältnis von L: W g= 1 : 3 bis 1 : 6 gemacht worden; dadurch ist die Lage der beiden Mittelwertlinien von V1 und K1 nicht genau festgelegt.

Aus den beiden letzten Werten in den einzelnen Zusammenstellungen ist auch deutlich das Steigen und Fallen derselben mit den Hauptfaktoren L; W g, b und v zu erkennen. Will man diese Werte noch zum Vergleich der verschiedenen Lokomotiven benutzen, so müßte man noch den Mittelwert aus der Zusammenstellung rechnen und diese einander gegenüberstellen. So ist der Mittelwert aus Tab. 1 (S. 594) von Vr für die Zwillings-Naßdampflokomotive 332, für die Verbundlokomotive Vr = 282,0, d.h., auf die gleiche Grundlage bezogen, würde die Verbundlokomotive weniger Wasser verbrauchen, und zwar v.H. als die Naßdampflokomotive.

Bei dieser Vergleichsmethode ist anderseits mit wenig Mühe ein Vergleich, bezogen auf eine andere Basis, z.B. b = 35 oder L; W g = 1 : 4, rasch herbeigeführt. Für den Konstrukteur wird sich daher empfehlen, aus möglichst vielen Versuchen genaue Diagramme, wie die Fig. 1 und 2, sich ein für allemal anzufertigen. Die gebauten Lokomotiven können dann immer auf die gleiche Grundlage bezogen werden. Der Vergleich zwischen verschiedenen Lokomotiven fällt bei dieser Rechnungsmethode viel genauer aus; das erkennt man schon aus den geringeren Schwankungen der Werte in der Spalte 18 und 19 der Tab. 1 und 2 gegenüber denjenigen in Spalte 12 und 13.

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