Titel: EINGESANDT.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1911, Band 326/Miszelle 1 (S. 822–ad)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj326/mi326mi52_1

EINGESANDT.

Versicherungsnehmer und Versicherungsgesellschaften können sich oft über den Begriff „Explosion“ schwer einigen. Der Industrielle, der sein Eigentum gegen „Explosionsschäden aller Art mit Ausnahme der durch Sprengstoffe verursachten“ versichert hat, glaubt vielfach, verleitet durch das häufig gebrauchte Wort „Schwungradexplosion“, er sei gedeckt, wenn er durch den Bruch eines Schwungrades, einer rasch rotierenden Scheibe oder dergleichen einen Schaden erleidet, während der angerufene Sachverständige erklärt, daß ein solcher Bruch nicht als „Explosion“ im eigentlichen Sinne des Wortes angesehen werden könne. Auch sonst ereignen sich Unfälle, die von der einen Seite als „Explosion“ angesehen werden und von der andern Seite nicht. Angesichts dieser Sachlage erschien es als ein Bedürfnis, den Begriff „Explosion“ in versicherungstechnischem Sinne klarzustellen. Der Verein Deutscher Ingenieure hat nun mit der Vereinigung der in Deutschland arbeitenden Privat-Feuerversicherungs-Gesellschaften vor kurzem eine Vereinbarung getroffen, aus der wegen des Interesses für die breite Oeffentlichkeit hervorgehoben sei, daß von jetzt ab versicherungstechnisch unter „Explosion“ verstanden wird: „eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen und Dämpfen beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung, gleichgültig, ob die Gase oder Dämpfe bereits vor der Explosion vorhanden waren oder erst bei derselben gebildet worden sind“.

Unter der Definition fallen: die Explosionen durch Sprengstoffe, durch Gasgemische, die Staubexplosionen, die Explosionen durch Verdampfung von Flüssigkeiten und die Explosionen, die durch die Spannkraft von Gasen und Dämpfen verursacht werden. Nicht getroffen werden die Zerstörungen, die durch die Zentrifugalkraft rotierender Körper oder infolge von Materialspannungen herbeigeführt werden.

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