Titel: EINGESANDT.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1912, Band 327/Miszelle 1 (S. 112)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj327/mi327is07_1

EINGESANDT.

Verein Deutscher Gießereifachleute.

Am 25. November v. J. hielt Herr Ingenieur Ernst Danneberg, Berlin, in der Monatsversammlung der Berliner Gruppe des Vereins Deutscher Cießereifachleute einen interessanten Lichtbildervortrag im „Architekten-Haus“ über:

Neuzeitliche Entstaubungs-, Lüftungs- und Luftheizungsanlagen im Gießereibetriebe.

Der Redner führte aus, daß Luft die unangenehme Eigenschaft besitzt, sich leicht mit Staub, Rauch und Gasen zu vermischen und daß die so entstehende unreine Luft belästigende und schädliche Wirkungen auf die Umgebung ausübt. Das beste Bekämpfungsmittel bieten die modernen Entstaubungs- und Lüftungsanlagen. Durch einige mikrophotographische Aufnahmen des Staubes von Sandstrahlgebläsen und Schleifereien wird die Gefährlichkeit derselben demonstriert.

Redner läßt sich nun über die einzelnen Konstruktionselemente der Anlagen, Ventilatoren, Rohrleitungen, Staubabscheider und Heizapparate aus und bespricht dann Entstaubungsanlagen in der Gußputzerei, Schleiferei und bei Sandstralgebläsen, sowie die Absaugung der Säuredämpfe, welche an den Gelbbrennen entstehen und die Rauchabsaugung in den Metallgießereien, welche besonders über dem einzelnen Ofen und an den einzelnen Gießstellen erforderlich wird. Die Rauchabsaugung in der Gießerei bezeichnet Redner als besonders schwierig, und zwar, weil eine rationelle Lösung der Frage nur dadurch zu erreichen ist, daß der Qualm direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt wird. Hierzu dienen verschieden konstruierte Abzugshauben, und zwar feststehende Hauben, Schwenkhauben und Kranhauben, welche wiederum mit dem Exhaustor verbunden sind.

Zum Schluß behandelt der Vortragende noch das wichtige Thema der Heizungsfrage in Gießereien und kommt zu dem Ergebnis, daß für den Gießereibetrieb die zweckentsprechende Heizungsmethode in der Luftheizung gefunden ist, da dieselbe nicht nur eine ideale Heizung darstellt, sondern auch gleichzeitig für das in Gießereien stets vorhandene Lüftungsbedürfnis ausreicht. Besonders in Gelbgießereien kann mit der gleichen Anlage auch eine Kühlung der Räume bewirkt werden.

An Hand einer Reihe von Lichtbildern, unter anderen der großen Gießereihalle der Kaiserlichen Werft, Friedrichsort, sowie der neuen modernen Gießerei der Firma Otto Jachmann, Borsigwalde-Tegel, wurde gezeigt, wie einfach sich derartige Luftheizungsanlagen in den Räumen selbst unterbringen lassen. Aus den Bildern wie aus dem Vortrage ging die außerordentliche Einfachheit und Betriebssicherheit derartiger Anlagen hervor.

Im Schlußwort seines Vortrages bezeichnet Redner die von ihm geschilderten Anlagen als indirekt wärmende Anlagen, da dieselben infolge der größten Leistungsfähigkeit der Arbeiter im wesentlichen Maße für die Rentabilität eines Werkes mit beitragen. Vortragender hofft, daß auch seine Ausführungen mit dazu beitragen mögen, daß die interessierten Kreise diese Auffassung im Interesse der Arbeiterwohlfahrt und der Werksrentabilität sich zu eigen machen.

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