Titel: Polytechnische Rundschau
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1914, Band 329 (S. 346–350)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj329/ar329082

Polytechnische Rundschau.

Das Michell-Drucklager. Eine Drucklagerkonstruktion, die sich auf ähnlichen Grundlagen aufbaut, wie das in dieser Zeitschrift bereits beschriebene Kingsbury-Lager1), findet neuerdings in England häufiger Verwendung. Das Michell – Drucklager zeichnet sich ebenso wie die vorerwähnte amerikanische Konstruktion durch eine besonders hohe Belastungsfähigkeit aus. Diese ist dadurch erreicht, daß an Stelle der normalen Druckbügel oder Druckringe einzelne Druckelemente Verwendung finden, die sich für jede Schubbelastung gegen den Druckkamm richtig einstellen und ein gleichmäßiges Anliegen der Arbeitsflächen gegeneinander gewährleisten. Die hierdurch erreichte gleichmäßige Druckverteilung über die Druckfläche ermöglicht eine weitaus höhere spezifische Flächenbelastung als bei den älteren Konstruktionen. Sie führt dadurch nicht allein zu einer Verminderung der Zahl der Druckkämme und so zu einer Verringerung des Gewichts- und Platzbedarfs, sondern sie hat auch eine wesentliche Verringerung der Reibungsarbeit zur Folge.

Textabbildung Bd. 329, S. 346

Das Michell – Lager hat wie das Kingsbury-Lager im allgemeinen nur einen Druckring. Dieser ist mit einer Muffe fest verbunden, die auf die Druckwelle aufgezogen wird (Abb. 1 und 2). Gegen den Druckring legt sich je ein Druckelement für Vorwärts- und Rückwärtsgang in Form eines Ringsektors. Jedes der beiden Elemente ruht in einem besonders geformten Lagerblock, der mit einer gewissen Beweglichkeit in dem zugehörigen Gehäuse gelagert ist. Der untere Teil des umschließenden Gehäuses dient als Oelsumpf, und zwar sorgt der in der ringförmigen Aussparung des Gehäuses laufende Druckring selbsttätig für die Schmierung der Gleitflächen.

Die Art, wie bei den Druckelementen die richtige Einstellung gegen den Druckring erreicht wird, lassen die Abb. 3 bis 7 erkennen. Jedes Druckelement zeigt ebenso wie sein zugehöriger Lagerblock an seiner Rückseite eine kleine keilförmige Rippe, die bei dem ersteren radial, bei dem letzteren senkrecht dazu angeordnet ist. Diese beiden Rippen ermöglichen kleine Kippbewegungen um zwei zu einander senkrechte Drehachsen. Außerdem ist in radialer Richtung eine gewisse Beweglichkeit der Elemente dadurch gewährleistet, daß sie durch je zwei seitlich angeordnete Federn festgehalten werden, wie es die Abbildung eines in seinem Lagerblock eingebauten |347| Druckelementes (Abb. 8) erkennen läßt. Die beschriebene Konstruktion entspricht Ausführungen für kleinere Belastungen. Bei Lagern, die für größere Belastungen gebaut sind, wird die Zahl der Elemente nach Bedarf vergrößert. Die spezifischen Flächendrucke, die für die Konstruktion des Michell – Lagers zugrunde zu legen sind, entsprechen etwa denen des Kingsbury-Lagers. Je nach der Höhe der Umfangsgeschwindigkeit erreichen sie den fünf- bis zehnfachen Betrag der bei normalen Kammlagern zulässigen Werte. [Engineering.]

Textabbildung Bd. 329, S. 347

Kraft.

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Textabbildung Bd. 329, S. 347

Leistungzähler für Versuche und Dauerbetrieb und Indikatoren für Zeit- und Kolbenwegdiagramme nach Prof. Dr.-Ing. Gümbel. Vielfach macht sich das Bedürfnis nach einer Meßvorrichtung geltend, die nicht nur ein Druck-Volumendiagramm aufzeichnet, sondern dieses auch sogleich planimetriert und das Ablesen der Arbeit bzw. Leistung der Maschine gestattet. Auch besteht bei wechselnder Belastung des Motors, z.B. bei Lokomotiven, Walzenzugmaschinen usw., oft der Wunsch, diese Werte fortlaufend zu erhalten. Beiden Forderungen kommt die Indikatorenbauanstalt Lehmann & Michels, Hamburg, entgegen, indem sie einen von Prof. Gümbel, Charlottenburg, entworfenen planimetrierenden Indikator für Dauerbetrieb in den Handel bringt. Bisher wurde bei derartigen Apparaten eine Planimetereinrichtung mit dem Schreibgestänge eines gewöhnlichen Indikators verbunden. Hierbei traten starke Massenrückwirkungen auf. Auch war das Gestänge den Beanspruchungen des Dauerbetriebes nicht gewachsen. Bei der vorliegenden Konstruktion findet eine direkte Messung statt. Der Apparat besteht, wie Abb. 1 zeigt, aus dem Indikatorzylinder, in welchem sich der Kolben mit der Kolbenstange C bewegt. Auf dieser sitzt das Meßrad E, das unter Vermeidung jedes einseitigen Druckes von zwei durch Federn angepreßten Reibungsrädern F gedreht wird. Diese werden unter Vermittlung von Kegelrädern durch eine Schnurtrommel angetrieben, die ihre Bewegung von einem hin- und hergehenden Teil der Kraftmaschine erhält. Da das Meßrad nicht achsial auf der Stange C verschiebbar ist, so muß es die Auf- und Abwärtsbewegung des Kolbens mitmachen. Hierdurch verändert sich sein Abstand von der Achse der Reibungsräder, und es wird somit die von diesen hervorgerufene Winkeldrehung beeinflußt. Die Bewegung des Meßrades wird auf ein Zählwerk übertragen, dessen Zeiger im allgemeinen in derselben Richtung umläuft, da das Meßrad oberhalb und unterhalb der Mitte der Reibscheiben arbeitet. Ist h der Abstand des Berührungspunktes von der Achse, und drehen sich die Reibungsscheiben um den Winkel d w9 so legt ein Punkt am Umfang des Meßrades den Weg h d w zurück. Bewegt sich das Zählrad infolge der Druckschwankungen im Zylinder aus seiner Anfangslage und kehrt es nach zwei Kolbenhüben wieder zurück, so dreht sich der Punkt um den Betrag ∫h d w. Anderseits ist , wo r den Durchmesser der Schnurtrommel und s den Schnurhub bedeuten.

Textabbildung Bd. 329, S. 347

Hat sich außerdem das Meßrad n mal in der Zeit T gedreht, so ist , und es wird . Hierbei bedeutet die linke Seite den Inhalt der durch den gewöhnlichen Indikator aufgenommenen Diagrammfläche und ist daher der Leistung |348| der Maschine proportional. Unter Berücksichtigung des Ordinaten- und Abszissenmaßstabes kann man also aus obiger Formel die Leistung feststellen. Der erstere ergibt sich aus der Gleichung , wenn der Indikatorkolbenhub im Diagramm um das Sechsfache vergrößert erschiene, und auf der Feder der Vermerk 1 kg = a mm aufgeschlagen ist. Für den Maßstab der Abszisse gilt , wobei S den Kolbenhub, D den Zylinderdurchmesser und s den Schnurhub bedeuten. Die Leistung in der Zeit T ist sodann in PS gleich . Hierin läßt sich die Apparatekonstante mit D, S, s, a und T zu einem Koeffizienten B zusammenfassen, und man erhält PSmittel = B ∙ n. Außer der Leistung läßt sich der mittlere Druck hmittel leicht bestimmen. Bedeutet N die Zahl der Arbeitsspiele in der Beobachtungszeit, so folgt und . An dem Dauerleistungszähler, dessen äußere Ansicht Abb. 2 zeigt, ist zur Bestimmung von s ein Hubmesser A und zur Feststellung von N ein Hubzähler B angebracht. Ferner besitzt der Apparat einen Winkelstutzen zur Befestigung eines besondern Schreibindikators.

Textabbildung Bd. 329, S. 348

Weniger Vorzüge weist die aus Abb. 3 ersichtliche Verbindung von Leistungszähler und Indikator auf, da hier das Schreibgestänge mitarbeitet. Indessen sind auch bei dieser Konstruktion die schwingenden Massen außerordentlich gering. Ferner ist eine Papierauswechslung möglich, ohne den Zähler außer Betrieb zu setzen.

Neben den beschriebenen Apparaten liefert die erwähnte Firma einen gleichfalls von Prof. Gümbel entworfenen Indikator für Zeit- und Kolbenwegdiagramme, den Abb. 4 zeigt. Er dient vor allem dazu, ein Bild von den schnellverlaufenden Vorgängen beim Hubwechsel zu geben, welche beim gewöhnlichen Diagramm stark zusammengedrängt erscheinen. Er gestattet z.B. eine Untersuchung der Verbrennungsvorgänge bei Gasmaschinen, des Einflusses von Zylinderkondensation und Deckelheizung usw. Bisher erfolgte bei ähnlichen Apparaten der Antrieb der Trommel durch eine um 90 ° versetzte Kurbelbewegung oder von der Kurbelwelle aus. Ersteres hatte den Nachteil, daß das aufgezeichnete Diagramm z.B. bei der Gasmaschine, nur für die Beurteilung der Verbrennung benutzbar war, während die andern Vorgänge verzerrt erscheinen. Das andere Verfahren erforderte besondere Antriebe und lieferte ungebräuchliche Diagramme, deren Abszisse den Kurbelweg darstellt. Prof. Gümbel leitet von zwei um 90 ° versetzten Kurbelbewegungen die Schnurantriebe für zwei Scheiben ab, die durch Gesperre und Zahnrad eine gemeinsame Mittelachse bewegen, auf der sich die Papiertransportwalze befindet. Der Antrieb der Walze geschieht stets durch die Scheibe, welche die größte Geschwindigkeit hat. Die Drehung erfolgt immer in demselben Sinne. Es ist möglich, den Antrieb so zu schalten, daß beide Schnurscheiben von einer Kurbelbewegung betätigt werden. In diesem Fall erhält man infolge der wechselnden Walzengeschwindigkeit Kolbenwegdiagramme. Das Papierband kann jede beliebige Länge haben und wird frei herauslaufend mittels Kurbel oder durch einen kleinen Elektromotor aufgewickelt.

Textabbildung Bd. 329, S. 348

Schmolke.

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Stahlröhren-Bohrturm. (Nach „Petroleum Review“ und „Zeitschr. des Internat. Vereins der Bohringenieure 1914, Nr. 8.) Der Verfasser bringt die Abbildung und Beschreibung eines nach den Angaben von Niell von Lee C. Moore Co. Pittsburg, erbauten 80' hohen Bohrturmes, der jüngst im Ural Aufstellung gefunden hat. Solche aus Stahlröhren zusammengesetzten Bohrtürme haben bisher auf dem europäischem Kontinent noch wenig Anwendung gefunden, während in den Oelstaaten der |349| amerikanischen Union bereits annähernd Tausend in Gebrauch stehen. Die Bohrunternehmer sind hier durch die Stärke und die Beweglichkeit dieser Bohrtürme zu ihrer Bevorzugung bestimmt worden. Ohne Verwendung von verschraubbaren Teilen wird der Bohrturm lediglich durch Klammern und Bolzen zusammengehalten. Dadurch ist die Errichtung und Niederlegung wesentlich vereinfacht. Sie geschieht an je einem Tage durch drei Mann. Die höheren Kosten sollen durch ihre Haltbarkeit und einfache Aufstellungsweise bei weitem ausgeglichen werden.

Schorrig.

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Schwimmkran. Für den eben vollendeten Panamakanal sind von der amerikanischen Regierung bei der Maschinenfabrik Duisburg zwei große Schwimmkrane bestellt worden. Die Ausschreibung hierzu war an alle Länder ergangen, am Wettbewerb beteiligt haben sich nur eine amerikanische, eine deutsche, eine englische und eine holländische Maschinenfabrik. Der deutschen Firma wurde der Auftrag erteilt mit folgender Begründung: „Der Preis war um vieles niedriger als der aller anderen Angebote, und die Erfahrungen, die Leistungsfähigkeit und der Ruf dieser Firma sind so ausgezeichnet, daß ihr Angebot fraglos das beste unter allen war“.

Die Tragfähigkeit dieser Schwimmkrane ist 250000 kg, der Gesamtpreis hierfür beträgt etwa 3½ Mill. M. Die amerikanische Firma forderte einen Preis, der um etwa 75 v. H. höher war. Die Krane müssen innerhalb 1½ Jahre vollendet sein, um ihre Arbeiten im Panamakanal aufnehmen zu können, sie sind dazu bestimmt, die schweren Schleusentore bei Ausbesserungen zu bewegen, für die Forts des Panamakanals die schwersten Geschütze und für die Beladung der größten Handelsschiffe die schwersten Lasten zu tragen. Sie müssen aber besonders bei den Bergungsarbeiten im Kanal wrackgewordener Schiffe schnelle und sichere Hilfe leisten.

W.

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Verein Deutscher Gießereifachleute. Vom 4. bis 7. Juni hält der Verein Deutscher Gießereifachleute seine diesjährige Hauptversammlung in Berlin ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Vorträge:

Die chemischen und physikalischen Vorgänge beim Schmelzen von Roheisen in Kupolöfen und die aus diesen abzuleitenden praktischen Bau- und Betriebsvorschriften. Geh. Reg.-Rat Prof. Mathesius, Berlin.

Der Wagnersche Späneeinpreßapparat. Ueber die ersten Betriebserfahrungen in Deutschland. Dir. Chr. Gilles, Berlin.

Gattierungsfragen. Prof. B. Osann, Clausthal.

Gußeisenproben. Ziviling. O. Leyde, Berlin.

Versuche über die Bearbeitbarkeit von Gußeisen und Metalllegierungen. Konstr.-Ing. A. Keßner, Berlin.

Die Wechselbeziehungen zwischen der empirischen Metalltechnik und der Metallographie. Oberingenieur M. v. Moellendorff, Berlin.

Die physikalisch-chemischen Vorgänge bei Verdampfung von Heizöl mit besonderer Rücksicht auf die Verwendung von Oelfeuerungen in Gießereiöfen. Ing. A. J. Irinyi, Hamburg.

Nähere Auskunft bei der Geschäftsstelle des V. D. G., Berlin-Charlottenburg, Gervinusstr. 20.

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Die deutsche Maschinenindustrie auf dem Weltmarkt im ersten Vierteljahr 1914. Im März 1914 hat sich, wie der Verein deutscher Maschinenbauanstalten mitteilt, die Einfuhr an eigentlichen Maschinen nach Deutschland auf 7232 t im Werte von 6908000 M belaufen und damit den Vormonat nur wenig übertroffen. Dagegen ist gegenüber dem Monat März des Vorjahres noch eine Steigerung von etwa 30 v. H. zu verzeichnen. Ein Vergleich des ersten Vierteljahres 1914 mit dem gleichen Zeitabschnitt des Jahres 1913 ergibt eine Zunahme der Maschineneinfuhr von 15947 t auf 22540 t, also um rund 40 v. H. Diese Erhöhung der Einfuhr ist aber nicht etwa die Folge einer allgemeinen Zunahme der Maschineneinfuhr in dem betrachteten Zeitabschnitt, sondern sie ist fast ausschließlich auf die außerordentliche Steigerung der Einfuhr landwirtschaftlicher Maschinen zurückzuführen, die in den drei Monaten im Betrage von rd. 11400 t gegen 4000 t im gleichen Abschnitt des Vorjahres eingeführt wurden. Für fast alle übrigen Maschinengattungen ist dagegen die Einfuhr gegenüber dem ersten Viertel des Jahres 1913 zurückgegangen.

Die Ausfuhr der eigentlichen Maschinen im Monat März steht mit 49365 t im Werte von 57,7 Mill. M erfreulicherweise um rd. 20 v. H. über derjenigen des Vormonats und übertrifft auch die Ausfuhr des gleichen Monats im Vorjahr noch um einen kleinen Betrag. Weniger günstig fällt ein Vergleich des ersten Vierteljahres 1914 mit demjenigen von 1913 aus: Der Ausfuhrwert ist von 158028 M auf 153552 M, also um rd. 3 v. H. zurückgegangen. In den Gewichtsangaben zeigt sich allerdings noch eine unbedeutende Zunahme von etwa 1,5 v. H., nämlich von 129235 t auf 131549 t. Es ist also anzunehmen, daß weniger hochwertige Erzeugnisse ausgeführt wurden als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres und daß die Preise auch auf dem Auslandmarkt teilweise eine Verminderung gefunden haben dürften.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Vergleich der Einheitswerte in der Ein- und Ausfuhr, es ergibt sich für 1 t als Wert in Mark für die letzten Monate:

Dezbr.
1913
Januar
1914
Februar
1914
März
1914
in der Einfuhr. 988,6 900,0 954,6 955,2
in der Ausfuhr. 999,4 1171,9 1136,1 1172,1

während der gleiche Wert für den Durchschnitt des ganzen Jahres 1913 sich in der Einfuhr auf 936,9, in der Ausfuhr auf 1160,9 belief. Der Abfall des Einheitswertes im Februar bestätigt die obige Vermutung.

Immerhin ist der Unterschied der Einheitswerte in der Ein- und Ausfuhr noch erheblich und wirft ein günstiges Licht auf die ausgeführten Erzeugnisse der deutschen Maschinenindustrie.

Wie sich die Ausfuhr für die einzelnen Maschinengattungen und auch für einige wichtige, mit dem Maschinenbau zum Teil unmittelbar zusammenhängende Erzeugnisse, |350| wie namentlich Dampfkessel und Fahrzeuge, nach Gewichtsmengen für die betrachteten Zeitabschnitte gestaltete, zeigt folgende Aufstellung:


Es wurden ausgeführt an
Januar/März
1914
t
Januar/März
1913
t
Lokomotiven, Dampfstraßen-
walzen
Lokomobilen
Dämpfmaschinen
sonstigen Kraftmaschinen, einschl.
Verbrennungs- und Explosions-
motoren
Nähmaschinen
Baumwollspinnmaschinen
Webereimaschinen
sonstigen Textilmaschinen
Werkzeugmaschinen
landwirtschaftlichen Maschinen
Brennerei-, Brauerei-, Mälzerei-,
Zuckerindustriemaschinen
Müllereimaschinen
Maschinen für Holzstoff- und
Papierherstellung
Pumpen
Eis- und Kältemaschinen
Hebemaschinen, einschl. Krane
Baggern, Rammen
Buchdruck- und Setzmaschinen
Buchbinderei- und Papierwaren-
herstellungsmaschinen
Ventilatoren und Gebläsen
Maschinen für Leder- und Schuh-
herstellung
Maschinen der Kalk-, Lehm-,
Ton-, Zementindustrie
Aufbereitungsmaschinen
sonstigen Maschinen
Maschinenteilen

6620
3129
1119


12147
6257
815
4595
7113
22895
8607

5457
2634

3521
4171
381
7348
3210
3209

1500
1169

1016

3146
1853
7396
12241

10837
2862
1498


9300
6481
369
5794
6150
22246
8339

4621
2733

1483
4150
337
4658
1404
2879

1517
1216

1093

4592
2341
6865
15270
Maschinen zusammen 131549 129235
Dampfkesseln
Eisenbahn- und Straßenbahnfahr-
zeugen
Einzelteilen von Eisenbahn- und
Straßenbahnfahrzeugen
Kraftwagen
Krafträdern
Fahrrädern
Luftfahrzeugen, lenkbaren
Einzelteilen von Kraftwagen, Kraft-
rädern, Fahrrädern und Luft-
fahrzeugen
Rechen- und Schreibmaschinen,
Kontrollkassen
11143

16444

733
2431
63
623
4


3577

262
9583

23138

43
3128
90
609
5


2770

217

Eine Zunahme der Ausfuhrziffer haben in erster Linie aufzuweisen: Kraftmaschinen (abgesehen von den Dampfmaschinen), Maschinen für Holzstoff- und Papierherstellung, Hebemaschinen und Krane, sowie Bagger und Rammen. Während die Steigerung in der Ausfuhr dieser Maschinen, besonders der letztgenannten drei Gruppen, bedeutend ist und sich auf über 50 v. H., zum Teil sogar auf mehr als das Doppelte beläuft, sind kleinere Beträge in der Zunahme festzustellen bei den Textilmaschinen (mit Ausnahme der Webereimaschinen, die einen Rückgang von nahezu 20 v. H. aufweisen), bei den Werkzeugmaschinen, den landwirtschaftlichen Maschinen und der Gruppe der Maschinen für Brennerei, Brauerei, Mälzerei und Zuckerindustrie, sowie bei der vielgestaltigen Gruppe der „sonstigen Maschinen“. Bei einer Reihe anderer Maschinengattungen hat der Absatz im Ausland weder zu-noch abgenommen, während eine empfindliche Abnahme die Ausfuhr an Lokomotiven aufweist und auch die Ziffern der Dampfmaschinen, der Maschinen der Kalk-, Lehm-, Ton- und Zementindustrie, der Aufbereitungsmaschinen und der Gruppe der Maschinenteile merkliche Rückgänge erkennen lassen.

Außer den eigentlichen Maschinen wären noch zu erwähnen die Dampfkessel mit einer Steigerung der Ausfuhrziffer um rd. 16 v. H. und die Fahrzeuge, die – sowohl Eisenbahn – wie Kraftfahrzeuge – eine Abnahme der Ausfuhr aufweisen. Kontrollkassen und besonders Schreibmaschinen haben sich in ihrer Ausfuhrziffer verbessert und sind dafür in der Einfuhr um je rd. 200000 M zurückgegangen.

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Siemens-Mitteilungen. Das Mai-Heft der „Siemens-Mitteilungen“ (Mitteilungen aus den Gesellschaften Siemens & Halske und Siemens-Schuckertwerke) enthält eine Abhandlung über das Militär-Fernsprechwesen, das in der Gegenwart eines der wichtigsten Anwendungsgebiete des Fernsprechers bildet. Es wird kurz die Entwicklung des Feldfernsprechwesens geschildert, das bereits im ägyptischen Feldzuge 1882 eine Rolle spielte. In großem Umfange wurde dann der Fernsprecher im russischjapanischen Kriege angewendet, ganz besonders aber hat im letzten Balkankriege das Militär-Telephon eine Rolle gespielt. Die Aktiengesellschaft Siemens & Halske hat diesem Gebiete von je her ihre Aufmerksamkeit zugewandt mit dem Erfolge, daß neben der deutschen Armee zahlreiche ausländische Militärverwaltungen ihre Konstruktionen eingeführt haben.

Eine zweite Abhandlung des vorliegenden Heftes dürfte besonders ärztliche Kreise interessieren; es handelt sich um eine Beschreibung des ständigen Ausstellungsraumes der Firma in der Dorotheenstraße, der von den Leistungen des Wernerwerkes auf dem Gebiete der Elektromedizin ein übersichtliches Bild gibt. Bekanntlich hat sich das Wernerwerk der Siemens & Halske A.-G. der Pflege der Röntgentechnik mit großem Eifer gewidmet, und nicht nur zahlreiche Apparate für den täglichen Gebrauch geschaffen, sondern auch die wissenschaftliche Forschung im Zusammenarbeiten mit hervorragenden Aerzten durch den Entwurf von Spezialkonstruktionen gefördert.

Ein Artikel über die Wasserkraftanlage der Llallagua-Minen auf dem Lolivianischen Hochlande gewährt Einblick in die Schwierigkeiten derartiger überseeischer Anlagen, während ein Aufsatz über Drehtransformatoren deren Wirkungsweise und betriebsnotwendige Einrichtungen beschreibt und sie durch zahlreiche Abbildungen erläutert.

|346|

D. p J., 22. November 1913.

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