Titel: CASTNER, Neue Feuerwehrfahrzeuge für Stadt und Land.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1926, Band 341 (S. 57–66)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj341/ar341018

Neue Feuerwehrfahrzeuge für Stadt und Land.

Von Dipl.-Ing. Castner.

Wie überall, so hat die Einführung des Automobilbetriebes auch im gesamten Feuerwehrwesen eine vollständige Umwälzung mit sich gebracht. Von Fahrzeugen für gewisse Sonderzwecke abgesehen, finden mit Pferden bespannte Löschfahrzeuge in Großstädten nur noch vereinzelt Verwendung; die Mittel- und Kleinstädte sind in der Umstellung begriffen, und selbst auf dem Lande finden motorisch angetriebene Fahrzeuge eine immer weitere Verbreitung, namentlich, seitdem es gelungen ist, solche Löschgeräte zu bauen, die den ländlichen Verhältnissen in besonderem Maße angepaßt sind, wie wir weiter unten sehen werden.

Aber nicht nur im Fahrantriebe der Feuerwehrfahrzeuge ist eine solche durchgreifende Aenderung zu verzeichnen, sondern auch im Antriebe der eigentlichen Löschgeräte selbst. So sind die alten Handdruckspritzen, die trotz beschränkter Leistungsfähigkeit eine große Zahl von Bedienungsmannschaften benötigten, deren Beschaffung zumal bei großen Bränden, an deren Ablöschung sich zahlreiche Spritzen beteiligen mußten, häufig auf die größten Schwierigkeiten stieß, selbst auf dem Lande immer mehr durch Motorspritzen verdrängt worden. Das Gleiche ist von den Dampfspritzen zu sagen, die ebenfalls in absehbarer Zeit aus dem Bestände großstädtischer Feuerwehren verschwunden sein dürften, um Motorspritzen Platz zu machen. So besteht denn ein neuzeitlicher Automobil-Löschzug, wie Abb. 1 und 2 zeigen, nur noch aus 2 Fahrzeugen: einer Motorspritze und einer Drehleiter. Diese können natürlich nach Lage des Falles durch geeignete Sonderfahrzeuge, wie Geräte-, Mannschafts- oder Schlauchwagen und dergl. ergänzt werden.

Nachstehend sollen nun die wichtigsten Löschgeräte, wie sie von der bedeutendsten deutschen Feuerwehrgerätefabrik, den Magiruswerken in Ulm und Berlin, hergestellt werden und in hunderten von Exemplaren an alle bedeutenden Feuerwehren und Behörden des In- und Auslandes, neuerdings selbst in größerer Anzahl an unsere früheren Feinde, geliefert wurden, besprochen werden. Dabei sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß in der Fabrik Magirus das vollständige Fahrzeug, also Fahrgestell mit Antriebsmotor, Leiter bzw. Motorpumpe, und sämtliches sonstige Zubehör, ausnahmslos in eigenen Werkstätten und nach eigenen Konstruktionen angefertigt wird.

Bekannt sind insbesondere die Magirus-Patent-Drehleitern. Auf Abb. 3 ist der neueste Typ einer solchen Auto-Drehleiter auf 3 ½-t-Fahrgestell dargestellt. Ihre wichtigsten Teile sind: der Motor mit dem Fahrgestell, die Leiter mit ihrem Antrieb und der Aufbau. Zunächst die wichtigsten Angaben über Motor und Fahrgestell:

Steuerleistung 39,4 PS
Bremsleistung 70 PS
Umdrehungszahl des Motors i. d. Min. etwa 1100
Bohrung 135 mm
Hub 180 mm
Inhalt des Brennstoffbehälters etwa 150 Liter
Brennstoffverbrauch für 100-km-Fahrt etwa 50 Liter
Oelverbrauch für 100-km-Fahrt etwa 2,6 kg
Höchstgeschwindigkeit 40 km
Steigungsvermögen bis zu 20%
Reifenprofil (vorn einfach, hinten doppelt);
Vollreifen

930/140 mm
Radstand 4380 mm
Wenderadius der Hinterräder, innen gemessen, etwa 6100 mm
Textabbildung Bd. 341, S. 57

Die vier Zylinder sind in zwei Blöcken gegossen; die vor unten durch die Nockenwelle gesteuerten Ventile befinden sich auf einer Seite, die Zündung geschieht durch einen Hochspannungsmagnet (Fabrikat Bosch). Das Anwerfen des Motors erfolgt entweder von Hand oder durch einen Bosch-Anlaßmotor. Als Vergaser ist ein Pallas-Vergaser zur Verwendung gekommen, und die Brennstoffzuführung erfolgt durch einen Pallas-Unterdruckförderer. Die Schmierung des Motors ist vollkommen selbsttätig. Die Zahnradpumpe befindet sich an der tiefsten Stelle des Kurbelgehäuses und hat 2 Drahtfilter. Außerdem ist eine Tauchstange zum Ablesen des Oelstandes vorhanden. Zur Kühlung dient |58| ein Lamellenkühler und eine eingebaute Kreiselpumpe. Unterstützt wird die Kühlung durch den vor dem Motor befindlichen Ventilator. Als Kupplung ist eine ein sanftes Anfahren gewährleistende Lamellenkupplung verwendet worden, deren Ein- und Ausbau als Ganzes leicht möglich ist. Das Getriebe ist vollständig öl- und staubdicht gekapselt, mit selbsttätiger Schmierung versehen und hat 4 Geschwindigkeiten vorwärts und 1 rückwärts.

Textabbildung Bd. 341, S. 58
Textabbildung Bd. 341, S. 58

Die Kraftübertragung auf die Hinterachse erfolgt durch einen öl- und staubfreien Kardanantrieb. Das Fahrgetriebe ist gegen das Leitergetriebe und umgekehrt blockiert. Das Spezial-Feuerwehr-Fahrgestell mit einer Tragkraft von 4500 kg hat einen Rahmen aus gepreßtem Flußstahlblech. Die Räder laufen auf Kugellagern und haben Vollgummireifen. An Bremsvorrichtungen ist eine Handbremse auf die Hinterräder und eine Fußbremse auf das Getriebe wirkend vorhanden. Außerdem ist eine Bergstütze vorgesehen. Geschwindigkeitsmesser und Kilometerzähler sind am Spritzbrett eingebaut. Der Brennstoffbehälter ruht unter dem Führersitz und hat einen feuersicheren Einfüllstutzen. Die Beleuchtung erfolgt normalerweise elektrisch durch eine Dynamo und bei Stillstand des Motors für etwa dreistündige Dauer durch eine Batterie.

Für den Leiterantrieb gelten folgende Angaben:

Umdrehungszahl der Antriebswelle in der
Minute etwa

800
Aufrichten in langsamem Gange in etwa 2 Min.
Aufrichten in schnellem Gange in etwa 25 Sek.
Ausziehen in etwa 25 Sek.
Aufrichten und Ausziehen in etwa 35 Sek.
Drehen in schnellem Gange vollständig im
Kreise in etwa

60 Sek.

Auf dem rückwärtigen Ende des Fahrgestelles befindet sich der Leiterantrieb, der mit dem Motor unmittelbar gekuppelt und durch ein Zusatzgetriebe an das Getriebe des Fahrmotors angeschlossen ist. Die Anschlußwelle zum Leitergetriebe hat eine doppelte Gelenkkupplung, so daß Verschränkungen im Fahrgestell ausgeglichen werden. Das Ein- und Ausschalten des Getriebes erfolgt vom Fahrersitze aus. Der Antrieb der verschiedenen Leiterbewegungen geschieht durch ein fünfstufiges Wechselgetriebe. Dieses ist vollständig in ein Spezialgußgehäuse eingeschlossen und läuft ganz im Oelbade. Zum Einschalten der einzelnen Getriebe wird Oeldruck verwendet, der durch eine kleine Zahnradpumpe erzeugt wird. Der Behälter für das Betriebsöl ist gleichzeitig das Gehäuse für das untere Winkelgetriebe, an dem die Antriebswelle vom Motor angreift. Die Kupplungsscheiben des Wechselgetriebes sind einfache aus Stahl hergestellte Rotationskörper. Die Mitnehmerscheiben bestehen aus bestgeeigneter Stahlbronze. Die Einschaltung der zum Betriebe jeweils erforderlichen Kupplung geschieht durch Umstellen zweier Hähne (je einer für das Aufrichte- und das Auszuggetriebe) entweder von Hand oder durch die selbsttätigen Sicherheitsvorrichtungen. Sämtliche Getriebe laufen in Kugellagern und sind gegen Staub und Schmutz abgeschlossen. Der maschinelle Antrieb für Aufrichten und Ablegen, Ausziehen und Einlassen, sowie Drehen der Leiter ist auf dem Drehrahmen aufgebaut. Die Bedienung dieser verschiedenen Bewegungen erfolgt durch nur einen Mann. Die Handgriffe hierfür sind auf einem Steuerbock vereinigt, der am Drehgestell in leicht erreichbarer Höhe angeordnet ist. Die Bewegungsrichtung der Handgriffe ist gleichlaufend mit den Leiterbewegungen. Alle drei Bewegungen können beliebig zusammen oder einzeln betätigt werden. Das Aufrichte- bzw. Ablegegetriebe hat je 2 Geschwindigkeiten, damit die zusammengeschobenen Leitern schnell bewegt werden können, während zum Anleitern der ausgezogenen Leitern ein langsamer Gang zur Verfügung steht. Der Antrieb wird von dem Wechselgetriebe durch eine Schnecke abgeleitet, die einen Teleskopzylinder zum Aufrichten antreibt. Die Spindel besteht aus hochwertigem Stahl, die zugehörige Mutter aus bester Bronze. Das Auszuggetriebe läuft mit nur einer Geschwindigkeit. Das Einlassen erfolgt durch das Eigengewicht der Leiterteile, wobei eine eingebaute Oelbremse eine zu schnelle Rückwärtsbewegung verhindert. Der Antrieb wird mittels Rollenketten vom Wechselgetriebe zuerst auf den Drehzapfen der Leiter übertragen und von hier aus nach dem Leiterfuße, in dem ein Stirnradgetriebe mit Seiltrommel und selbsttätiger Seilführung eingesetzt ist. Das Drehgetriebe nach beiden |59| Richtungen besitzt verschiedene Geschwindigkeiten. Der Antrieb wird gleichfalls vom Getriebekasten abgeleitet durch eine auf einem Planetenrade verschiebbare Friktionsscheibe. Diese nachstellbare Scheibe wird von Hand mittels Hebel nach der einen oder der anderen Seite des Planetenrades verschoben, wodurch sich der Links- bzw. Rechtslauf ergibt; in der Mittelstellung ist das Getriebe ausgeschaltet. Die ganz aus Stahlguß bestehende Drehscheibe läuft vollständig auf Kugellagern. Von allergrößter Bedeutung sind die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen. Das Aufrichte- und Ablegegetriebe wird durch eine Spindel mit Selbsthemmung betätigt, so daß eine besondere Bremse sich erübrigt. Der Spindelantrieb ist derart kräftig und stabil konstruiert, daß eine besondere Abstützung des Aufrichterahmens in Wegfall kommen kann. Am Auszuggetriebe ist für das Einlassen von Hand eine Lamellenbremse angebracht, deren Betätigung durch die Last der Leiter erfolgt. Aufrichte- und Auszuggetriebe haben selbsttätige Endabstellung, sowohl nach oben, als auch nach unten. Als weitere wertvolle Sicherheit ist eine zweite selbsttätige Abstellung angeordnet, die die Geschwindigkeit des Aufrichtens und Neigens vom schnellen. Gang auf den langsamen umschaltet, sobald die Leiter gegen ihre Endabstellung gelangt. Das Drehgetriebe wird durch eine Friktionsscheibe angetrieben, damit beim Auftreten von Widerstand an der Leiterspitze ein Gleiten des Getriebes erfolgt. Die in den Antrieb der Drehvorrichtung eingebaute Schnecke hat Selbsthemmung, wodurch ein ungewolltes Abdrehen der Leiterspitze während des Einsteigens von ihr ausgeschlossein ist. Bremsen an den Drehscheiben sind deshalb nicht erforderlich. Das Aufrichte- bzw. Ablegegetriebe wird selbsttätig abgestellt, sobald die Leiter ausgezogen eine gewisse Neigung erreicht hat. Die Leiter kann also maschinell beim Neigen nie an die Kippgrenze des Wagens kommen. Ferner wird durch die gleiche Einrichtung der Auszug selbsttätig abgestellt, bevor die Leiter bis zur Kippgrenze des Wagens ausgezogen wird. Diese beiden Sicherheitsvorrichtungen lassen sich dabei so zusammenfassen, daß das Auszuggetriebe das Aufrichtegetriebe kontrolliert bzw. selbsttätig beherrscht, während umgekehrt ersteres durch letzteres reguliert wird. Diese selbsttätige Abstellung vor Erreichen der Kippgrenze des Wagens tritt auch ein, wenn der Wagen auf unebenem Boden steht, und zwar wirkt die Einrichtung bis zu einer Bodenunebenheit von 10%. Hierfür ist eine Einstellvorrichtung mit Libelle vorhanden. Aufrichtegetriebe, Auszuggetriebe und Drehgetriebe sind zur Reserve für Handbetrieb eingerichtet, der sofort nach Aufstecken der Kurbeln in Tätigkeit gesetzt werden kann. Die Leiterteile werden durch verzinkte Stahldrahtseile ausgezogen. Die Leitern laufen in Bügeln und auf Bronzerollen ineinander. Die Oberleitern sind mit blanken Stahlschienen beschlagen und mit seitlichen Versteifungsleisten gegen Winddruck versehen. Die Tragfähigkeit wird durch eine Stahlbandverspannung erhöht. Die Zugbeanspruchung bei Belastung wird durch die Verspannung aufgenommen, die Druckbeanspruchung durch die Holzteile.

Textabbildung Bd. 341, S. 59
Textabbildung Bd. 341, S. 59
Textabbildung Bd. 341, S. 59

Am Unterteile der sich ausziehenden Leiterteile sind selbsttätige Einfallhaken angeordnet, wodurch eine Entlastung der Drahtseile beim Befestigen der Leiter erreicht wird. Die Oberleitern haben Anschläge gegen zu weiten Auszug, |60| außerdem eine Glocke zum Anzeigen des beendeten Auszugs. Seitlich an der Unterleiter ist eine Bogenteilung mit Pendel angebracht für die jeweiligen Höhen, Neigungen und Ausladungen, bis zu denen die Leiter benutzt werden darf. In Fahrstellung werden die Oberleitern gegen Ausschießen beim Talfahren oder Bremsen durch einen selbsttätigen Rückhaltehaken zusammengehalten. Die Unterleiter ist auf dem Aufrichterahmen beweglich aufgehängt und mittels Spindel und 2 Handrädern verstellbar zum Ausgleichen von Bodenunebenheiten bis zu 10%. Die Leiterholme sind von ausgesuchtem Fichtenholz, die Sprossen aus bestem Eschenholz gefertigt. Die am Drehgestell angebrachten Zeigerscheiben gestatten, die jeweilige Länge und Neigung der Leiter vom Bedienungsstande aus abzulesen.

Textabbildung Bd. 341, S. 60

Für den Fahrzeugaufbau gelten folgende Angaben:

Fahrersitz für 2 bis 3 Mann
Rücksitz für 3 Mann
Fahrzeughöhe bei hoher Leiterauflage etwa 3150 mm
Fahrzeughöhe bei niederer Leiteraufl. etwa 2870 mm
Kleinster Bodenabstand etwa 260 mm
Gewicht des Fahrgestells etwa 3000 kg
Gewicht des vollständigen Fahrzeuges etwa 6200 kg
Dazu gehört ein fahrbarer Schlauchwagen für etwa
250 m Normalschlauch.

Der Fahrersitz ist vollständig geschlossen und schließt sich in Torpedoform an die Motorhaube an. An der linken Seite ist eine Einsteigtür. Sitzpolster und Rückenlehnen, die mit Kunst- oder Naturleder überzogen sind, können abgenommen werden, um zu dem unter dem Fahrersitz befindlichen Brennstoffbehälter zu gelangen. Rund um das Leitergetriebe ist eine Plattform gebildet, in deren mittlerem Teile für die Unterbringung der Reserveteile und der Werkzeuge Kasten eingebaut sind. Die Plattform ist hier aufklappbar. Zwischen den Kotflügeln ist auf jeder Seite zur Aufnahme von Zubehör ein Kasten mit nach außen klappbaren Türen angeordnet; diese Kasten dienen zugleich als unterste Trittstufen und werden, wie auch die Plattform, mit Aluminium belegt und mit Einfaßleisten versehen. Die Türen erhalten zweckmäßige Verschlüsse, Feststellvorrichtungen, durchgehende Gelenkbänder und Anschlagleisten aus Messing. Am Ende des Wagenrahmens ist ein Schlauchwagen aufgeprotzt, der mittels besonderer Vorrichtung aufgehängt Wird. Die für die Leiter erforderliche Federabstellung erfolgt durch das Auf- und Abprotzen des Schlauchwagens selbsttätig, kann aber auch von Hand vorgenommen werden.

Die gleiche Beliebtheit, wie die Magirus-Drehleitern haben inzwischen auch die Magirus-Automobil-Motorspritzen erlangt. Abb. 4 zeigt die Spritzenprobe einer solchen auf dem Weinhofe zu Ulm a./D. Für Großstadtfeuerwehren kommt in erster Linie die auf Abb. 5 wiedergegebene Autospritze Modell „Freiburg“ in Frage. Fahrgestell und Motor entsprechen den gleiche Teilen der vorbeschriebenen Drehleiter (Abb. 3). Als Ergänzung mögen folgende Angaben dienen:

Brennstoffverbrauch für 1 Spritzenstunde etwa 25 Liter
Oelverbrauch für 1 Spritzenstunde etwa 0,75 kg
Radstand 4130 mm
Spurweite vorn 1530 mm
Spurweite hinten 1520 mm
Wenderadius der Hinterräder
innen gemessen etwa

5750 mm

Für die zugehörige Hochdruck-Kreiselpumpe gelten nachstehende Angaben:

Wasserlieferung in der Minute etwa 2000 Liter
Wasserlieferung bei freiem Auslauf etwa 2400 Liter
Gesamtmanometrische Förderhöhe etwa 80 m
Umdrehungszahl in der Minute etwa 1800
Größte Saughöhe 8 m
Ansaugdauer je nach Saughöhe etwa 5 bis 30 Sek.
Strahlwurfweite bei einem 28 mm Mundstück
etwa

65 m
1 Saugstutzen; Anschluß 1. W. 125 mm
4 Druckstutzen; Anschluß für Schläuche von 75 mm l. W.
Textabbildung Bd. 341, S. 60

Die Pumpe ist im rückwärtigen Teile des Fahrgestells eingebaut. Sie erhält ihren Antrieb vom Fahrmotor über ein Zusatzgetriebe. Die Antriebswelle ist ausgerüstet mit 2 Gelenkkupplungen zum Ausgleich von Verschränkungen im Fahrgestell. Das Ein- und Ausschalten der Pumpe, sowie die Betätigung der Gasregulierung des Motors erfolgt während des Pumpenbetriebes von dem rückwärts an der Pumpe gelegenen Stande aus. Bei Einschaltung des Pumpengetriebes ist das Fahrgetriebe blockiert. Das Pumpengehäuse samt Saug- und Druckdeckel ist aus Spezialguß gefertigt. Die stählerne Pumpenantriebswelle läuft in Tragkugellagern und ist gegen Axialdrücke mit einem Druckkugellager ausgestattet. Die Welle ist an den Durchgangsstellen der Stopfbüchsen mit Bronze überzogen. Auf der Welle sitzen die 3 Laufräder, die dazu gehörigen Leitschaufeln und Zwischenkammern aus Bronze. Der Mantel des Pumpengehäuses ist doppelwandig und für spiralförmigen Durchfluß des Motorkühlwassers eingerichtet, dadurch einerseits dieses weiter abkühlend, andererseits die Pumpe erwärmend. Unten am Gehäuse befindet sich der nach rückwärts gehende Saugstutzen mit Anschlußgewinde und Verschlußkappe. Oben auf der Pumpe sind zum Schlauchanschluß rechts und links je 2 mit übersetztem Schnell-Absperrschieber |61| versehene Druckstutzen mit Anschlußkupplung angebracht. Die Pumpe ist selbstverständlich mit allen erforderlichen Armaturen ausgestattet, einem Manometer, Vakuum-Manometer, Absperr-, Ablaß- und Entlüftungshähnen, Umdrehungszähler und selbsttätig wirkendem Rückschlagventil im Druckstutzen. An die Kreiselpumpe ist ohne Uebersetzungsgetriebe die Entlüftungspumpe konzentrisch angebaut. Sie ist eine Rotationspumpe mit Bronzeschiebern. Die Schmierung erfolgt durch Staufferbuchsen, während der Antrieb der Entlüftungspumpe in Oel läuft. Die Pumpe wird mit allem Zubehör und allen Armaturen durch die Schlußlampe elektrisch beleuchtet.

Textabbildung Bd. 341, S. 61

Die hauptsächlichsten Angaben für den Aufbau sind:

Fahrersitz für 2 bis 3 Mann
Längssitze für 8 bis 10 Mann
Wasserkasten (Kesselspritze) für einen
Inhalt von etwa

325 Liter
Fahrzeuglänge ohne Schlauchwagen etwa 6500 mm
Fahrzeuglänge mit Schlauchwagen etwa 7200 mm
Fahrzeugbreite etwa 2000 mm
Fahrzeughöhe etwa 2640 mm
Kleinster Bodenabstand etwa 260 mm
Gewicht des Fahrgestells etwa 3000 kg
Gewicht des vollständigen Fahrzeuges
(zulässig) etwa

7500 kg
2 Schlauchhaspel für je etwa 120 m Normalschlauch
1 zweirädiger Schlauchwagen für etwa 250 m Normal-
schlauch.

Die Einrichtung und Anordnung des Fahrersitzes entspricht der bei der Drehleiter beschriebenen. In der Fahrzeuglängsachse befindet sich der Kastenaufbau mit den Längssitzen für die Mannschaften. Für diese sind an den Sitzen Halteriemen angebracht. Zwischen den Längssitzen ist ein zweiteiliger Kasten angeordnet, beiderseitig mit je 2 nach oben zu öffnenden feststellbaren Türen. Darunter befinden sich 2 größere durchgehende Gerätekasten mit der gleichen Türanordnung. Ueber der Pumpe ist ein an ihrem Saugraume durch Rohrleitung mit Umstellhahn angeschlossener Wasserbehälter angebracht. Der Hahn dient zum Füllen, Entleeren und Absperren des Behälters, zum Auffüllen der Pumpe und der Saugleitung, sowie gegebenenfalls zum Verspritzein des Behälterinhaltes durch die Pumpe beim ersten Angriff. Der Behälter ist mit Ueberlaufrohr und auf der Rückseite mit Schauglas zur Beobachtung des Wasserstandes versehen. Behälter und Pumpe sind allseitig mit Holz verkleidet; letztere ist seitlich durch herausnehmbare Stecktüren und auf der Rückseite durch eine Schiebetür zugänglich. Ueber dem zweiteiligen Kasten und dem Wasserbehälter befindet sich eine durch Rohr gebildete kleine Galerie zur Unterbringung von sperrigen Geräten, wie Schaufeln, Pickel, Aexte, Schlauchrollen und nasse Schläuche. Auf jeder Seite des Wasserbehälters ist ein abnehmbarer, mit Traggriffen versehener und gegen Drehen während der Fahrt gesicherter Schlauchhaspel untergebracht, während sich jederseits zwischen den Kotflügeln zur Aufnahme von je 2 Saugeschläuchen Längskasten mit nach außen zu öffnenden, feststellbaren Türen befinden. Die Kastendeckel dienen zugleich als Trittbretter und sind aus diesem Grunde, wie auch die Fußauflagen vor den Fahrer- und Längssitzen, mit Aluminium belegt und mit Einfaßleisten versehen. Zur Aufnahme von tragbaren Leitern, Einreißhaken und dergl. ist ein über der Gerätegalerie liegendes zweiteiliges Gerüst bestimmt. Am rückwärtigen Teile des Fahrgestells ist ein auf Holzrädern mit Eisennaben fahrbarer Schlauchwagen aufgeprotzt.

Textabbildung Bd. 341, S. 61

In gewissem Sinne ein Universalfahrzeug ist die auf Abb. 6 wiedergegebene Autospritze mit Aufprotzpatentleiter Modell „Smyrna“, die in erster Linie für solche Feuerwehren bestimmt ist, die aus finanziellen Gründen oder wegen Raummangels bei der Unterbringung nicht in der Lage sind, einen Zweifahrzeug-Löschzug zu beschaffen. Das Fahrgestell mit Motor, sowie die Hochdruck-Kreiselpumpe entsprechen in jeder Beziehung den bei der Drehleiter (Abb. 3) und der Autospritze Modell „Freiburg“ gemachten Angaben. Im Aufbau ist nur insofern ein Unterschied zu verzeichnen, als im rückwärtigen Anschluß an den Fahrersitz Längssitze für zusammen 6 Mann angeordnet sind. Die Leiter ist während der Fahrt auf dem automobilen Untergestell gelagert und kann nach Lösen der Festhaltevorrichtung abgeprotzt werden. Das Abgleiten ist durch besondere Bremse leicht regulierbar. Während des Ab- und Aufprotzens wird die Leiter in Schienen geführt. Das Aufholen erfolgt mit besonderem |62| Kurbelgetriebe. Zum Abprotzen der Leiter (Abb. 7) genügt ein Mann, während zum Aufprotzen (Abb. 8) 2 Mann erforderlich sind. Das Wagengestell hat 2 große Räder mit Kugel- und Rollenlagern, ferner ein kleineres Laufrad zum Fahren mit der aufgerichteten Leiter. Das zugleich als Neigevorrichtung dienende Aufrichtegetriebe ist mit 2 verzinkten Stahldrahtgurten und Sicherheitsbremse versehen. Schnellspindeln dienen zur Vergrößerung der Standfestigkeit und eine doppelte Spindel – Terrainreguliervorrichtung zum Geradestellen auf unebenem Boden. Die Leiterteile sind in Bügeln und auf Rollen geführt, mit Stahlbandverspannung, Anschlägen und Signalglocke für die Begrenzung des Auszuges versehen. Die oberen Leitern sind zur Herbeiführung einer besseren Versteifung mit Stahlschienen und Holzleisten ausgerüstet und außerdem mit Einfallhaken und Trittbrett an der obersten Leiter. Das Auszuggetriebe besitzt gleichfalls verzinkte Stahldrahtseile und Sicherheitsbremse. Auszug- wie Aufrichtegetriebe werden durch Klappkurbeln betätigt. Zwei Zeiger erleichtern die richtige Einstellung der Leiter bei Bodenunebenheiten nach vorwärts und nach der Seite. Die dreiteilige Leiter wird für 18 und 20 m Steighöhe geliefert. Die hauptsächlichsten Vorzüge dieses Gerätes sind folgende: Spritze und Leiter können völlig unabhängig voneinander in Benutzung genommen werden. Zur Bedienung beider Geräte sind nur wenige Mann erforderlich. Die Leiter ist nach dem Abprotzen sofort verwendungsbereit, sie kann bis zur Wagerechten geneigt werden. Die Leiter selbst ist durch keinerlei Getriebe kompliziert, da die Auf- und Abprotzvorrichtung von ihr völlig getrennt angebracht ist. Die Bedienungsmöglichkeit der Pumpe ist durch die Aufprotzeinrichtung der Leiter in keiner Weise behindert. Auch bei aufgeprotzter Leiter kann die Pumpe ohne weiteres in Betrieb genommen werden.

Textabbildung Bd. 341, S. 62

Eine ähnliche Spritze, aber in erheblich leichterer Ausführung, die deshalb vor allem für kleinere Feuerwehren geeignet ist, ist die Autospritze Modell „Bayern“ (Abb. 9). Für das für eine Tragfähigkeit von 2300 kg berechnete 1,5-t-Fahrgestell mit Motor sind folgende Angaben maßgebend:

Steuer PS 16,2
Leistung auf dem Bremsstande 34 PS
Umdrehungszahl in der Minute etwa 1200
Zylinderbohrung 95 mm
Kolbenhub 150 mm
Inhalt des Brennstoffbehälters etwa 80 Liter
Brennstoffverbrauch für 100 km Fahrt etwa 22 Liter
Brennstoffverbrauch für 1 Spritzenst. etwa 10 Liter
Oelverbrauch für 100 km Fahrt etwa 1,5 kg
Oelverbrauch für 1 Spritzenstunde etwa 0,4 kg
Höchstgeschwindigkeit 45 km
Steigungsvermögen bis zu 20 %
Reifenprofil bei Riesenluftreifen (vorn einfach, hinten doppelt) 875/175 mm
Reifenprofil bei Vollreifen (vorn einfach, hinten doppelt) 870/100 mm
Radstand 3400 mm
Spurweite vorn 1520 mm
Spurweite hinten 1450 mm
Wenderadius der Hinterräder, innen gemessen, etwa 5300 mm

Neuerdings wird dieses Fahrzeug auch mit einem Motor von 50 bis 55 PS bei 1500 Umdrehungen in der Minute hergestellt. Demgemäß erhöhen sich natürlich auch entsprechend die übrigen Abmessungen, sowie die Leistungen der Pumpe.

Im übrigen entsprechen Einrichtung, Anordnung und Zubehörteile den bei der Drehleiter (Abb. 3) gemachten Angaben.

Die wesentlichen Merkmale der zugehörigen Hochdruck-Kreiselpumpe sind:

Wasserlieferung in der Minute etwa 1000 Liter
Wasserlieferung bei freiem Auslauf etwa 1200 Liter
Gesamtmanometrfsche Förderhöhe etwa 60 m
Größte Saughöhe 8 m
Ansaugdauer je nach Saughöhe etwa 5 bis 25 Sek.
Strahlwurfweite bei einem 24-mm-Mundstück
etwa

50 m
1 Saugstutzen; Anschluß l. W. 80 mm
2 Druckstutzen; Anschluß für 75 mm Schlauchweite.

Im übrigen ist auch für die Pumpe die bereits oben gegebene Beschreibung gültig, nur den verkleinerten Abmessungen entsprechend geändert.

Textabbildung Bd. 341, S. 62

Erhebliche Unterschiede stellen sich dagegen beim Aufbau heraus:

Fahrersitz für 2 Mann
Längssitze für zusammen 4 Mann
Fahrzeuglänge etwa 5500 mm
Fahrzeugbreite etwa 1900 mm
Fahrzeughöhe etwa 1700 mm
|63|
Kleinster Bodenabstand etwa 240 mm
Gewicht des Fahrgestells etwa 1700 kg
Gewicht des vollständ. Fahrzeuges etwa 4000 kg
2 Schlauchhaspel für Normalhanfschlauch
in einer Gesamtlänge von etwa

160 m.

An die Motorhaube schließt sich der 2 Mann Platz bietende, offene, beiderseits zugängliche Fahrersitz an mit darunter liegendem Brennstoffbehälter. Hinter dem Fahrersitz liegen auf den Seiten Längssitze für je 2 Mann. Fahrersitz und Längssitze, wie auch die Rückenlehnen sind aus Holz, die Armlehnen und Rückenlehnstützen aus Messingrohr gefertigt. Unter den Längssitzen liegt ein beiderseits zugänglicher, durchgehender Gerätekasten mit nach oben klappbaren und feststellbaren Türen. Rückwärts an die Längssitze anschließend befindet sich eine Galerie zur Aufnahme von sperrigen Geräten, Schlauchrollen und nassen Schläuchen. Seitlich dieser Galerie über den Hinterrädern hängt auf jeder Seite ein abnehmbarer Schlauchhaspel für je etwa 80 m Normalhanfschlauch. Die Pumpe wird seitlich rechts und links durch unschwer abzunehmende Verschalungen aus Holz geschützt. Die sonstigen Einrichtungen des Aufbaues entsprechen den bereits bekannten Ausführungen.

Textabbildung Bd. 341, S. 63

Das zu diesem Fahrzeug benutzte Fahrgestell kann, wie Abb. 10 zeigt, auch mit einer Pumpe ausgestattet und mit einem beliebigen Aufbau versehen werden, so daß das Fahrzeug z.B. als Mannschafts-, Geräte-, Schlauchwagen und dergl. Verwendung finden kann und außerdem ein wertvolles Löschgerät ist.

Ein Mittelding zwischen den Autospritzen „Freiburg“ und „Bayern“ bildet die Autospritze Modell „Remscheid“ (Abb. 11). Die wichtigsten Angaben über das 2 ½-t-Fahrgestell mit Motor und die Hochdruck-Kreiselpumpe, die sich in Bauart und Ausführung, abgesehen von den veränderten Größenverhältnissen, von den vorbeschriebenen Spritzen kaum unterscheiden, sind folgende:

Steuer PS 23,2
Bremsleistung 40 PS
Umdrehungszahl d. Motors i. d. Min. etwa 1100
Zylinderbohrung 110 mm
Kolbenhub 160 mm
Brennstoffbehälter für einen Inhalt
von etwa

150 Liter
Brennstoffverbrauch für 100 km Fahrt etwa 32 Liter
Brennstoffverbrauch für 1 Spritzenst. etwa 15 Liter
Oelverbrauch für 100 km Fahrt etwa 2 kg
Oelverbrauch für 1 Spritzenstunde etwa 0,6 kg
Höchstgeschwindigkeit 40 km.
Steigungsvermögen bis zu 20 %
Reifenprofil (vorn einf., hinten dopp.) 930/120 mm
Radstand 3550 mm
Spurweite vorn 1532 mm
Spurweite hinten 1520 mm
Wenderadius der Hinterräder, innen
gemessen, etwa

4500 mm
Wasserlieferung in der Minute etwa 1150 Liter
Wasserlieferung bei freiem Auslauf etwa 1600 Liter
Gesamtmanometrische Förderhöhe etwa 75 m
Umdrehungszahl der Pumpe etwa 1800
Größte Saughöhe 8 m
Ansaugdauer je nach Saughöhe 5 bis 25 Sek.
Strahlwurfweite bei einem 24-mm-Mundstück
etwa

55 m
1 Saugstutzen; Anschluß l. W. 115 mm
4 Druckstutzen; Anschluß für 75 mm Schlauchweite
Fahrersitz für 2 Mann
Längssitze für zusammen 8 Mann
Fahrzeuglänge mit Schlauchwagen etwa 6650 mm
Fahrzeuglänge ohne Schlauchwagen etwa 5950 mm
Fahrzeugbreite etwa 1900 mm
Fahrzeughöhe etwa 2750 mm
Kleinster Bodenabstand etwa 260 mm
Gewicht des Fahrgestells etwa 2300 kg
Gewicht des vollständ. Fahrzeuges etwa 6000 kg
2 Schlauchhaspel für zus. etwa 200 m Normalschlauch
1 fahrb. Schlauchwagen für etwa 250 m Normalschl.
Textabbildung Bd. 341, S. 63

Ueber dem Fahrzeug ist zur Lagerung von tragbaren Leitern, Einreißhaken und anderen größeren Geräten ein starkes Gerüst aufgebaut, am dessen. Enden Rollen zur Schonung und zum leichteren Auf- und Abnehmen der Gegenstände angebracht sind. Dieses Gerüst kann, wie Abb. 12 zeigt, auch fortgelassen werden, so daß das Fahrzeug in diesem Falle lediglich als Spritze verwendbar ist.

Auf Abb. 13 ist eine Ueberland-Autospritze, Modell „Brandenburg“, auf 1 ½-t-Fahrgestell wiedergegeben, die im wesentlichen der besprochenen Autospritze, Modell „Bayern“, entspricht. Nur der Aufbau ist für Ueberlandzwecke besonders durchgebildet. Der vollständig geschlossene Fahrersitz, der Platz für 2 bis 3 Mann bietet, schließt sich in Torpedoform an die Motorhaube an. Hinter ihm ist ein ebenfalls ganz geschlossener Mannschaftssitz für gleichfalls 3 Mann angeordnet. Sämtliche Sitze sind in Fahrtrichtung vorgesehen und erhalten auf der linken Seite je eine Einsteigtür. Sitz-, Rücken- und Seitenlehnen erhalten Lederpolsterung. Ueber den Sitzplätzen wird ein abklappbares |64| amerikanisches Verdeck vorgesehen. Anschließend an die Mannschaftssitze befindet sich auf dem Fahrgestell ein kastenartiger Aufbau zwischen den Hinterrädern, in dessen vorderem Teil Geräte untergebracht werden können, und in dessen hinterem Teile die Pumpe angeordnet ist. Der Laderaum ist nach oben offen, der Pumpenraum dagegen durch einen aufgeschraubten Deckel verschlossen. Die Bedienung der Pumpe erfolgt von der hinteren Wagenseite aus, an der alle Hebel für Kupplung, Steuerung, Entlüftung usw. angebracht sind. Um die Meßapparate besser beobachten zu können, ist die hintere Kastenöffnung schräg gelegt; die Oeffnung selbst ist durch eine rasch nach oben aufklappbare Tür oder einen Rolladen verschlossen. Ueber dem erwähnten Laderaum befinden sich 4 Schlauchhaspel, deren Achse in der Wagens querrichtung liegt. Neben der Pumpe ist beiderseits noch je ein weiterer Schlauchhaspel angebracht, so daß also insgesamt 6 Schlauchhaspel mitgeführt werden, deren Größe ausreichend ist zur Unterbringung von je 80, zusammen also 480 m Normaldruckschlauch.

Textabbildung Bd. 341, S. 64
Textabbildung Bd. 341, S. 64

Ueber den Schlauchhaspeln ist eine Galerie zur Lagerung nasser Schläuche aufgebaut. Diese, wie auch die 4 hintereinander gelagerten Schlauchhaspel werden durch ein Segeltuchverdeck abgedeckt, während die beiden seitlichen Haspel Segeltuchschutz über den Schläuchen erhalten. Die Unterbringung von weiteren 100 m Schlauch ist unter dem Mannschaftssitze möglich, der zu diesem Zwecke nach oben aufklappbar ausgeführt ist. 35 cm breite Trittbretter, deren Unterkanten 400 mm über dem Boden liegen, verbinden die Vorderrad- und Hinterradkotflügel. Die Kotflügel und die sonstigen Teile des Aufbaues sind so bemessen, daß sie nicht über die Achsmuttern hinausstehen. Teils auf den Trittbrettern, teils zwischen diesen und dem Wagenrahmen sind die Saugeschläuche offen, also nicht in Kasten, befestigt. An die Hinterradkotflügel schließt sich jederseits nach rückwärts eine Ladefläche in Form von Trittbrettern an, die zur Aufnahme von Zubehör dienen. Die Saugeschläuche werden an ihren Anschlußstücken durch Schutzklappen vor dem Verstauben und Verschmutzen bewahrt.

Textabbildung Bd. 341, S. 64

Ein besonders für ländliche Verhältnisse (Gutsfeuerwehren) geeignetes Löschgerät ist die auf Abb. 14 dargestellte zweirädrige Anhängespritze, Modell „Engers“, die entweder von Hand gezogen oder an einen Kraftwagen oder eine mit Pferden bespannte Protze angehängt werden kann. Für den im vorderen Teile des Fahrgestelles untergebrachten Motor (Abb. 15) der nach Abnahme der Wagendeichsel von der vorderen Seite angeworfen wird, gelten nachstehende Angaben:

Steuerleistung 1,3 PS
Bremsleistung 25 PS
Umdrehungszahl in der Minute etwa 1500
Bohrung 85 mm
Kolbenhub 130 mm
Inhalt des Brennstoffbehälters etwa 40 Liter
Brennstoffverbrauch für 1 Spritzenst. etwa 8 Liter
Oelverbrauch für 1 Spritzenstunde etwa 0,3 kg
Inhalt des Kühlwasserbehälters etwa 12 Liter

Der Motor entspricht in seinen Teilen, Bauart und Zubehör im wesentlichen den bereits besprochenen Ausführungen.

Die wichtigsten Angaben über die mit ihm fest aber elastisch verbundene Hochdruck-Kreiselpumpe (Abb. 16) sind folgende:

Wasserlieferung in der Minute etwa 800 Liter
Wasserlieferung bei freiem Auslauf etwa 1100 Liter
Gesamtmanometrische Förderhöhe etwa 60 m
Umdrehungszahl in der Minute etwa 1500
Größte Saughöhe 8 m
Ansaugdauer je nach Saughöhe etwa 5 bis 25 Sek.
Strahlwurfweite bei einem 22-mm-Mundstück
etwa

45 m
1 Saugstutzen; Anschluß l. W. 80 mm
2 Druckstutzen; Anschluß f. Schläuche von 75 mm l. W.
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Sehr wesentliche Unterschiede gegenüber allen bisher beschriebenen Spritzen finden sich, wie Abb. 14 auf den ersten Blick lehrt, im Fahrgestell und im Aufbau:

Raddurchmesser bei Vollgummireifen 860 × 90
860 mm
Fahrzeuglänge ohne Deichsel etwa 2450 mm
Fahrzeuglänge mit Deichsel etwa 3650 mm
Fahrzeugbreite bei 1130 mm Spurw. etwa 1530 mm
Fahrzeughöhe etwa 1500 mm
Kleinster Bodenabstand etwa 200 mm
Gewicht des Fahrzeugs etwa 1300 kg
2 Schlauchhaspel für je 120 m Normalschlauch.
Textabbildung Bd. 341, S. 65

Das zweirädrige Fahrgestell ist mit Rahmen aus Profileisen und kräftigen, langen Stahldruckfedern ausgestattet. Die Räder mit gebogenen Felgen laufen auf Kugel- bzw. Rollenlagern. Die Deichsel aus Stahlblech ist für Handzug eingerichtet und mit einer Oese zum Anhängen an Kraftwagen versehen; sie ist rechts und links am Wagenrahmen in Taschen geführt, mit Steckern gesichert und leicht abnehmbar. Das im Wagenrahmen hängende Maschinenaggregat ist so untergebracht, daß der Motor sich vorn, Pumpe und Bedienungsstand dagegen hinten befinden. Die ganze Anlage ist von allen Seiten bequem zugänglich und gegen Witterungseinflüsse durch ein Dach geschützt. Außerdem ist der Motor vorn und an den Seiten mit Blech abgedeckt; die seitliche Verkleidung des Motors ist hochklappbar. An der Unterseite des Daches sind die mit Füllstutzen versehenen Behälter für Brennstoff und Kühlwasser aufgehängt. Ueber der Pumpe seitlich rechts und links befindet sich je ein abnehmbarer, gegen Drehen während der Fahrt gesicherter und mit Traggriffen ausgestatteter Schlauchhaspel. An den Längsseiten des Rahmengestells sind beiderseits Lagerungsvorrichtungen für zusammen 4 Saugschläuche angebracht. Unter dem Wagen befinden sich 2 Blechkasten für Werkzeuge und Zubehör. Vorn am Wagenrahmen ist ein mit Spindel verstellbarer Stahlfuß angeordnet und rückwärts eine Stütze zur Erzielung guter Standfestigkeit während des Spritzens. Das Fahrzeug ist mit einer auf die Radnaben wirkenden Bandbremse versehen, die von der rechten rückwärtigen Fahrzeugseite aus bedient werden kann.

Als Vorspann verwendet man zweckmäßig einen 1 ½-t-Pritschenwagen, wie ihn Abb. 17 zeigt. Dieser Wagen, der für eine größere Anzahl Mannschaften Platz bietet, ist mit einem Gerüst zur Aufnahme von Leitern, Einreißhaken und ähnlichen Geräten versehen. Besonders empfehlenswert ist es, am rückwärtigen Ende des Wagens eine Motorpumpe einzubauen, so daß man ein schnell bewegliches, gut ausgerüstetes, ausgezeichnetes Löschgerät mit zahlreichen Bedienungsmannschaften erhält. Andererseits kann man aber auch als Vorspann eine mit Pferden bespannte zweirädrige Protze benutzen (Abb. 18), die auf dem Bock außer für den Kutscher noch für 1 bis 2 Mann Platz bietet und jederseits einen abnehmbaren Schlauchhaspel trägt.

Textabbildung Bd. 341, S. 65

Zum Schluß sei noch ein an sich vorzügliches Löschgerät für ländliche Feuerwehren kurz besprochen, das aber, weil nicht motorisch, sondern durch Pferde, fortbewegt, an Wert natürlich an ein Automobil-Fahrzeug nicht heranreicht. Es ist das die vierrädrige Motorspritze für Pferdezug, Modell „Trossingen“ (Abb. 19), deren Pumpe und Antriebsmotor den gleichen Teilen der Anhängespritze vollkommen entsprechen, während Fahrgestell und Aufbau naturgemäß ganz anders ausgeführt sind, wie nachstehende Zahlen beweisen:

Fahrersitz für 2 Mann
Längssitze beiderseits f. je 2 bis 3 Mann
Vorderraddurchmesser 750 mm
Hinterraddurchmesser 1000 mm
Radstand 2400 mm
Fahrzeuglänge ohne Deichsel etwa 3800 mm
Fahrzeuglänge mit Deichsel etwa 6800 mm
Fahrzeugbreite etwa 1460 mm
Fahrzeughöhe etwa 1900 mm
Spurweite 1130 mm
Kleinster Bodenabstand etwa 340 mm
Gewicht des Fahrzeuges ohne Schlauch-
wagen etwa

1650 kg
2 Schlauchhaspel für je 100 m Normalschlauch.
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Das vierrädrige Fahrgestell ist mit gebogenen Profileisenrahmen ausgerüstet, die ein vollständiges Durchlenken des Vorderwagens gestatten. Der Wagen ist mit kräftigen, langen Stahldruckfedern abgefedert. Die mit gebogenen Felgen versehenen Räder laufen auf Kugel- bezw. Rollenlagern. Der Vorderwagen hat ein Drehgestell aus Eisen, Pferdezugdeichsel mit eisernem Deichselkopf und Federspielwage mit Ortscheiten oder Auto-Anhängedeichsel. Der zweisitzige Kutscherbock ist mit Seiten- und Rückenlehnen versehen. Unter den Sitzen befindet sich ein geräumiger, beiderseits mit Türen versehener Zubehör- und Gerätekasten. Anschließend an den Kutscherbock liegen rechts und links mit Seiten- und Rücklehnen versehene Längssitze für je 2 bis 3 Mann. Als Bremse ist eine auf die Hinterräder wirkende Hebelklotzbremse vorgesehen, die von der linken Seite des Bocksitzes aus bedient wird. Zwischen den Kotflügeln des Vorder- und Hinterrades befinden sich auf jeder Fahrzeugseite Seitenstandbretter. Rechts und links über dem Motor ist je ein abnehmbarer Schlauchhaspel angebracht. An den Längsseiten des Fahrzeugrahmens sind Lagerungsvorrichtungen für zusammen 4 Saugeschläuche befestigt. Am Fahrzeugende kann auch noch ein zur Aufnahme von etwa 200 m Normalschlauch dienender zweirädriger Schlauchwagen aufgeprotzt werden. Das Maschinenaggregat ist im Wagenrahmen hängend angeordnet, und zwar die Pumpe vorn, der Motor rückwärts, ebenso der Bedienungsstand. Die Anlage ist von allen Seiten bequem zugänglich. Der Motor ist durch eine an der Rückseite und den beiden Längsseiten hochklappbare Blechverkleidung geschützt. Brennstoff- und Kühlwasserbehälter befinden sich zwischen Motor und Pumpe innerhalb der Blechhaube.

Textabbildung Bd. 341, S. 66

Welches Ansehen und insbesondere welches Vertrauen deutsche Feuerwehrgeräte im Auslande genießen, das beweist das Schlußbild (Abb. 20). Es zeigt die kirchliche Weihe einer Magirtus-Autospritze mit Aufprotzleiter (s. Abb. 6) in San Sebastian.

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