Titel: Leitsätze für TWL-Lichtbilder
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1927, Band 342 (S. 160–164)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj342/ar342043

Leitsätze für TWL-Lichtbilder

aufgestellt von der Technisch-Wissenschaftlichen Lehrmittelzentrale (TWL), Berlin NW 7.

Leitgedanke für die Anfertigung der Vorlagen zu Lichtbildern ist, daß das Bild in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit vollkommen erfaßt werden muß. Wird die Darstellung nicht in allen Teilen sofort verstanden, so grübeln die Hörer über unverstandene Einzelheiten nach, so daß die Aufmerksamkeit vom Vortrage abgelenkt wird. Probevorführung ist dringend anzuraten!

Textabbildung Bd. 342, S. 160

Für die Herstellung der Vorlagen für Lichtbilder und für die Anfertigung der Diapositive selbst sind folgende Punkte zu beachten.

  • 1. Jedes Bild soll einen bestimmten Gedanken in klarer, leicht verständlicher Form darstellen.
  • 2. Das Bild soll nach logischen Gesichtspunkten aufgebaut sein. Reihenfolge beim Betrachten von links nach rechts bzw. von oben nach unten.
  • 3. Darstellung möglichst schematisch. Das für den leitenden Gedanken (vergl. Punkt 1) Wesentliche ist auffällig herauszuarbeiten (Strichstärke, Färbung); Beiwerk ist fortzulassen oder abgeschwächt wiederzugeben. Jede überflüssige Linie schadet dem raschen Erfassen. Den verfügbaren Bildraum gut ausnutzen (vergl. Abb. 1)!
  • 4. Die Beschriftung innerhalb der Zeichnung soll kurz, aber klar und möglichst erschöpfend sein. Man vermeide unbedingt senkrecht stehende Schriftzeilen, weil diese vom Zuhörer nicht ohne Schiefhalten des Kopfes gelesen werden können.
  • 5. Soweit tunlich, ist der Maßstab zeichnerisch darzustellen oder ein anderer Anhalt für die Größe des Gegenstandes zu geben.
  • 6. Wird auf dem gleichen Bilde ein Teil der Hauptdarstellung vergrößert wiedergegeben, so ist in der Hauptdarstellung der betreffende Teil durch farbige Umrahmung kenntlich zu machen; die Sonderdarstellung ist ebenso zu umrahmen.
  • 7. Anstelle von Zahlentafeln sind im allgemeinen zeichnerische Darstellungen zu verwenden. Schaulinien nach Din 461!
  • 8. Gegenüberstellungen von Falsch und Richtig, von Alt und Neu und dergleichen sind möglichst auf einem Bilde, nicht auf getrennten Bildern nacheinander zu bringen („Falsch“ oder „Alt“ links bzw. oben, „Richtig“ oder „Neu“ rechts bzw. unten).
  • 9. Diapositive nach Zeichnungen können positiv (mit schwarzen Linien auf weißem Grund) oder negativ (mit weißen Linien auf schwarzem Grund) hergestellt werden. Positive Bilder erscheinen bei der Projektion, wesentlich heller und sind stets zu verwenden, wenn es sich um verwickelte Darstellungen handelt und wenn die unten gegebenen Vorschriften über Strichstärke, Strichabstand und Buchstabengröße nicht voll eingehalten werden können. Die TWL bevorzugt aber auch sonst dos positive Bild, weil dabei wegen der größeren Helligkeit mit geringerer Verdunkelung des Vortragsraumes gearbeitet werden kann, was besonders für den Unterricht wichtig ist.
    Negative Ausführung ist notwendig, wenn Linien und Schriftzeichen gefärbt werden sollen; sie wird deshalb meistens für Diapositive angewendet, die Schaulinien enthalten. Für die Färbung von Flächen ist die positive Ausführung günstiger; bei negativer Ausführung ist Flächenfärbung nur möglich, wenn das betreffende Flächenstück in der Originalzeichnung schwarz gehalten oder kräftig schraffiert wird.
    Im Ganzen genommen ist die Herstellung eines negativen Bildes schwieriger als die eines positiven. Wo nicht Erfahrungen vorliegen, ist deshalb die erstere Ausführung im Allgemeinen zu bevorzugen. Es steht nichts im Wege, in einem Vortrag abwechselnd positive und negative Bilder vorzuführen.
Textabbildung Bd. 342, S. 160
  • 10. Für die Herstellung von Diapositiven nach Photographien ist die Negativplatte oder ein klarer scharfer Abzug erforderlich. Nach Abdrucken von Photographien in Büchern oder Zeitschriften können gute Diapositive nicht hergestellt werden.
    |161| In der Photographie muß erforderlichenfalls durch Retusche das Wesentliche hervorgehoben, Nebensächliches (Hintergrund) abgedämpft werden. Sehr häufig ist auch Färbung wichtiger Teile zweckmäßig; damit die Färbung genügend hervortritt, dürfen die betreffenden Teile im Bilde nicht zu dunkel erscheinen, sind also gegebenenfalls durch Retusche aufzuhellen. Färbung größerer Flächen nicht zu kräftig!
    Sehr zu empfehlen ist es, bei Konstruktionszeichnungen bzw. schematischen Darstellungen von Konstruktionen eine photographische Abbildung des Gegenstandes auf demselben Diapositiv mit der Zeichnung zu bringen (Abb. 2). Man kann dazu entweder die Zeichnung in einer zu der Photographie passenden Größe herstellen und die Photographie auf das Zeichenblatt aufkleben oder die Zeichnung in der sonst üblichen Größe herstellen und auf photographischem Wege so vergrößern oder verkleinern, daß sie zu der Größe der Photographie paßt.
Textabbildung Bd. 342, S. 161
  • 11. Die Herstellung des Schriftstreifens mit weißer Schrift auf schwarzem Grund kann bei Diapositiven nach photographischen Aufnahmen in verschiedener Weise erfolgen:
    • a) dadurch, daß die Leiste in der Größe der Photographie auf Pauspapier gezeichnet und eine Sepiapause davon (negativ) unter die Originalretusche geklebt wird;
    • b) dadurch, daß die Schriftstreifen sämtlich in einer und derselben Größe (z.B. Größe 4 der Zahlentafel) geschrieben und durch Photographieren auf Bromsilberpapier auf die richtige Größe gebracht werden. Weiter wie bei a);
    • c) dadurch, daß der Unterschriftstreifen in Größe 1, d.h. in der Diapositivgröße, auf Pauspapier gezeichnet und unmittelbar auf die Negativplatte des Diapositivs geklebt wird, nachdem die Platte an dieser Stelle durch Abschaben von der Schicht befreit ist. Sehr sorgfältige Ausführung der kleinen Schrift, möglichst durch Lithographen, erforderlich!
      Der Schriftstreifen kann natürlich auch positiv, d.h. mit schwarzer Schrift auf weißem Grunde ausgeführt werden.
  • 12. Für das Färben der Diapositive und Pausen können Wasserfarben irgendwelcher Art benutzt werden. Manche Bildstellen bedienen sich flüssiger Farben, andere des Farbkastens „Kleinchen“ nach Ostwald (zu beziehen durch die Firma Spitta & Leutz, Berlin SW 68, Ritterstraße 64).
    Zu verwenden sind in erster Linie folgende Farben (Bezeichnung nach Ostwald): Kreß, Rot, Veil, Eisblau, Laubgrün. Farben bei „negativen“ Bildern nicht zu dunkel, namentlich Violett und Blau! Rot und Grün sind am leichtesten zu verwenden. Zum Unterschied von Blau ist ein gelbliches Grün zu nehmen.
    Durch gleiche Färbung wird jeweils die Zusammengehörigkeit von Bild und Schrift augenfällig gemacht, ebenso werden einander entsprechende Teile in dieser Weise gekennzeichnet.
    Bei Gegenüberstellung verschiedener Ausführungen gilt die rote Farbe für „Richtig“ und „Neu,“ ebenso für diejenigen Kurven, welche die besten Ergebnisse zeigen.
    Da die Zeichnungen für Diapositive häufig auch zur Herstellung von Druckstöcken benutzt werden müssen, farbiger Druck aber meist nicht möglich ist, so ist, soweit angängig, dafür Sorge zu tragen, daß die Zeichnungen auch ohne Färbung leicht verstanden werden können.
  • 13. Außenmaße der Diapositive 85 × 100 mm (DIN 108). Weißer aufgeklebter Streifen am unteren Rande des Glasbildes auf der dem Beschauer zugewandten Seite, wenn das Bild in der Durchsicht seitenrichtig erscheint.
Textabbildung Bd. 342, S. 161
  • 14. Für die Einteilung und Umrahmung des Bildfeldes wird genaue Innehaltung der Maße nach Abb. 3 und der Zahlentafel empfohlen.
    Im Autorfeld (links unten) ist der geistige Urheber des Bildinhaltes – bei wissenschaftlichen Darstellungen der betreffende Forscher, bei Konstruktionen der Konstrukteur |162| oder die Firma (gegebenenfalls beide) – zu nennen. Darunter ist das Jahr anzugeben, in dem die wissenschaftliche Untersuchung ausgeführt oder die Konstruktion entstanden ist. Wenn es sich um neuartige Darstellungen an sich bekannter Dinge handelt, so können in dem Autorfeld auch der Bearbeiter und das Jahr genannt werden, in dem die Darstellung ausgeführt ist. Dann muß aber im Mittelfeld der Unterschriftleiste gegebenenfalls auf den Urheber und das Entstehungsjahr des Darstellungsgegenstandes hingewiesen werden.
Textabbildung Bd. 342, S. 162
  • Im eigentlichen Bildfeld unten wird, wenn eine Beschreibung erschienen ist, zweckmäßig die Literaturstelle (Buch oder Zeitschrift) angegeben (Abb. 4).
    Bei Photographien oder Zeichnungen, die sich nicht gut anders als im Hoch- bzw. quadratischen Format wiedergeben lassen, kann Ausführung mit Seitenleiste entsprechend Abb. 5 gewählt werden. Breite der Leiste beliebig.
    Das TWL-Zeichen – im Eckfeld rechts unten – darf nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Technisch-Wissenschaftlichen Lehrmittelzentrale eingesetzt werden!
Textabbildung Bd. 342, S. 162
  • 15. Für Schrift, Strichstärke und Strichabstand halte man, soweit irgend möglich, die in der Zahlentafel angegebenen Maße ein! Bei „negativen Bildern“ ist eine Unterschreitung keinesfalls zulässig; aber auch „positive Bilder“ dulden keine erhebliche Unterschreitung. Wenn eine Darstellung sich nicht nach diesen praktisch erprobten Regeln ausführen läßt, so muß sie vereinfacht oder ganz fortgelassen werden. Es schadet der Wirkung des Vortrages, wenn Bilder vorgeführt werden, die nicht im ganzen Vortragsraum leicht zu erkennen sind.
  • 16. Als Zeichnungsgröße wird von der TWL durchweg Größe 4 der Zahlentafel verwendet, entsprechend den vierfachen linearen Abmessungen des Diapositivs. Größe 2 verlangt sehr saubere Ausführung der Schrift, wie sie ein technischer Zeichner im allgemeinen nicht zu leisten vermag, während bei Größe 8 die sehr starken Tuschestriche viel Zeit zum Trocknen erfordern, so daß die Ausführung zeitraubend ist.
    Papier: Weißer Karton (matt, pausfähig) oder Pauspapier weißer oder bläulicher Tönung (nicht grünlichen Ton wählen!). Lichtbeständigkeit Bedingung.
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Anhang 1.

Hauptgesichtspunkte für die Verwendung des Lichtbildes im Unterricht und Vortrag.*)

Unter den oben aufgeführten Leitsätzen sind am wichtigsten die Punkte 1 bis 3, die eine gründliche geistige Durcharbeitung der Darstellung fordern. Wird der Bildinhalt genau auf das zugeschnitten, was der Hörer aufnehmen soll, und auf das beschränkt, was er in der verfügbaren Zeit aufnehmen kann, so macht die „Lichtbildtechnik“ meist keine Schwierigkeiten mehr, weil sich die erforderlichen Strichstärken und Schriftgrößen fast von selbst ergeben. Die meisten Bilder leiden darunter, daß viel zu viel in das Bild hineingepreßt wird; wie überhaupt beim Vortrag und beim Unterricht, so kann auch beim Lichtbild nicht genug zur Beschränkung geraten werden.

Gut gewählte und gut durchgearbeitete, nicht zu zahlreiche Lichtbilder können einen Vortrag außerordentlich beleben und dem Vortragenden die Aufgabe erleichtern. Schlechte, schwer verständliche Bilder verlangen umständliche Erläuterungen und schaden unter Umständen mehr, als sie nützen. Bilder, die infolge Ueberladung mit Einzelheiten von den großen Gedanken eines Vortrages ablenken, statt sie zu erläutern-und ihnen Nachdruck zu geben, bleiben besser fort.

Die Bilder sollen groß und hell am Schirm erscheinen. In Vortragssälen rechnet man damit, daß die Breite des Lichtbildes etwa ⅙ der Entfernung der letzten Sitzreihen vom Schirm beträgt; besser ist das Verhältnis 1 : 4,5 bis 1 : 5, wie man es in Klassenräumen oft findet. Unter 1 : 8 darf man auch in den größten Sälen nicht heruntergehen.

Je größer das Bild, um so stärker muß die Lichtquelle sein. Für Schulräume von 9 bis 10 m Tiefe empfiehlt es sich, Projektionsapparate mit Glühlampen1) von nicht weniger als 500 Watt zu benutzen; die Verdunkelung braucht dann nicht sehr weit getrieben zu werden, namentlich bei positiven Bildern nach Zeichnungen. Für größere Räume reichen 1000 bis 1500 Watt aus. In ganz großen Sälen ist eine Bogenlampe vorzuziehen, die indessen einen geübten Vorführer erfordert und eher Anlaß zu Störungen geben kann.

Diapositive können außer auf photographischem Wege auch durch Zeichnen auf ganz klarer Gelatine hergestellt werden; das Blatt wird zwischen zwei Glasplatten fest montiert oder bei der Vorführung dazwischen eingelegt. Die Glasplatten sind im letzteren Falle durch einen Klebestreifen zu verbinden, so daß sie leicht auseinandergeklappt werden können. Dies ist eine billige und bei einfachen Darstellungen ausreichende Art der Lichtbildherstellung.

Episkopische Projektion von einem Druckblatt oder einer Zeichnung ist viel weniger hell als Projektion vom Glasbild und daher nur in kleineren Schulräumen bei vollständiger Verdunkelung zu verwenden. Auf größte Schärfe des Objektivs ist besonders zu achten!1)

Filmbänder mit einer Anzahl von einzelnen Projektionsbildern sind ebenfalls für kleine Räume brauchbar, wenn gute Projektionsapparate verwendet werden. Bei 100 Watt-Lampen von 30 Volt oder weniger pflegt die Helligkeit bei vollständiger Verdunkelung auszureichen. Die Bilder lassen sich aber nicht gut in der Reihenfolge vertauschen; sie sind aus diesem Grunde und wegen der notwendigen starken Verdunkelung mehr für Vorträge im Anschluß an den Unterricht, als für diesen selbst zu gebrauchen. Für Vorträge in technischen Vereinen kommen Filmbänder im allgemeinen nicht in Frage.

Bezüglich Vortragstechnik sei erwähnt, daß der Vortragende nicht gegen den Bildschirm hin sprechen darf, weil er dann, wenigstens in größeren Räumen, nicht verstanden wird. Wenn zur Erläuterung von Einzelheiten das Zeigen mit dem Stock erforderlich ist, so stelle man das Rednerpult und möglichst auch den Bildschirm etwas schräg, derart, daß der Redner mit leichter Wendung das Bild übersehen kann.

Bei Vorträgen vor einer großen Zuhörerschaft, bei denen die Zeit kostbar ist, sollte dem Vortragenden das Zeigen mit dem Stock unbedingt durch einen mit dem Vortrag genau vertrauten Assistenten abgenommen werden. Eine vorherige Probe an Ort und Stelle ist bei wichtigen Vorträgen dringend zu empfehlen, da oft in dem Aufbau der Lichtbildeinrichtung die gröbsten Fehler gemacht werden, die den Vortrag außerordentlich beeinträchtigen.

Man achte darauf, daß nicht die Lampe auf dem Rednerpult oder Lampen am Pressetisch die Hörer blenden und daß die Lampen ihren Schein nicht unmittelbar oder mittelbar (durch Reflex von einem weißen Papierbogen) auf den Lichtschirm werfen.

Wie sehr die freie Rede einem abgelesenen Vortrag überlegen ist, bedarf an dieser Stelle keiner Hervorhebung. Es sei darauf hingewiesen, daß gute Lichtbilder es auch einem weniger geübten Redner oft ermöglichen, frei zu sprechen, weil er durch die Bilder immer leicht den Faden wiederfindet.

Im übrigen kann bezüglich Regeln für Vorträge in Vereinen und auf Tagungen auf die Leitsätze verwiesen werden, die heute verschiedene Vereine ihren Vortragenden übergeben.

Anhang 2.

Aufgaben und Arbeiten der Technich-Wissenschaftlichen Lehrmittelzentrale (TWL).

Die Technisch-Wissenschaftliche Lehrmittelzentrale (TWL) ist ein gemeinnütziges, dem Deutschen Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine E. V. angeschlossenes Institut, das seit dem Jahre 1922 besteht.

Nach den Plänen ihres Gründers, des verstorbenen Dr.-Ing. E. h. O. Lasche, liegt den Arbeiten der TWL kurz gesagt folgender Gedanke zugrunde: Hebung des Wirkungsgrades bei der technisch-wissenschaftlichen Arbeit, bei der Arbeit des einzelnen sowohl wie im |164| Unterricht, bei Vorträgen und Lehrgängen. Dazu erforderlich: planmäßiges Sammeln alles wissenschaftlichen Stoffes und dessen Verarbeitung und Bereitstellung in bequem verwertbarer Form.

Von der TWL wird in diesem Sinne auf folgenden Wegen gearbeitet:

1. Durcharbeitung des feststehenden, bekannten Lehrstoffes für den Unterricht. Unter Mitarbeit von Fachleuten werden mustergültige, klare Darstellungen geschaffen, die sich einerseits zur Herstellung von Glaslichtbildern eignen, anderseits auch in Lehrbücher aufgenommen werden können,1) in denen sich heute oft noch recht mangelhafte Darstellungen finden.

2. Unterstützung der Vereine bei der Vorbereitung von Vorträgen bzw. größeren Tagungen durch Herstellung geeigneten Lichtbildmaterials, das weiter für Lehrzwecke verwendet werden kann.

3. Unterstützung der Industriefirmen bei der Verarbeitung ihres neuen Materials (Konstruktionen und Betriebs- oder Forschungsergebnisse) für Veröffentlichungs-, Vortrags- und Lehrzwecke. Auch für den inneren Betrieb – zur Unterrichtung des Personals, für Konferenzen u. dgl. – wird sich ohne Zweifel das Lichtbild bei der Industrie noch viel mehr als bisher einführen.

Die Sammlung der TWL umfaßt heute (Juni 1927) ungefähr 12000 verschiedene Diapositive. Im Vordergrund steht bei der Erweiterung der Sammlung der planmäßige Aufbau von Diapositiv-Reihen, die bestimmte Fachgebiete erschöpfend behandeln. Derartige Reihen bestehen u.a. bereits auf dem Gebiet der Herstellung und Verwendung der Bau- und Betriebstoffe, der Werkstattarbeitsverfahren – einschließlich Fließarbeit, Passungen usw. –, der Arbeitsmaschinen, der Wasser- und Wärmewirtschaft, der Kraftübertragung, der Elektrotechnik, des Kraftfahrwesens, der Unfallverhütung und Berufsberatung usw. Auch wissenschaftliche Grundlagen und Verfahren, beispielsweise Nomographie, ferner Wirtschaftsfragen (Statistik) sind in dieser Weise bearbeitet worden.

Die TWL macht auch die Arbeiten, die von anderen gemeinnützigen Körperschaften geleistet werden, für Lehrzwecke – insbesondere für Lichtbilder – nutzbar. Sie steht in Zusammenarbeit mit den dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit angeschlossenen Ausschüssen, insbesondere dem Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung, ferner mit dem Deutschen Ausschuß für technisches Schulwesen, der Arbeitsgemeinschaft deutscher Betriebsingenieure, der Unfallverhütungsbild G. m. b. H. und anderen gemeinnützigen Körperschaften, sowie mit dem „Deutschen Museum“ in München und dem „Technischen Museum“ in Wien. Besonders enge Beziehungen bestehen zu der Verkehrswissenschaftlichen Lehrmittelgesellschaft m. b. H. bei der Deutschen Reichsbahn, die in Anlehnung an das Vorbild der TWL geschaffen ist. Auch mit einer Reihe von industriellen Firmen wird dauernd zusammengerarbeitet.

Auf diese Weise entwickelt sich die TWL zu einer Zentralstelle für das gesamte technische Lichtbildwesen, in der ein Vortragender das Vorhandene in mustergültiger Ausführung erhalten kann. Zur Unterrichtung darüber, was verfügbar ist, dienen die Papierabzüge der Glasbilder, die leihweise verschickt werden, wenn das betreffende Fachgebiet bzw. der Gegenstand des Vortrages namhaft gemacht wird.

In technischen Vereinen hat sich das Verfahren als recht brauchbar erwiesen, daß an Hand von TWL-Diapositiven über den Stand eines Fachgebietes berichtet wird und dann eine Erörterung über die neuesten Fortschritte und Entwicklungsaussichten folgt.

TWL-Diapositive werden ausgearbeitet für alle Gebiete der Technik und für ihre Hilfswissenschaften, wie Mathematik, Naturkunde, Wirtschaftswissenschaft. Sie werden außer für Vorträge in Vereinen und auf Tagungen verwendet von Technischen Hochschulen, Universitäten, Handelshochschulen, technischen Fachschulen, Gewerbe- und Berufschulen und von den allgemeinbildenden Schulen. Die Darstellungen sind auch in Form von photographischen Abzügen und, soweit es sich um Zeichnungen handelt, zum großen Teil in Form von Lichtpausen der Originalzeichnungen in der Größe von 41 × 35 cm zu erhalten.

Häufig sind die TWL-Lichtbilder an vorhandene Veröffentlichungen angelehnt worden; in solchen Fällen wird die Quelle auf dem Bilde genannt. Zum Teil werden auch besondere Erläuterungen herausgegeben.

Von der TWL werden außerdem Lehrmodelle für den technologischen und Mechanikunterricht hergestellt.

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Vgl. hierzu auch die von-Dr.-Ing. e. h. Lasche gehaltenen Vorträge (Zusammenfassender Sonderdruck von der TWL zu beziehen, Preis RM 1,–); ferner Wölfe;, Normung des technischen Lichtbildes, Siemens-Zeitschrift vom März 1924.

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Die TWL weist geeignete Apparate für diaskopische und episkopisohe Projektion nach.

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Die TWL weist geeignete Apparate für diaskopische und episkopisohe Projektion nach.

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Die Erlaubnis hierfür ist für jeden Fall von der Technisch-Wissenschaftlichen Lehrmittelzentrale, Berlin NW 7, Dorotheenstr. 35, einzuholen.

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