Titel: Arbeitsplatzbeleuchtung an Werkzeugmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1929, Band 344 (S. 199–201)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj344/ar344041

Arbeitsplatzbeleuchtung an Werkzeugmaschinen.

Wenn man am Abend einmal durch einen Maschinenbetrieb geht und einen Dreher ganz unvermittelt fragt:

„Können Sie denn bei Ihrer Arbeit gut sehen?“, so kann man meist die Antwort schon aus dem Gesicht des Gefragten ablesen: „Darüber habe ich eigentlich noch gar nicht nachgedacht.“ Oft stellt es sich im Verlauf des Gespräches heraus, daß die Beleuchtung sehr schlecht ist und schon lange gestört hatte, ohne daß der Arbeitende recht wußte, weshalb. Fällt dann bei einer solchen Unterredung das Wort „Blendung“ und „abschirmen,“ dann erfährt man gewöhnlich, daß man sonst schon immer etwas vor die nackte Glühlampe gehängt hatte, ein Stück Zeitungspapier, einen alten Briefumschlag, ein Stück Blech u. ä. Das sei aber wieder heruntergefallen. –

Das Behelfsmäßige, Primitive scheint manchmal selbst an ganz modernen Werkzeugmaschinen gut genug zu sein. Als ob nicht durch umfangreiche Versuche festgestellt worden sei, daß sich durch die gute und reichliche Beleuchtung die Arbeitsleistung um wesentliche Prozentsätze erhöhen, die Arbeitsqualität erheblich verbessern läßt. Wer wird wohl mit stumpfem Werkzeug arbeiten, um Werkzeugkosten zu sparen? Ist eine Leuchte nicht auch eine Art Werkzeug?

Ueber die lichttechnischen Eigenschaften der Kandem-Arbeitsplatzreflektoren ist schon wiederholt geschrieben worden.*)

Aber auch die Anbringung und Einstellmöglichkeit der Leuchten ist gerade für deren Verwendung |200| an den verschiedenen Werkzeugmaschinen von großer Bedeutung. Am einfachsten gestaltet sich die Beleuchtung solcher Maschinen, bei denen das Werkstück direkt von oben gut betrachtet werden kann. (Abb. 3.)

Textabbildung Bd. 344, S. 200
Textabbildung Bd. 344, S. 200
Textabbildung Bd. 344, S. 200
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Hier verwendet man die einfachsten und daher auch die billigsten, sogenannten Kandem-Anschlußleuchten, die entweder an einem Schnur- oder Rohrpendel über der Maschine angebracht werden. Häufig muß man aber den Lichtstrom der Leuchte auch nach einer anderen Richtung lenken, sei es, daß man an der Rückseite der Maschine Licht braucht, sei es, daß man in einem neben der Maschine stehenden Werkzeugschrank etwas sucht u. ä.

Für alle solche Fälle ist es sehr praktisch, wenn man an Stelle der normalen Schnurpendelleuchte die hier abgebildete Hakenleuchte (Abb. 6) und an Stelle der einfachen Rohrpendelleuchte eine Leuchte mit Gelenkmuffe verwendet Diese zwar etwas teuren Ausführungen der Kandem- Arbeitsplatzleuchten werden wegen ihrer Verstellbarkeit meist bevorzugt. Die sinnreiche Einstellvorrichtung bei der Kandem- Hakenleuchte besteht aus einem dreh- und schwenkbaren Haken mit einer Oese, durch die die Pendelschnur hindurchgezogen wird. Will man den Lichtkegel in eine andere Richtung einstellen oder das Pendel verkürzen, so braucht man nur die Pendelschnur ein Stück durch diese Oese hindurchzuziehen und um den Haken zu schlingen, wie es die Abb. 6 zeigt.

Textabbildung Bd. 344, S. 200
Textabbildung Bd. 344, S. 200

Die Reibung zwischen Haken und Oese einerseits und der Pendelschnur andererseits genügt, um |201| die Leuchte in der jeweils eingestellten Höhe festzuhalten. Das Doppelreibungsgelenk zwischen Leuchtenhaube und Haken gestattet nun, den Reflektor sowohl in vertikaler, als auch in horizontaler Richtung zu schwenken, und damit den Lichtkegel in jede Richtung einzustellen.

Textabbildung Bd. 344, S. 201
Textabbildung Bd. 344, S. 201

Man kann natürlich auch, wie es die Abbildung 6 zeigt, die Leuchte mit dem Haken an einem beliebigen Gegenstand aufhängen.

An manchen Arbeitsmaschinen muß sich der Lichteinfall nach dem jeweiligen Werkstück richten. Bei Shaping-Maschinen z.B. muß man das Licht manchmal von rechts, manchmal von links haben. Häufig ist das Werkstück durch einen Maschinenteil verdeckt, so daß es nötig ist, daß man sogenannte Gelenkleuchten an der Maschine selbst oder an der Wand neben der Maschine anschraubt. (Abb. 5 und 8.)

Mit einem Griff kann bei solchen Leuchten der Lichtkegel dorthin gebracht werden, wo man gerade sehen will, sei es zum Nachmessen, sei es zum Anstellen der Supportskala oder des Teilkopfes. Die Anbringung von Gelenkleuchten ist zwar die teuerste, aber für viele Werkzeugmaschinen auch die einzig mögliche Lösung.

Textabbildung Bd. 344, S. 201

Die Abbildungen wurden von der lichttechnischen Spezialfabrik Körting & Mathiesen Aktiengesellschaft, Leipzig- Leutsch, zur Verfügung gestellt.

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Vergleiche Kandem-Monatsschrift Nr. 2 Seite 15/16 und Nr. 4 Seite 26.

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