Titel: Siemens-Schuckertwerke auf der Leipziger Frühjahrsmesse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1931, Band 346 (S. 50–55)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj346/ar346012

Die Siemens-Schuckertwerke auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1931.

Die Siemens-Schuckertwerke zeigten aus ihrem umfangreichen Arbeitsgebiet eine Anzahl ihrer Erzeugnisse.

Der schon von der vorjährigen Messe bekannte Hochleistungsölschalter der Typengruppe R 38 mit einer Abschaltleistung von 130000 kVA ist weiter für 10 kV bis 1000 A, und für 20 kV von 350 bis 600 A Nennstrom durchgebildet worden.

Die erst in neuester Zeit aufgetretenen Bestrebungen, Schaltanlagen ohne ölgefüllte Apparate zu bauen, also in der Hauptsache öllose Hochleistungsschalter, sind in großem Umfange verwirklicht worden.

Die Siemens-Schuckertwerke haben seinerzeit zwei verschiedene Typen von öllosen Hochleistungsschaltern entwickelt, den Preßluftschalter und den Expansionsschalter, von denen nach intensiver Forschungsarbeit und reiflicher Ueberlegungder Expansionsschalter zur laufenden Fabrikation gekommen ist.

Der Expansionsschalter benötigt keinerlei die Anlage komplizierende Hilfsbetriebe, sondern er erzeugt sich das zur Löschung des Lichtbogens erforderliche Temperaturgefälle durch adiabatische Expansion des entstehenden Dampfes selbst, und zwar in Abhängigkeit von dem zu unterbrechenden Strom.

Expansionsschalter für Innenraumanlagen sind bis zu 30 kV in großer Zahl in Arbeit und zum Teil seit langem in einwandfreiem Betrieb. Abschaltleistungen und Nennstromstärken konnten erheblich vergrößert werden. Die laufende Fabrikation von Hochleistungsschaltern ohne Oel nach dem Expansionsprinzip für höhere Spannungen, und zwar diese auch für Freiluftanlagen, wird von den SSW in Kürze aufgenommen.

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Ausgestellt war ein Hochleistungs-Expansions-Schalter für Zelleneinbau, fahrbar, mit Durchführungen, die eine gerade Leitungsführung von oben nach unten erlauben, mit einer Abschaltleistung von 400000 kVA bei 10 kV Betriebsspannung und 600 A Nennstrom. Bild 1 zeigt einen 30 kV-Hochleistungs-Expansionsschalter mit mindestens 500000 kVA-Abschaltleistung und zweifacher Unterbrechung in jeder Phase.

Textabbildung Bd. 346, S. 51

Um fehlerhaft gewordene Teile einer elektrischen Anlage, die in feuchten und chemischen Einwirkungen ausgesetzten Räumen installisiert sind, selbsttätig abzuschalten, wird der „Heiri“-Schalter (RWE-Heinisch-Riedl Schutztrennschalter) verwendet. Er ist ein Selbstschalter und hat eine Fehlerstromspule, die mit einem Ende an die sogenannte Schutzleitung, mit dem anderen an die Erdleitung angeschlossen wird. Sobald bei einem Leitungsfehler eine gefährliche Berührungsspannung (20–40 V) eintritt, bewirkt die Spule selbsttätig die sofortige Abschaltung.

Der „Heiri“-Schutz wird in erster Linie bei solchen elektrischen Gebrauchsgeräten verwendet, die nicht von Isolierstoffen umkleidet sind, wie z.B. Küchenherde, Waschmaschinen u.a.m.

Im Rahmen des zweiteiligen Diazed-Sicherungssystems sind die sogenannten „trägen Sicherungspatronen“ Tediazed bis zu Stromstärken von 350 A entwickelt worden.

Das bekannte Geka-Kippschalter-System trägt in jeder Hinsicht dem verwöhnten Geschmack Rechnung infolge der bequemen Schaltbetätigung und der eleganten Ausführung. Das einheitliche System ist durch eine Reihe neuerer Apparate ergänzt. Für die Apparate-Sockel ist allgemein Steatit verwendet worden.

Das Delta-Schalter-Steckdosen-System bringt durch seinen neuen, einheitlichen Aufbau sowohl in technischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht bedeutende Vorteile. Die Benutzung immer der gleichen Sockel, sei es bei Schaltern oder Steckvorrichtungen, sowie der gleichen Betätigungsorgane für Aufputz, Unterputz, isolierstoffgekapselte sowie wasser- und säuredicht-gekapselte Ausführung und andererseits die Benutzung stets der gleichen Gehäuse sowohl für Schaltet als auch für Steckdosen, bringt die erwünschte Beweglichkeit und Vereinfachung. Auch die Steckdosen mit Schutzkontakt sind in das Delta-System einbezogen.

Als Spezial-Schalter sind die viel gefragten Delta-Heizschalter für 10 und 25 A zu erwähnen, die in Rücksicht auf die bei elektrischen Heizkörpern, Herden, Oefen usw. auftretenden Beanspruchungen und für alle in Frage kommenden Schaltungen gebaut sind.

Das umfangreiche Leuchten-Material ist durch neue preiswerte Modelle von Innen- und Außenleuchten usw. erheblich erweitert worden.

Bestrahlungssonnen in neuer verbesserter Ausführung zur Verwendung von Osram-Vitalux-Lampen sind für medizinische Zwecke und zur Heilbehandlung im Heim bestimmt (Bild 2).

Textabbildung Bd. 346, S. 51

Es wird eine Serie moderner Kleinstmotoren in verschiedenen Ausführungsformen gezeigt. Die Motoren werden nicht nur mit Gehäuse und Lagerschilden, sondern auch als Einbaumotoren hergestellt, so daß das gewickelte Stator-Blechpaket und der auf eine Welle aufgezogene Rotor unmittelbar in die Arbeitsmaschinen eingebaut werden können. Einbau-Kleinstmotoren mit Lagerrahmen ermöglichen ebenfalls einen sehr zweckmäßigen Zusammenbau mit den verschiedenartigsten Arbeitsmaschinen, wie z.B. Ventilatoren (der kleinste Protos-Tischfächer mit einem Flügeldurchmesser von 160 mm ist hier besonders erwähnenswert), Pumpen, medizinischen Apparaten und dergl. Bemerkenswert ist weiterhin eine Reihe neuer geschlossener Drehstrommotoren für kleinste Leistungen. Das Gehäuse der Motoren ist aus gepreßtem Stahlblech. Die Motoren haben Oberflächenkühlung, das Motorinnere ist dabei vollständig gegen die äußere Umgebung abgeschlössen, |52| so daß die Motoren nicht verschmutzen können.

Als Neuerung wird ferner die an einen Motor angebaute „Siemens-Schwab-Spannrolle“ DRP gezeigt. Die Vorteile dieser Konstruktion bestehen in der gedrängten und einfachen Bauart und in der Möglichkeit, radial nach allen Richtungen treiben zu können.

Die ausgestellten Bürstenhalter gaben eine Uebersicht über das gesamte Gebiet der stromabnehmenden Elemente, die heute, abgesehen von Spezialausführungen, bei den kleinsten bis zu den größten Gleich- oder Wechselstrom-Maschinen verwendet werden.

Die Elmo-Hauswasserpumpen LPW (Bild 3) dienen hauptsächlich für die Wasserversorgung einzelner Häuser und Gehöfte, zum Gartensprengen usw. Außerdem sind sie für zahlreiche Sonderzwecke in Industrie und Landwirtschaft zu verwenden. Sie sind überall dort zu empfehlen, wo eine öffentliche Wasserleitung fehlt, aber elektrische Energie zur Verfügung steht. Die Elmopumpen sind, weil gegeneinanderreibende Teile vermieden sind, gegen gelegentlich mitgerissene Fremdstoffe wenig empfindlich. Sie haben im Gegensatz zu den handelsüblichen Kreisel- oder Zentrifugalpumpen die wertvolle Eigenschaft des Selbstansaugens. Die Elmopumpen saugen selbst bei leerem Saugrohr auch bei den größten praktisch in Frage kommenden Saughöhen unbedingt sicher an. Kleine Undichtigkeiten in der Saugleitung beeinträchtigen ihre Wirkung nicht.

Textabbildung Bd. 346, S. 52

In Sonderausführung als Oelpumpen fördern sie auch dünnflüssiges Maschinenöl oder Rüböl und können dann bei Werkzeugmaschinen verwendet werden, um das Kühlmittelöl im Umlauf zu erhalten.

Eine weitere Sonderausführung ist die Benzinpumpe zur Förderung von Benzin oder ähnlichen Brennstoffen. Diese findet bereits, nach Bild 4 eingebaut, in Tanksäulen umfangreiche Verwendung. Der Motor dieser Pumpe ist durch druckfeste Kapselung gegen Explosionen geschützt, so daß er den baupolizeilichen und feuerpolizeilichenVorschriften für die Errichtung von Tanksäulen entspricht. Der Tanksäulenwärter wird durch die Verwendung der elektrischen Pumpe von der auf die Dauer ermüdenden Bedienung der Handpumpe befreit. Die ersparte Zeit kommt der sonstigen Bedienung seiner Kundschaft zugute.

Textabbildung Bd. 346, S. 52

Der zweistufige Wasserring-Kompressor nach Bild 5 liefert vollständig ölfreie Druckluft, wie sie z.B. an den Faß- und Flaschenabfüllmaschinen sowie im Gärkeller von Brauereien, ferner bei Wasserreinigungsanlagen benötigt wird. Die teuren, ständige Wartung erfordernden Luftfilter zur Oelabscheidung werden gespart.

Textabbildung Bd. 346, S. 52
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Der Kompressor arbeitet nach dem Wasserringprinzip und hat daher weder Kolben noch aufeinandergleitende Schieber.

Auf dem Stand des Zählerwerkes der SSW wurden etwa 40 verschiedene Zähler und Tarifapparate ausgestellt. Ein Fernzählwerk und ein Summenfernzählwerk mit schreibendem Maximumzeiger wurden im Betrieb vorgeführt.

Auf dem Gebiet der Kabel und Leitungen wurden drei Neuheiten gezeigt: Die Fortschritte in der Kabeltechnik ermöglichen die Beherrschung aller vorkommenden Uebertragungsspannungen. Die betriebssichere Uebertragung von Höchstspannung gelingt aber nur, wenn zur Imprägnierung und Füllung der Kabel dünnflüssiges Oel verwendet wird. Oelgefüllte Kabel unterscheiden sich im Aufbau von den gebräuchlichen masseimprägnierten Kabeln nur durch die im Leiter oder in den Beilaufzonen vorgesehenen Hohlräume, in denen der Oeltransport bei Temperaturänderungen vor sich geht. Oelkabel haben bei beträchtlich geringerer Isolationsstärke eine beträchtlich höhere Lebensdauer als Massekabel, sind bedeutend stärker belastbar und unbedingt stabil, da Hohlraumbildung während der Fabrikation und des Betriebes ausgeschlossen ist. – Diese günstigen Eigenschaften der Oelimprägnierung können mit Vorteil auch auf Kabel mittlerer und niedriger Spannung übertragen werden, bei denen aus Gründen der Stabilität und elektrischen Festigkeit Masseimprägnierung nicht genügen würde.

Bei dem Bau neuzeitlicher Schaltanlagen wird auf Raumersparnis Wert gelegt. Weiterhin ist man bestrebt, Anhäufungen von Oel und Massen zu vermeiden. Die von den SSW durchgebildeten massearmen Wickel-Endverschlüsse mit Dichtungskappen, die die gußeisernen Endverschlüsse ersetzen sollen, tragen diesen Forderungen Rechnung.

Das Protoflexrohr zur Verlegung unter Putz ist ein den VDE-Vorschriften entsprechendes biegsames Gummirohr, um das auf seiner ganzen Länge eine Spirale aus verzinktem Eisendraht fabrikationsmäßig herumgelegt ist. Diese Versteifung ermöglicht Lieferung des Rohrs in Ringen und verhindert Vor allem ein Flachdrücken sowohl beim Transport als auch beim Lagern und der Verlegung.

Von Erzeugnissen des Metallwerks Gartenfeld zeigen die SSW Freileitungsmaterialien wie Drähte und Seile aus Kupfer und Bronze sowie Aluminium und Aluminium-Legierungen, weiterhin Hohlseile aus Kupfer und Aluminium sowie Kupferfahrdrähte, Stangen aus Kupfer, Messing und Aluminium, rund, flach und profiliert von den dünnsten bis zu den stärksten sowie kompliziertesten Ausführungen für alle Verwendungszwecke sind ausgestellt, ferner Bänder aus Kupfer, Messing und Aluminium. Außerdem sieht man Warmpreßteile in Kupfer, Messing und Aluminium in den verschiedensten Legierungen, um entsprechende Härtegrade und Verwendungsarten zu erzielen.

Verschiedene Gegenstände aus Weichgummi, Hartgummi sowie Preßteile aus Bakelit wurden gezeigt.

In Weichgummi sind Muster in den verschiedensten Formen für die technische wie auch für die chemische und andere Fabrikationen vorhanden.

In Hartgummi sehen wir Artikel für die elektrotechnische, chemische, Füllfederhalter- und Radio-Industrie; ferner Muster in Platten, Stäben und Rohren.

Bakelitpreßteile in den verschiedensten Aufmachungen zeigen die Leistungsfähigkeit des Gummiwerks der Siemens-Schuckertwerke, das auf die Herstellung von großen Preßstücken eingerichtet ist.

Eine wesentliche Neuerung ist das ausgestellte Elektroden-Tiegelsalzbad. Der Eisentiegel gestattet das Arbeiten mit Salzen, die in Oefen mit Schamotteauskleidung wegen ihrer zerstörenden Wirkung auf die Zustellung nicht verwendet werden können, z.B. von Durferritsalzen und Natriumsulfat. Die Erwärmung kommt infolge direkten Durchgangs des Stromes durch das Salz zustande. Der Strom wird dem Bad durch 3 Elektroden, die in die Salzfüllung hineinhängen, zugeführt. Diese sind so ausgebildet, daß sie bei entsprechender Schaltung zum Schmelzen der Salzfüllung benutzt werden können. Gegenüber Oefen mit außenbeheizten Tiegeln hat das Elektroden-Tiegelsalzbad den Vorteil einer geringeren Abnutzung des Tiegels, da dieser fest von der Wärmeisolierung umschlossen ist und die Wärme direkt im Salz erzeugt wird.

Textabbildung Bd. 346, S. 53

Der Muffelofen nach Bild 6 ist speziell für das Brennen von Farben auf keramischen Produkten, wie Glas, Porzellan und Steingut, geeignet. Von den normalen Glühöfen unterscheidet er sich im wesentlichen durch die schwächer gehaltene Wärmeisolation und die geringere Heizleistung, die beide so gewählt sind, daß sich die für das Farbbrennen zweckmäßigen Anwärme- und Abkühlzeiten ergeben. Eine genauere Temperaturführung |54| beim Anwärmen und Abkühlen ist mittels eines automatischen „Programmreglers“ möglich, mit dem der ausgestellte Ofen ausgerüstet ist. Näheres über diesen Programmregler ist im Messebericht der Siemens & Halske A.-G. enthalten.

Die Heizwicklung aus Chromnickel ist in allen vier Wänden (einschl. Tür) und im Boden untergebracht. Der Anschluß wert beträgt etwa 12 kW. Die lichten Abmessungen der Muffel sind 550 × 550 × 350 mm.

Textabbildung Bd. 346, S. 54

Die elektrisch beheizte Vulkanisiermulde nach Bild 7 dient zur Vornahme von Reparaturen und Neugummierungen von Autoreifen von 4,00 bis 6,00'' Breite. Sie besteht aus einem zweiteilig ausgeführten Gußkörper, der außen von einem wärmeisolierenden Kasten umgeben ist. Zwischen Gußkörper und Wärmeisolierung ist die Heizwicklung aus hochwertigem Chromnickeldraht untergebracht, der von keramischen Wicklungsträgern gehalten wird. Die Muldenhälften sind gegeneinander durch zwei Handräder zu verschieben, so daß Reifen verschiedener Breite eingesetzt werden können. Damit die Reifen auf der ganzen Oberfläche gut zum Aufliegen kommen, werden zwischen die beiden Muldenhälfen noch Reduziereinlagen aus Aluminium eingesetzt. An den Muldenhälften sind oben Oesen angebracht, in die Druckbügel eingelegt werden, die durch Druckspindeln ein Einpressen des mit Sandsack oder mit Luftheiz schlauch ausgefüllten Reifens in die Mulde gestatten. Die Mulde ist auf einem Untergestell montiert, an dem die Stromanschlüsse und vier Drehschalter zum Zu- und Abschalten der einzelnen Heizgruppen der Mulde angebracht sind.

Die Anschlußleistung der Vulkanisiermulde beträgt 3,5 kW bei dreiphasigem Anschluß an 380 V Drehstrom. Die Heizleistung ist in vier Heizzonen (zwei Boden- und zwei Seitenheizgruppen) unterteilt, die einzeln abschaltbar sind.

Die Heizleistung der Mulde wird durch eine Temperaturregelanlage selbsttätig gesteuert, wodurch eine sehr genaue Einhaltung der am Regler beliebig eingestellten Arbeitstemperatur gewährleistet wird.

Die mit einem Elektromotor direkt zusammengebauten Fliehkraftlüfter VL sind einseitig saugendeLüfter, die zur Förderung von Luft oder Gasen bis zu 80° G geeignet sind. Sie saugen das Fördermittel axial an, und blasen es tangential, d.h. in der Richtung des Umfanges, aus.

Anwendungsgebiete dieser Lüfter sind: Allgemeine Belüftung und Entlüftung von größeren Räumen, z.B. Theater, Kinos, Gaststätten und dergl., sowie Werkstätten und Lagerhallen. In Verbindung mit Heiz- oder Luftkühl-Geräten dienen sie auch zur Lieferung von Warm- oder Kaltluft. In Sonderausführung eignen sie sich für Saugzug-, Staubabsaugungsanlagen usw.

Die Schmiedefeuer-Gebläse sind durch Elektromotoren angetriebene Fliehkraft-Gebläse. Sie genügen je nach ihrer Größe für 1 bis 10 Schmiedefeuer.

Neue Hilfsmittel für die Werkstatt sind die Staubsauggeräte VSUG bzw. VSRG für ein bis zwei Absaugestellen (Bild 8). Sie dienen zur Absaugung des Schleifstaubes einzelner Schleifmaschinen, wie sie hauptsächlich in der Holz und Metall verarbeitenden Industrie vorkommen. VSUG ist nur für Scheiben bis zu 250 mm Ø bestimmt, während die Leistung des größeren Gerätes VSRG bis zu einem Schleifscheiben-Durchmesser von 500 bis 600 mm ausreicht. Das Gerät VSUG besteht aus einem kleinen Gebläse mit Universalmotor und auf der Saugseite angebrachtem Spiralschlauch, der an eine die Schleifscheibe umgebende Saughaube angeschlossen wird. Der abgesaugte Staub wird in einem unmittelbar an der Ausblasöffnung angeordneten Filtersack abgeschieden, während die Luft durch die Zellen des feinmaschigen Sackgewebes in den Raum zurückströmt.

Textabbildung Bd. 346, S. 54

Um Feuersgefahr auszuschalten, ist der Filtersack feuersicher imprägniert. Durch den Rücktritt der Luft in den Raum wird gleichzeitig die in der Luft enthaltene Wärme dem Raum erhalten. Durch die Einzelabsaugung erübrigt sich die Verlegung von störenden und kostspieligen Rohrleitungen. Die Behinderung bei der Aufstellung und beim Platzwechsel von Maschinen wird vermieden. Durch günstige Anordnung des Fußes läßt sich das Gerät bequem an den Sockel der Schleifmaschine anbauen. Weitere Vorteile sind: Stromersparnis, da das Gerät gleichzeitig mit der |55| Maschine ein- und ausgeschaltet wird, und geringe Anschaffungskosten.

Der Siemens-Betz-Schraubenlüfter ist ein Axial- oder Schraubengebläse. Seine Flügel sind nach der Form der Flugzeugtragflächenprofile gemäß den neuesten Erkenntnissen der Aerodynamik durchgebildet. Wo der gewöhnliche Wandlüfter wegen zu hohen Gegendrucks nicht verwendbar ist und der Fliehkraftlüfter wegen seiner Umlenkung der Strömungsrichtung sich zum Einbau nicht eignet, ist der Siemens-Betz-Schraubenlüfter am Platz. Er drückt, wie alle Schraubenlüfter, die Luft auf dem einfachsten Wege in axialer Richtung fort. Er fördert aber auch gegen aufkommenden Wind, durch Rohrleitungen, durch Luftkanäle, gegen statische Drücke bis zu etwa 100 mm Wassersäule. Dabei arbeitet er mit einem Wirkungsgrad bis zu 72 %, übertrifft somit in dieser Hinsicht alle gewöhnlichen Schraubenlüfter. Sein Leistungsbedarf ist äußerst gering. Seine einfache, den Bedürfnissen der Praxis weitestgehend angepaßte Bauart erlaubt bequemen Einbau in waagerechter oder senkrechter Lage an jeder gewünschten Stelle. Er ist wesentlich billiger als Fliehkraftlüfter und kann diese in vielen Fällen ersetzen, wo sie bisher unentbehrlich waren. Verwendungsgebiete sind: Belüftung und Entlüftung jeder Art von Räumen, wie Theater, Kinos, Säle, Gaststätten, gewerbliche und industrielle Betriebe; Saugzug- und Entstaubungs-Anlagen; Kühlung elektrischer Maschinen. Siemens-Betz-Schraubenlüfter eignen sich auch zum einmaligen oder mehrfachen Einbau in Hintereinanderschaltung in Rohrleitungen ohne Unterbrechung der Strömungsrichtung.

Von den SSW entworfene und gelieferte Antriebe von Werkzeugmaschinen fanden sich auf den Ständen fast aller bedeutenderen Werkzeugmaschinenfabriken. In steigendem Maße werden polumschaltbare Motoren und bezüglich der Bauart Flanschmotoren verwendet. Es wird auch diesmal wieder eine größere Anzahl neuer Sonderantriebe gezeigt, von denen besonders die für eine Widiafräsmaschine und die für eine kombinierte Hobel- und Fräsmaschine zu erwähnen sind; ganz besondere Beachtung verdient der Mehrmotorenantrieb mit Universaldruckknopfsteuerung einer neuartigen Räderfräsmaschine für Räder bis 6 m Durchmesser. Zu beachten sind ferner die elektrischen Antriebe für Holzbearbeitungsmaschinen, insbesondere sei auf die Sonderantriebe für Hobel- und Fräsmaschinen durch die neuen hochtourigen SSW-Doppelmotoren hingewiesen.

In der Textilhalle wurde auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl Textil-Sonderantriebe der SSW in zweckmäßigem Zusammenbau mit den Arbeitsmaschinen der Herstellerfirmen im Betrieb vorgeführt.

Organisch mit den Arbeitsmaschinen zusammengebaute Webstuhlmotoren zeigen den heutigen Stand der Entwicklung.

Besonders erwähnt sei der in eine Pendelzentrifuge eingebaute Spezial-Motor, der auf der Trommelachse aufgesetzt, einen idealen Antrieb ohne Baugrube darstellt und in Verbindung mit der vollautomatischen Druckknopfsteuerung allen modernen Anforderungen genügt.

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