Zur Kenntniſs des Aconitins. In Winschoten wurde dadurch eine tödtliche Vergiftung mit Aconitin veranlaſst, daſs der Apotheker statt des vom Arzt gemeinten salpetersauren Aconitins von Friedländer in Berlin das von Petit verabreicht hatte. Nach den Versuchen von P. C. Plugge (Archiv der Pharmacie, 1882 Bd. 220 S. 33) wirkt nun das salpetersaure Aconitin von Petit 8 mal so stark giftig als das von Merck und 170mal so stark als das von Friedländer, so daſs keineswegs alles, was unter dem Namen deutsches Aconitin im Handel vorkommt, auf eine Linie gestellt werden darf. Das Aconitin von Petit und das von Merck sind heftige Herzgifte, bei dem von Friedländer treten mehr die Lähmungserscheinungen hervor. Durch die Untersuchungen von Wright und Luff hat sich erwiesen, daſs in den Knollen des Aconitum Napellus auſser Aconitin (C33H43NO12) noch zwei andere Stoffe enthalten sind, das unwirksame bittere Picraconitin (C31H45NO10) und ein dritter noch nicht näher untersuchter Stoff. In Folge der mehr oder weniger sorgfältigen Bereitung, des verschiedenartigen Wachsbodens der Knollen u.s.w. können also die im Handel unter demselben Namen vorkommenden Präparate Mischungen sein, welche des giftigen Aconitins mehr oder weniger enthalten.