Text-Bild-Ansicht Band 74

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verknüpft seyn, es in bedeutenden Quantitäten darzustellen. Die Reinheit des Metalls ist von so sehr vielen Einflüssen abhängig, daß man nicht einmal von derselben Hütte immer ein gleiches Metall erhalten kann. Geringe Beimengungen anderer Erze als der gewöhnlich verarbeiteten, andere Kohlen, als man meist anzuwenden pflegt, ein etwas veränderter Gang des Ofens – alle diese Umstände bringen schon eine Verschiedenheit des Metalls hervor. Es gibt zwar Kupfersorten, welche immer, wenigstens hinsichtlich eines oder des anderen Bestandtheiles, dieselbe vollkommene Reinheit zeigen, z.B. das Amalgamationskupfer, welches völlig bleifrei ist; so die brasilianischen Kupfermünzen, welche fast völlig silberfrei sind (ich habe Münzen von zwei sehr verschiedenen Prägejahren untersucht und in beiden dieselbe ungemein geringe Menge Silber gefunden), aber theils sind diese Metallsorten selten und daher sehr theuer, theils sind manche Bestandtheile durchaus nicht schädlich, wie eben das Silber; so daß es eine ganz falsche Maßregel seyn würde, mit bedeutenden Kosten ein Kupfer anzukaufen, weil es immer denselben höchst geringen Silbergehalt zeigt. Ein solches constantes Verhältniß indessen ist selten, und wir finden uns oft getäuscht, wenn wir einer einstmals angestellten Untersuchung zufolge eine bestimmte Kupfersorte für gut halten und sie im Vertrauen darauf kaufen und verarbeiten. So steht z.B. das sogenannte japanische Kupfer in dem Rufe hoher Reinheit, eben so das russische Kopekenkupfer, und beide mit völligem Rechte. Das leztere, welches sehr vielfältig verbraucht wird zu Arbeiten, die ein reines, namentlich eisenfreies Kupfer erfodern, wird gewiß selten den Erwartungen nicht entsprechen, und die Materialien, die Fabrication, aus denen es hervorgeht, bürgen dafür; aber es könnte sehr leicht möglich seyn, daß eine Hütte, welche z.B. meist Malachit und ähnliche Erze verarbeitet, zufällig auch ein unreines Mineral mit benuzt, so daß das Kupfer das einemal nicht so rein ausfällt wie gewöhnlich. Es ist nicht zu läugnen, daß das Kopekenkupfer zuweilen Beimengungen zeigt, die sich meist darin nicht finden.

Es ist schon bemerkt, daß ein so complicirter Proceß, wie der des Hüttenbetriebes, namentlich bei manchen Metallen, es ganz unmöglich macht, völlig reines Metall zu erhalten, und man muß sehr froh seyn, wenn man ein von gewissen Verunreinigungen völlig freies Product bekommt. Man darf daher niemals so weit gehen, ein Metall zur Anwendung verwerfen zu wollen, welches fremde Bestandtheile enthält, und niemals ein solches Metall verlangen, weil diese Bedingung unmöglich erfüllt werden kann. Das Arsenik ertheilt den meisten Metallen Eigenschaften, welche ihm nicht