Text-Bild-Ansicht Band 149

Bild:
<< vorherige Seite

Vortheile dieses Verfahrens.

Diese sind sehr erheblich und bestehen hauptsächlich im Folgenden:

1) Ist die Zersetzung des salpetersauren Natrons durch Chlorkalium eine schnelle und vollständige.

2) Ist die Befreiung des abfallenden Kochsalzes von dem anhängenden Kalisalpeter eine außerordentlich leichte und ganz vollständige.

3) Ebenso ist die Reinigung des Salpeters vom Kochsalz sehr einfach und vollständig.

4) Kommen bei demselben keine Verluste vor, daher denn auch die Ausbeute eine sehr große und namentlich bedeutend größer als bei allen andern Fabricationsmethoden ist, so daß man bei Anwendung von gutem Chilisalpeter von 100 Pfd. desselben bis zu 118 Pfd. Kalisalpeter zu erhalten vermag.

5) Bringt die gewöhnliche Verunreinigung der beiden Rohstoffe mit Kochsalz in der Manipulation keinen Nachtheil, da eben Kochsalz das abfallende Nebenproduct ist.

6) Läßt sich das Verfahren in einer sehr schönen geregelten Weise durchführen und verursacht die Aufarbeitung der Mutterlaugen keine Mühe. Durch ihr stetes Mitversieden verarbeitet man dieselben ohne es fast zu bemerken.

XIV. Ueber die Gewinnung der Soda direct aus Kochsalz; vom Professor Dr. Heeren.

Aus den Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereins, 1858 S. 18.

Im Jahre 1838 erhielten die Engländer Dyar und Hemming ein Patent auf eine von ihnen erfundene Methode der Sodagewinnung direct aus Kochsalz,6) welche zwar, wie es scheint, nie zur dauernden Ausführung im Großen gekommen ist, jedenfalls aber, nächst der allgemein gebräuchlichen Methode von Leblanc, zu den sinnreichsten und

6)

Die Beschreibung derselben wurde im polytechn. Journal Bd. LXXIV S. 129 mitgetheilt.

A. d. Red.