Text-Bild-Ansicht Band 149

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Stahl einen hohen Grad von Zähigkeit, Weichheit und Geschmeidigkeit. Je weniger das Oel beim Eintauchen des Stahls erhitzt ist, desto härter wird derselbe, zugleich aber auch weniger zähe und geschmeidig.

Der Ofen, in welchen der geschmolzene Stahl gestellt wird, nachdem er in die Formen gegossen wurde, muß verschlossen werden können und die Flamme oder das verbrennende Heizmaterial darf mit dem Metall nicht in Berührung kommen, sondern nur die Hitze.

Damit beim Härten das sehr stark erwärmte Oel nicht verdampft und auch nicht anbrennt, muß das Gefäß mit einem beweglichen, dicht schließenden Deckel versehen seyn, den man nur beim Einbringen und Herausnehmen öffnet. Jedenfalls ist es am zweckmäßigsten, stets eine größere Oelmenge und daher große Gefäße anzuwenden.

II. Um Werkzeuge, Instrumente, Achsen, Räder oder Stäbe von ähnlicher Beschaffenheit darzustellen, richte ich zuerst eine Form aus den oben angegebenen Materialien vor (wenn sie aus Gußeisen besteht, muß sie innen mit einem Ueberzuge versehen werden, damit der flüssige Stahl nicht daran hängen bleibt). Die Formen müssen genau die Gestalt der zu producirenden Artikel haben. Sie kommen in einen verschlossenen und bis zum Kirschrothglühen erhitzten Ofen, in welchem sie das Feuer oder die Flamme nicht berühren kann; in dem Ofen bleiben sie, bis sie dessen Hitze angenommen haben; dann werden sie herausgenommen, mit dem geschmolzenen Stahl angefüllt und sofort in den Ofen zurückgebracht, worin sie so lange bleiben, bis der gegossene Gegenstand zur Kirschrothgluth abgekühlt ist. Ist dieß erfolgt, so werden die Güsse aus den Formen genommen und zum Härten und Anlassen in ein flüssiges Gemisch getaucht, welches eine Temperatur von 100 bis 150° Fahr. (38 bis 66° C.) erhält, wenn die darzustellenden Artikel bedeutend hart werden sollen; Kantenrisse und andere Unganzheiten werden bei diesem Verfahren gänzlich vermieden. Ertheilt man der Härteflüssigkeit eine Temperatur über 150° Fahr. (66° C.), so werden die Stahlartikel verhältnißmäßig weicher. Der geschmolzene Stahl, sowie die gegossenen Artikel sollen bei diesem Verfahren so wenig als möglich der Atmosphäre ausgesetzt werden. – Patentirt in England am 22. August 1857.