Text-Bild-Ansicht Band 149

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daß sie gerade unter die Oberfläche untergetaucht sind. Das was das destillirte Wasser aus der Haut auflöst, senkt sich zu Boden und wird sofort durch reines Wasser ersetzt. Es genügt bei 5–10 Grm. Haut das destillirte Wasser des Glascylinders nach je 24 Stunden 4–5mal zu erneuern, um dahin zu gelangen, daß eine unter der Luftpumpe getrocknete Probe keine Gewichtsabnahme mehr zeigt. – Die Veränderungen, welche die Haut auf die Lösung von Gerbmitteln hervorbringt, lassen sich am besten an den Lösungen selber beobachten. – Zur Behandlung der gereinigten und ausgewaschenen Haut mit den Gerbmitteln bringt man die Lösung von angemessener Stärke in ein dünnes Becherglas von 150–200 Grm. Inhalt, welches man auf einer empfindlichen Waage wiegen kann. Das Glas ist von Oben mit einer aufgeschliffenen Glasplatte als Deckel verschließbar. Die schwache Verdunstung, welche trotz des Glasdeckels immerhin während der Dauer des Versuchs noch stattfindet, läßt sich so aufs Genaueste mit der Waage controliren; ein Glasstab als Rührer zum Bewegen der Haut ist mit eingeschlossen. Auf diese Art ist man im Stande, jede Aenderung im Gewicht des Ganzen zu controliren. Die Quantität dessen, was die Haut aus der Flüssigkeit ausnimmt und fixirt, ergibt sich aus der Analyse des Bestandes der Lösung vor und nach dem Versuch, auf ihre Quantität berechnet. Auf diese allerdings mühsame und zeitraubende Art, welche in manchen Fällen durch Titriren abgekürzt werden kann, kann man die Einwirkung der Haut und der Gerbesubstanzen studiren, ohne den mindesten störenden Eingriff in den Act ihrer gegenseitigen Bindung.

Gerbversuch mit Alaun.

In 40,655 Grm. einer verdünnten Lösung von gewöhnlichem, mehrmals unkrystallisirtem Alaun legte man unter wiederholtem Umrühren ein in destillirtem Wasser völlig ausgewaschenes Stück einer Kalbsblöße von 3,862 Grm. Trockengewicht 2 × 24 Stunden ein. Die ausgewaschene Haut wurde zuerst zwischen Fließpapier, dann unter der Luftpumpe über Schwefelsäure getrocknet, gewogen, nachher in destillirtem Wasser wieder aufgeweicht und sammt dem letzten der Alaunlösung zugesetzt, indem man den dadurch hervorgebrachten Gewichtszuwachs bestimmte. – Die Alaunlösung vor dem Versuch wog 40,655 Grm.; 19,822 Grm. derselben gaben 0,225 Thonerde, entsprechend 1,132 wasserfreiem Alaun; – die Lösung nach dem Versuch wog 40,164 Grm.; 13,984 derselben gaben 0,144 Thonerde und 0,408 Schwefelsäure, entsprechend 0,690 wasserfreiem Alaun. Es war daher