Text-Bild-Ansicht Band 148

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diese Schwierigkeiten zu überwinden und die Anwendung der neuen Anstreichfarbe leicht zu machen.

Die Flüssigkeit, welche bei diesem Anstrich das Leinöl und das Terpenthinöl der gewöhnlichen Ansteichfarben ersetzt, ist eine wässerige Auflösung von Chlorzink, in welcher ich Weinstein (zweifach-weinsteinsaures Kali) auflöse. Dieses Salz besitzt im höchsten Grade die Eigenschaft, die Verdickung der neuen Anstreichfarbe vor ihrer Anwendung zu verhindern. Ich setze der Flüssigkeit, um die Anstreichfarbe bindend und zähe zu machen, Leim zu, oder Stärkmehl, welches ich durch Erhitzen der Flüssigkeit in Kleister verwandle (man darf aber nicht so stark erhitzen, daß sich das Stärkmehl in Dextrin verwandelt).

Zur Darstellung des neuen Anstriches wende ich obige Flüssigkeit an, und ein Pulver welches wenigstens größtentheils Zinkoxyd seyn muß. Für die farbigen Anstriche benutze ich dasselbe Pulver, nebst den gebräuchlichen Farbstoffen.

Die neue Anstreichfarbe besitzt folgende Eigenschaften: 1) Man braucht sie nicht zu zerreiben; es genügt, das Pulver mit der Flüssigkeit anzurühren, um dann die Anstreichfarbe wie die gewöhnliche anzuwenden. 2) Sie ist schöner und eben so dauerhaft wie die Oelanstriche; sie deckt mehr, und schwärzt sich nicht durch schweflige Ausdünstungen wie die Bleiweiß oder Bleioxyd enthaltenden Oelfarben. 3) Sie ist ganz geruchlos und trocknet sehr schnell. Man kann in Winter alle zwei Stunden und in Sommer jede Stunde eine Schicht auftragen, folglich ein Zimmer in einem Tage malen und es sogleich bewohnen, ohne von der Anstreichfarbe einen Geruch zu verspüren. 4) Sie widersteht der Feuchtigkeit und dem Wasser, selbst kochendem, und kann, wie die Oelanstriche, mit Seifenwasser gereinigt werden. 5) Wegen des darin enthaltenen Chlorzinks ist dieser Anstrich sehr antiseptisch und ganz geeignet um das Holz gegen Fäulniß zu schützen. 6) Sie besitzt in höchsten Grade die Eigenschaft, die Verbrennlichkeit des Holzes, der Gewebe und des Papiers zu vermindern. 7) Sie ist gar nicht gefährlich, weder für diejenigen Personen welche sie bereiten, noch für diejenigen welche sie anwenden.

Durchscheinende plastische Masse. – Ich lege der Akademie auch eine neue durchscheinende plastische Masse vor, welche mit den Hauptbestandtheilen des erwähnten Anstrichs, aber in sehr verschiedenen Verhältnissen, dargestellt wird. Sie ist nämlich eine Verbindung von Kartoffelstärkmehl und Chlorzinklösung, letztere von solcher Dichtigkeit, daß sie das Stärkmehl bloß aufquellt ohne es aufzulösen. Um die Härte der Masse abzuändern und sie mehr oder weniger weiß oder mehr oder weniger undurchsichtig zu machen, setzt man gewisse Salze oder pulverige Substanzen