Text-Bild-Ansicht Band 148

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zu, wie Zinkoxyd, schwefelsauren Baryt etc. Diese plastische Masse bereitet man in der Kälte, indem man das Stärkmehl und die anderen Substanzen mit dem Chlorzink anrührt. Sie läßt sich ganz gut formen und erhärtet in der Form wie der Gyps. Die so erhaltenen Gegenstände sind durchscheinend wie Horn, Knochen oder Elfenbein; um sie aber durchscheinend zu bekommen, darf man von den pulverigen Substanzen, nämlich von Zinkoxyd und kohlensaurem Kalk, gar nichts oder nur sehr wenig dem Starkmehl zusetzen. Der schwefelsaure Baryt hingegen macht die Masse nur wenig undurchsichtig, obgleich er ein unauflösliches Salz ist.

Um die aus dieser Masse bestehenden Gegenstände gegen Feuchtigkeit zu schützen, überzieht man sie mit einer oder zwei Schichten guten Firnisses.

Man kann dieser neuen Masse alle Farben geben und sie mehr oder weniger hart erhalten; man kann sie sogar weich wie Kautschuk erhalten, aber nicht elastisch.

Diese neue plastische Komposition läßt sich zum Formen einer großen Anzahl von Kunstgegenständen und Ornamenten verwenden. Sie wird auch in manchen Fällen den Gyps, Marmor, das Elfenbein, Horn, die Knochen, Gutta-percha, Leim etc. ersetzen können.

Nachtrag.

Hr. Stanislaus T. Sorel, Civilingenieur in Paris (rue de Lancry No. 10) ließ sich seine Anstreichfarbe und plastische Masse am 10. Juni 1857 für England patentiren. Der in Repertory of Patent-Inventions, Februar 1858, S. 160 enthaltenen Patentbeschreibung entnehmen wir folgende nähere Angaben.

Anstreichfarbe. – Die Flüssigkeit, welche das Leinöl etc. der gewöhnlichen Anstriche ersetzt, besteht aus:

Chlorzinkauflösung von 55° Baumé 30 Theilen
Weinstein 1 Theil
Salzsäure 1 „
Kartoffelstärke 4 Theilen
Wasser 64 „
––––––
100

Die Salzsäure hat in dieser Composition den Zweck, den Niederschlag aufzulösen, welcher sich sonst in der Flüssigkeit bilden würde.

Zur Bereitung dieser Flüssigkeit verwendet man einen Kessel aus einem Material, welches von der Salzsäure nicht angegriffen wird, und