Text-Bild-Ansicht Band 10

Bild:
<< vorherige Seite

nur allein dieser zwei Producte ihren Unterhalt. Die Hausenblase wird vorzugsweise nur von der Wolga und dem Uralfluße, ingleichen am kaspischen Meere, gewonnen; der Kawiar hingegen kommt auch von andern Flüßen aus dem Innern von Rußland. Wie bedeutend das erste der genannten Producte für den Handel sey, beweiset allein die Ausfuhr der Hausenblase aus St. Petersburg. Hier wurden nämlich im Jahre 1801 an 6000 Pud (à 40 Pfund), 1807, 6407 Pud, 1810, 6971 Pud und 1815 beinahe 7000 Pud ausgeführt. Die Verfertigung beider Artikel, der Hausenblase sowohl, als des Kawiars, will ich hier theils nach der Gewährleistung der unten genannten beiden zuverläßigen Schriftsteller, theils nach der Erzählung glaubwürdiger Männer, welche mir zu der Zeit, als ich mich in Rußland aufhielt, das Verfahren dabei mittheilten, in Kürze beschreiben.

Beide Erzeugnisse, so wie ihre Zubereitung, sind Rußland beinahe allein eigen. Die Hausenblase wird überall, wo große Störarten gefangen werden, verfertiget, also hauptsächlich an der Wolga und am Ural, doch aber auch am Don, Ob, Dnepr, Irtisch u.a.m. so wie auch noch am kaspischen Meere. Der Fischleim von der beßten Sorte wird eigentlich aus der Schwimmblase dieser Fischarten, besonders des Hausen (daher der Namen Hausenblase), bereitet. Der Hausen (russisch Beluga), ist einer der größten Fische, welche in den russischen Seen und Flüßen gefangen werden. Aus seinen Häuten, Schwingen, Flossen, Eingeweiden, vornämlich aber aus den Blasen, kommt der beßte Fischleim, womit man Holz, Glas, Leder und viele andere Dinge überaus fest zusammenleimt, das Bier, den Broihahn, Wein u.s.f. abklärt, und die sogenannten Nürnberger-Horn-, oder dünnen durchsichtigen Heiligen-Bilder macht. An der Wolga hält man dazu die Störblasen für die beßten und nächst diesen die Hausenblasen; die Sewrjugenblase aber von einer andern Fischart, deren es überhaupt in den russischen Gewässern unzählige gibt wird mit Blasen von Stören vermischt und gibt keinen so guten Leim. Man macht auch noch aus Sterleten, Walsen, Barben und andern Fischarten, einen, jedoch schlechtern, Fischleim. Eben so ist der aus den Häuten, Schwänzen, Flossen, Schwingen und Eingeweiden gekochte