Text-Bild-Ansicht Band 10

Bild:
<< vorherige Seite

Formen gegossen, gepreßt oder gedreht. Von jedem Pude Fischleim muß übrigens der Krone 5–6 Rubel entrichtet werden. – Hier und da hat man auch schon Versuche gemacht, aus den Schwimmblasen der Barben Leim zu machen. Sollte man nicht auch in Deutschland am Rhein, der Donau, Elbe u.a. dergleichen Waare verfertigen können? –

Außer den National-Russen verstehen auch die Kosaken sehr gute Hausenblasen zu verfertigen, und machen jährlich derselben eine überaus große Menge. Die am Ural wohnenden wenden hiebei folgende Verfahrensart an. Zuerst waschen sie die frischen Blasen rein ab, und legen sie an die Luft zum Troknen hin, so daß die äußere Haut zu unterst, die glänzende und silberweiße innere Leimhaut aber nach Oben zu liegen kommt. Dadurch bewirken sie, daß sich die leztere leicht absondern läßt, worauf sie in ein feuchtes Tuch geschlagen, und mit den Händen tüchtig durchgearbeitet wird. Hierauf rollen sie eine Blase nach der andern auf, und klemmen sie in Gestalt einer Schlange, eines Kränzchens oder Herzens zwischen drei Pflökchen, deren auf einem Brete mehrere zu dem Ende eingeschlagen sind. Sind sie in dieser Lage etwas troken geworden, so hängen sie dieselben im Schatten an Fäden auf, so lange, bis sie völlig hart und dürre geworden sind. Man macht hier auch Leim aus der Schwimmblase der Walse, welcher zwar schön hell und weiß aussieht, aber wegen seiner geringen Güte nicht mehr als 8–10 Rubel S. M. (30–40 Rub. Banknoten) das Pud kostet. – Von dieser Fischart benuzt man noch einen Theil, der bei allen andern Fischen ungenüzt bleibt, und weggeworfen wird, nämlich die Haut, welche bei'm Aal sehr dünn und glatt ist. Man spannt sie zum Troknen auf, und verkauft sie den Landleuten, besonders den Orenburg'schen, Kasan'schen, Astrachan'schen und andern Tataren, welche sie wegen ihrer hornartigen Durchsichtigkeit statt des Glases vor die Fenster spannen, wozu sie sonst gemeiniglich die gereinigte und getroknete Nez und andere innere Häute von Thieren, auch das sibirische Marienglas, nehmen. Pallas 140) befand die Welshaut vorzüglich vortrefflich zur Verbindung der Bouteillen und Gläser, worin man Thiere in Weingeist aufbewahrt,

140)

Man sehe dessen Reisen, Theil 1. Abschn. 1.