Text-Bild-Ansicht Band 17

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Tonnen wiegen. Würden also 16 Ketten vorläufig für diese Brüke vorgeschlagen, die in ihren geraden Schenkeln sich eben so wie bei der Union auf 12 Grade mit dem Niveau verlaufen; so würden die ersten Glieder dieser Kette ihre Aufhäng-Puncte durch ihre Belastung mit 1/2. 90/Sin. 12° oder 225, und dabei noch durch die Last der Ketten selbst, mit 1/2. 160/Sin. 12° oder 400, also auf jeder Seite mit 625 Tonnen spannen. Theilet man diese durch die Zahl der Ketten selbst, so trifft auf eine in die andere eine Spannung von 39 Tonnen. Da nun ein solches Kettenglied eine Spannung von 46 Tonnen (11) ganz sicher erleiden kann, so wären 16 Ketten für diese Brüke überflüßig; und eigentlich wären schon 625/46 oder 14 Ketten genüglich.

VI. Müßte man wegen des Terrains die Ketten stärker anziehen, so daß z. E. die Schenkel derselben sich mit dem Niveau unter einem Winkel von 6 Graden verlaufen müßten, so nimmt der Zug der ersten Kettenglieder gegen ihre Pfeiler im verkehrten Verhältniß der Sinuße ihrer Neigungswinkel zu; und die Spannung dieser Glieder wird daher um so größer, je kleiner der Winkel ist, welchen die Kettenschenkel mit dem Niveau durch ihre Aufhängpuncte machen.

Für die Winkel von 12 und 6 Graden, würden sich daher die Spannungen wie 1/20791 : 1/10452 = 10452 : 20791, oder beinahe wie 1 : 2 sich verhalten – man würde also für die nämliche Brüke 32 Ketten statt 16 gebrauchen; wenn jener Neigungs-Winkel statt 12 nur 6 Grade seyn könnte.

Wirklich schlägt auch Hr. Buchana für eine Brüke zu 800 Fußen über die Süd-Eske, 36 Ketten von den Gliedern der Unionbrüke vor; vermuthlich weil die Ketten nach dem Terrain stark angezogen werden müssen.

München den 1. Dec. 1824.