Text-Bild-Ansicht Band 17

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12. α, der Winkel, welchen eine Linie, die man sich aus dem Punkte H, Fig. 1. wo die Zugstränge befestigt sind, nach dem Stüzpunkte der Hinterhufe, G, gezogen denkt, mit dem Boden macht, auf welchen das Pferd steht, findet sich bei dem Nachmessen an einem Pferde mittlerer Statur im stillstehenden Zustande = 39° 24'. Beobachtet man ein ziehendes Pferd, so zeigt sich, daß dasselbe durch Rukwärtsstämmen der Hinter- und Vorderbeine, jenen Winkel soweit als möglich zu vermindern sucht; es erreicht dadurch einen doppelten Vortheil, nämlich:

1, befindet es sich im Stande, durch die daraus hervorgehende Vergrößerung des in Beziehung stehenden Winkels im Gelenke der Kruppe, die Kraft, M, zu verstärken, und

2, nimmt der Winkel α + β ab, was eben so, wie jenes durch die §. 9. gegebene Formel,

Textabbildung Bd. 17, S. 200

als vortheilhaft bewiesen ist. Jene Verminderung beträgt bei etwas starkem Zuge uhngefähr 4 1/2 Grad; daher α = 39° 24' – 4 1/2° oder als runde Zahl und überflüßig genau

α = 35°.

§. 13. Für die Bestimmung des Winkels β, unter welchem ein vorausgesezter Fahrweg gegen den Horizont ansteigt, ergibt die Erfahrung, daß es auf Wegen nur höchst selten Stellen von mehr als 15° Böschung gibt; gewöhnlich reichen sie nur bis 5, und in bösen Fällen auf 10°. Im Humbold's Reifen heißt es, pag. 224, 22 Grad Neigung geben einen Berg, den man im Wagen nicht mehr herabfahren kann. In Frankreich dürfen nach den Gesezen die Heerstraßen nicht über 4° 46' geneigt seyn. (Im Ch. Hessen und Preußen 5°). Es mag hier auf den üblem Fall von 10° Rüksicht genommen werden, dann ist

β = 10°.

und also, das in den gegebenen Formeln häufig vorkommende α + β = 45°.