Text-Bild-Ansicht Band 17

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Regeln bewiesen. Ueberdem drükt aber noch eine nachgiebige Masse gegen die Vorderfläche der Räder – hiefür muß es vortheilhaft seyn, die Zugstränge möglichst steil zu legen; denn auf diese Weise wird die drükende Last erleichtert, und folglich das Einsinken vermindert.

In Betreff des zweiten Punktes ist es klar, daß die Belastung der Hinterbeine, das auf ihnen ruhende Körpertheil ungerechnet, lediglich von dem Maaße der Kraft, M, abhängt, daß ferner die Neigung der Zugstränge, überhaupt nur auf die Vorderbeine einen herabdrükenden Einfluß besizen kann, und diesen ausübt, wenn sie sich unter die Richtung von der Brust nach den Hinterhufen senkt, so wie sie im entgegengesezten Falle (wenn sie, wie z. E. bei der gewöhnlichen Lage über die Hinterhufe weggeht) erleichternd auf das Vordertheil wirkt. Wenn nun ferner, wie die Schlußgleichung von §. 8. zeigt, M, für eine gleiche Last, L, um so kleiner seyn darf, je steiler die Richtung der Stränge herabgeht (je größer Cot'g ψ ist) so folgt daraus, daß bei der vorgeschlagenen Lage der Zugstränge, die Hinterbeine des Pferdes weniger, die Vorderbeine aber mehr belastet sind, als gewöhnlich. Diese Belastung des Vordertheils, steigt aber nur bis zu dem Maaße, mit welchem auch die Hinterhufe nieder gedrükt werden (§. 14.). Sollte nun auch das Vordertheil der Erleichterung noch so sehr bedürfen (NB. auf Unkosten des Hintertheils) so kann dieses doch nicht über den Indifferenzpunkt steigen, in welchem es das, ihm natürlich angehörige Theil des Körpergewichts tragt, d.h. über den Punkt, wo die Zugstränge von der Brust gegen die Hinterhufe gerichtet sind.

§. 41. Aus den so eben aufgestellten Entwiklungen folgt, daß das projektirte Neigen der Zugstränge auch auf lokerem Boden, unbedingt bis zu der Richtung von der Brust nach den Hinterhufen vortheilhaft ist, bei größerer Steilheit aber einen Druk auf die Vorderbeine äußert.

Da dieser indeß bei ψ = 35° 28' (§. 26.) erst 2/7 M, d.h. kaum den gegen die Belastung des Hintertheiles proportionsmäßigen Druk beträgt (§. 14.), so darf man annehmen