Text-Bild-Ansicht Band 36

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darf, wann der Niederschlag bereits herausgeschafft ist; denn wenn man dieselbe früher zusezte, müßte man mehr Gerbestoff nehmen. (Hr. François bereitet seinen Gerbestoff, indem er die Galläpfelabkochung mit basisch kohlensaurem Kali niederschlagt, ein Verfahren, das in allen Lehrbüchern der Chemie beschrieben ist.)

Dieser Abhandlung, die gedrukt wurde, hat Hr. François folgende Bemerkungen und Anweisungen beigefügt.

Wenn ich den Stoff, der das Schmer im Weine veranläßt, Glaiadine nenne, so bin ich weit entfernt zu glauben, daß er in diesem Zustande schon in dem Most vorhanden ist, so wie dieser aus der Traube kommt; ich stelle mir diesen Stoff als Kleber enthaltend vor, welcher bekanntlich allgemein im Pflanzenreiche verbreitet ist, wo man auch den Zukerstoff findet. Allein, so wie der Weinstein sich im Traubensafte entwikelt, so bemächtigt sich die überschüssige Säure des auflöslichen Theiles des Klebers (den Taddei Glaiadine nannte, so wie er den in dieser Säure und in Alkohol unauflöslichen Theil desselben Zymom nennt), und der unauflösbare Theil desselben schlagt sich auf den Boden des Fasses nieder. Diesen lezteren betrachte ich, mit Taddei, als die Ursache der verschiedenen Gährungen, während der andere Theil, der im Weine aufgelöst bleibt (die Glaiadine nämlich), die Zersezung des Zukerstoffes hindert und aufhält, wenn sie in demselben vorherrschend ist. Die ganze Welt weiß, daß Weine, die eine Neigung zum Schmer haben, wenig oder gar nicht aufsteigen.

Ich will hier meine Erfahrungen umständlicher entwikeln, als es in meiner Abhandlung nicht geschehen ist. In der Ansicht, daß es erwiesen ist, daß Glaiadine in den Weinen vorkommt, in welchen Schmer enthalten ist, ließ ich vier Flaschen spinnenden Weines bis zur Honigdike abrauchen. Ich troknete das erhaltene Extract in einem Trokenofen vollkommen aus, indem ich dasselbe auf einem Teller ausbreitete.

Auf dieses Extract ließ ich, kalt, ungefähr ein Pfund Alkohol von 36° so lang einwirken (40grädiger wäre besser), bis er sich ganz entwikelt hatte. Ich filtrirte hierauf, um alle unauflösbaren Stoffe in dieser Flüssigkeit abzuscheiden, unter welchen man leicht die Gegenwart des Weinsteines und des Schleimzukers der Traube erkannte.

Die Flüssigkeit darf sich nicht mehr trüben, wenn man neuerdings Alkohol zusezt; wenn dieß geschähe, müßte man neuerdings filtriren.

Die vollkommen klare Flüssigkeit, welche blaue Pflanzenfarben röthete, und dadurch anzeigte, daß sie Weinsteinsäure enthielt, wurde in drei gleiche Theile getheilt.

1) In den ersten Theil goß ich ungefähr zwei Quentchen Gerbestoffauflösung in Alkohol, welche einen Augenblik ehe, als sie zugegossen wurde, filtrirt wurde. Eine Unze Alkohol von 36° löst nur einige Gran