Text-Bild-Ansicht Band 36

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während andere Mittel, welche gleichfalls die Eigenschaften besizen, das Schmer zu fallen oder dasselbe aufzulösen, irgend eine Veränderung im dem Weine erzeugen können. Es gibt ein einfaches und leicht anwendbares Mittel, um zu sehen, wann der Gerbestoff in der Flüssigkeit in dem gehörigen Grade von Reinheit vorhanden ist, um den Wein gehörig arbeiten zu machen. Wenn man eine sehr geringe Menge davon in ein Glas gewöhnlichen Wassers gießt, so färbt es dasselbe augenbliklich bräunlich, ohne einen Niederschlag zu bilden; wenn aber dieser Gerbestoff einige Salze enthält, so wird das Wasser alsogleich durch die Beimischung desselben milchicht, und wird nach 24 Stunden einen bedeutenden Niederschlag bilden; ein Niederschlag, der nichts anderes, als schwefelsaurer Kalk, (Gyps) ist. Derselbe Gerbestoff bildet auch in trokenen Weinen gleichfalls einen ungeheueren Niederschlag, wahrscheinlich weil der weinsteinsaure Kalk dieser Weine zersezt und in Gyps verwandelt wird. Man kann annehmen, daß in diesem Falle der Wein in einem seiner Bestandtheile verändert wird. Man muß also bei Bereitung des Gerbestoffes nicht zur Schwefelsäure seine Zuflucht nehmen; dieß würde denselben Nachtheil erzeugen, wie wenn der Gerbestoff ein schwefelsaures Salz enthielte.

Aus dem Vorhergehenden erhellt nun, daß der Gerbestoff das beste, und, wie es mir scheint, das natürlichste Mittel ist theils das Schmer im Weine zu zerstören, theils demselben vorzubeugen. Ich denke, daß es nun den Weinhändlern zukommt zu entscheiden, ob das Mittel, welches ich ihnen darbot, noch jener Verbesserungen fähig ist, welche die Erfahrung allein ihnen an die Hand geben kann.

Unterricht über die Weise, wie man sich der Auflösung des Gerbestoffes zu bedienen hat, um dem Schmere in dem Weine vorzubeugen, und dasselbe zu zerstören.

Wenn man dem Schmere in dem Weine vorbeugen und den Stoff dieser Krankheit im weißen Weine (er mag mit altem Weine gemischt seyn oder nicht) zerstören will, wenn er in Flaschen abgezogen werden soll, so nimmt man auf jedes Stük von 2 Hektoliter170) zwei Bouteillen Gerbestoffauflösung, unmittelbar nach dem Abziehen über die erste Schönung. Man macht auf der Stelle eine zweite Schönung mit zwei Quentchen Hausenblase, und zieht den Wein darauf ab, oder füllt ihn in Flaschen.

Wenn man schmierigen Wein troken machen will, der bereits in Flaschen ist, und ihn zugleich will gähren lassen, so befolgt man folgendes Verfahren:

170)

Ein Hektoliter ist kaum ein Seitel mehr als 72 Wiener Maß.

A. d. Ue.