Text-Bild-Ansicht Band 36

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wird der ganze Bodensaz oben am Pfropfen seyn. Man öffnet sie jezt zum zweiten und zum lezten Male.

Auf diese Weise kann der Wein, wenn er auch noch so schmierig ist, er mag alt oder jung seyn, binnen drei Monaten zum Kaufmannsgute werden. Wenn man mit dem Weine so verfährt, wird man keinen kranken Wein haben; er wird so klar seyn, daß man ihn nicht klarer wünschen kann.

Die trokenen Weine kann man auf dem Bodensaze behandeln; vorausgesezt, daß dieser nicht schmierig ist; dann sezt man der Schöne, die auf 500 Flaschen Wein berechnet ist. Eine Flasche Gerbestoffauflösung zu.

Diese Auflösung wird mit dem größten Vortheile bei der Arbeit der trokenen Weine angewendet, nicht bloß um die Manipulation mit denselben so viel möglich zu erleichtern, sondern auch um einen mehr oder minder bedeutenden Theil des Schweres noch zu zerstören, der das sogenannte Weiß (le blanc) in demselben erzeugt, welches man in vielen Flaschen findet. Dieses Weiß stellt sich nur zu oft als ein spinnengewebeartiger Bodensaz dar, nachdem der Wein bereits expedirt wurde, wenn auch der Kellner alle mögliche Aufmerksamkeit an, gewendet hat, um ihn zu schönem Kaufmannsgute zu machen.

Wenn man die Hausenblase nicht zugleich mit dem Gerbestoffe einwirken läßt, so werden die Weine erst nach zwei oder drei Monaten klar. Der Niederschlag, der sich dann bildet, ist sandig, und hängt etwas an den Wänden der Flaschen an, von welchen er sich jedoch durch ein leichtes Schütteln leicht los löst. Es ist dann noch wendig, um den Wein schnell zu klaren, und um zu hindern, daß der Niederschlag sich nicht an das Glas anlegt, die Hausenblase, und zwar im Verhältnisse von Einem Quentchen auf 300 Flaschen, anzuwenden.

Man bereitet die Hausenblase auf folgende Weise. Die Hausenblase (z.B. ein Quentchen) wird auf irgend eine Art, die man zwekmäßig erachtet, aufgelöst, und mit einer hinlänglichen Menge Weines verdünnt, um anderthalb Bouteillen Schöne zu erhalten. Eine Bouteille dieser Schöne reicht für 200 Bouteillen Wein hin, oder ein zwei Hundertel auf Eine Bouteille. Man gießt die Gerbestoffauflösung immer allein in den Wein, vor oder nach der Hausenblase, oder auch mit Wein vermischt.

Wenn man bei dem Oeffnen der Flaschen, welchen man das Schmer genommen hat, einige derselben findet, die noch schwer sind, so gibt man ihnen auf der Stelle ein halbes Hundertel (d.h. ein Zweihundertel) Gerbestoffauflösung, und eben so viel Hausenblase.

Ehe man die Auflösung des Gerbestoffes anwendet, muß man