Text-Bild-Ansicht Band 37

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mittelst welcher der Behälter mit Luft gefüllt wird. Diese Röhre besteht aus zwei Stüken, die in einander passen, so daß sie nach Belieben verlängert werden kann. An dem oberen Theile dieser gekrümmten Röhre, an welchem der Mund angelegt wird, befindet sich ein Mundstük aus Elfenbein, und der gekrümmte Theil hat an seiner Basis eine Verengerung, in welcher sich ein kegelförmiger Kork befindet. Dieser Kegel, der als Klappe wirkt, ist mit einem Messingdrathe versehen, der sich frei in einem am Ende der Röhre angebrachten Leiter schieben läßt. Wenn man in die Röhre bläst, so drükt die Klappe oder der Korkkegel gegen den kleinen Leiter, und gestattet der Luft den Durchgang; sobald aber die Luft zurükkehren will, kehrt auch der Pfropfen oder die Klappe zurük in den verengten Theil der Röhre, und schließt den Durchgang.

Der Arbeiter, der am Tische sizt, bläst zuweilen in den Luftbehälter, um diesen mit Luft zu füllen, und drükt ihn bei dem Löthen mit seinen Knien. Auf diese Weise hat er die Stärke der Flamme des Löthrohres ganz in seiner Gewalt.

Die Lampe ist die gewöhnliche. Eine kleine Kappe bedekt die Flamme, welche eine schiefe Richtung annimmt.11)

X. Nachtrag zu Hrn. Davis's Patent über eine neue Methode Zuker und andere Auflösungen abzudampfen.

Wir haben dieses Patent im XXXIV. Bd. S. 139. unseres Polytechnischen Journales aus dem Repertory of Patent-Inventions in extenso mit Abbildungen geliefert, und dabei bemerkt, daß das Repertory kein Datum anführte. Daß diese Bemerkung nicht überflüssig war, erhellt daraus, daß das London Journal of Arts, welches jezt erst (in seinem Maihefte S. 79.) dieses Patent im Auszuge, jedoch mit beigefügtem Datum bringt, nämlich „vom 29. März 1828,“ ein zweites Patent desselben Hrn. Davis dd. 28. April 1829,

11)

So gut dieses Löthrohr seyn mag, so hat es doch immer den Nachtheil, daß die Lungen bei dem Gebrauche desselben angegriffen werden, in so fern geblasen werden muß. Alle diese Künsteleien können höchstens dazu dienen, die Wohlthat des einfachen, wohlfeilen, bequemen und gesunden hydraulischen Löthrohres noch länger aus den Werkstätten zu verbannen. Wenn man lezteres nicht anwenden will, so kann man sich des Doppelgebläses aus zwei abwechselnd in Eine Röhre blasenden Blasebälgen bedienen, die in Form eines Octavbandes bequem in die Tasche gestekt, mit einer Schraube am Tische befestigt und mit dem Fuße in Bewegung gesezt werden können: einer Vorrichtung, deren der sel. Dr. Spenkuch zu Wien sich schon vor mehr als 30 Jahren bediente, und die das einfachste, bequemste und gesündeste tragbare Löthrohr ist, das wir zeither sahen. A. d. Ue.