Text-Bild-Ansicht Band 37

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alle in demselben enthalten gewesene Luft bei dem Heber herausgetrieben ist. Nachdem dieß geschehen ist, schließt man den Hahn am Trichter, und öffnet die übrigen Hähne. Das Wasser wird nun aus dem geheizten Kessel durch den Heber in den kalten Kessel, und wieder zurük aus diesem durch die gerade Röhre in den heißen laufen, indem das Wasser in jenem Schenkel des Hebers, welcher aus dem geheizten Kessel aufsteigt, heißer und folglich leichter ist als in dem entfernteren kälteren Schenkel.

Derselbe Kreislauf, wenn man ihn so nennen darf, wird auch Statt haben, wenn das von dem Kessel über dem Ofen am weitesten entfernte Ende des Hebers unmittelbar mit dem demselben zunächst gelegenen Ende der geraden Röhre verbunden, und das Gefäß, in welches dieses Heberende eintaucht, beseitigt wird: nur müssen die Schenkel des Hebers immer weit genug von einander entfernt seyn, damit das Wasser in dem entfernteren Schenkel hinlänglich kalt ankommt, um durch seine geringere Temperatur eine größere specifische Schwere zu erhalten.

Der Patent-Träger beschreibt nun noch zwei oder drei mehr zusammengesezte Vorrichtungen dieser Art, um eine ähnliche Wirkung hervorzubringen, in deren jeder mehrere Kessel und Verbindungsröhren gebraucht werden. In einigen Fällen sind diese Kessel so vorgerichtet, daß alle über einem und demselben Ofen stehen; in einem anderen Falle ist ein einziger großer Kessel in mehrere Fächer durch senkrecht stehende Querwände getheilt. Da kein besonderer Nuzen dieser zusammengesezteren Vorrichtungen angegeben ist, so halten wir es für überflüssig, dieselben umständlicher zu beschreiben.

Der Patent-Träger bedient sich dieser Vorrichtungen zum Wärmen der Treibhäuser und zum Heizen der Bäder, von welchen lezteren eine Figur gegeben ist, nach welcher das Badezimmer im ersten Stoke und der Kessel zu ebener Erde ist. Der Patent-Träger bemerkt hier sehr richtig, daß die Schenkel des Hebers nie eine senkrechte Höhe von 30 Fuß übersteigen dürfen, wegen des Drukes der Atmosphäre, welcher die Seele des Hebels ist, und keine höhere Wassersäule in Gleichgewicht halten kann: er fügt noch hinzu, daß er überhaupt nicht gern seinem Heber eine größere senkrechte Höhe als von 20 Fuß gibt.

Die Idee ist sinnreich,12)und es thut uns daher leid, daß der Patent-Träger wenig Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes für sich hat,

12)

Sie ist aber nicht neu, und schon vor vielen Jahren von uns in Bade-Anstalten, so wie von Hrn. de Chabannes, und zeither wieder von vielen anderen Patent-Trägern und Privaten ausgeführt und in Anspruch genommen. Vergl. Polytechn. Journ. J. 1827–29. A. d. R.