Text-Bild-Ansicht Band 37

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mengt; daß aber mehrere Stunden nothwendig sind, wenn die Wirkung vollkommen seyn soll. Man bemerkt Anfangs einen weißen dichten Dampf, der schnell verschwindet. Die Verminderung des Volumens ist bedeutend, und die Wände der Glasröhre, in welcher man die Mischung macht, werden undurchsichtig und bedeken sich mit einer braunen dichten Masse. Wenn man 90 Theile Cyanogen und 227 Ammoniumgas nahm, so verbanden sie sich beinahe in dem Verhältnisse wie 1: 1,5. Diese Verbindung färbt das Wasser dunkel pomeranzenbraun, löst sich aber darin nur in geringer Menge auf. Die Flüssigkeit gibt kein Blau mir Eisensalzen.“

Er sagt ferner: „wenn man den blausauren Dampf mit Wasserstoff gemengt mittelst des elektrischen Funkens zersezt, und eine ungeheuere Menge elektrischer Funken durch die Mischung durchziehen läßt, so wird nicht aller Dampf zersezt, und es bildet sich auf der Platinnabewaffnung und auf jenem Theil der Röhre, welchen der Funke durchläuft, ein bisterfarbener Niederschlag, welcher andeutet, daß sich Kohlenstoff oder eine sehr gekohlstoffte Verbindung absezte.“

Hr. Vauquelin sagt44) bei Gelegenheit, wo er die Einwirkung des Wassers auf das Cyanogen untersucht: „daß die Auflösung nach einigen Tagen eine gelbe Schattirung, dann eine braune, annimmt, und zulezt gleichfalls eine braune Masse fallen läßt. Es hat sich überdieß wasserstoff-blausaures, kohlensaures, und vielleicht auch blausaures Ammonium gebildet.“

„Die Alkalien,“ fügt er bei, „bringen in der Zusammensezung des flüssigen Cyanogenes eine schnelle und tief eingreifende Veränderung hervor, deren Resultate dieselben, wie bei dem Wasser allein, zu seyn scheinen, nur mit dem Unterschiede, daß einige Resultate von der Gegenwart des angewendeten Alkali abhängen. Sie erzeugen sich überdieß noch schnell. Die braune Farbe entwikelt sich plözlich; es bildet sich aber kein Niederschlag, indem der Körper, welcher diesen Niederschlag im Wasser erzeugt, im Alkali auflösbar ist. Es entwikelt sich Ammonium. Die Oxyde, von welchen mehrere als Hydrate angewendet wurden, gaben analoge Resultate.“

Schlußfolge.

Die oben in dieser Abhandlung entwikelten Thatsachen scheinen mir, auf nachstehende Schlüsse zu leiten:

1) Die Ulmine, welche Hr. Vauquelin zuerst in den Producten entdekte, welche aus der Ulme ausschwizen, und welche man später in der Pflanzenerde, in der Umbererde, im Torfe fand, und welche Hr. Braconnot selbst künstlich erzeugte, findet sich auch noch in

44)

Annal. d. Chim. et de Phys. T. IX. p. 113.