Text-Bild-Ansicht Band 37

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dem rohen ungebleichten Garne, in welchem sie den Färbestoff bildet, in den Producten der Destillation des Holzes, in dem Ruße, in den unvollkommen destillirten Pflanzenstoffen, wie z.B. in den Bränden, und folglich auch in Bouchet's Schießpulver. Sie ist auch eines der gewöhnlichen Producte der Einwirkung der Schwefel-Säure oder Hydrochlor-Säure auf gewisse Pflanzenstoffe, wie z.B. Holz, Stärke, Rohrzuker, Alkohol. Die Einwirkung der Basen auf den Traubenzuker, auf den starkmehlartigen Faserstoff erzeugt sie gleichfalls.

2) Die Ulmine, welche nach ihren sämmtlichen Eigenschaften, und vorzüglich nach ihrer Fähigkeit, Basen zu sättigen, den Namen Ulm-Säure erhalten muß, scheint von jenem Producte verschieden zu seyn, welches von der Einwirkung der Luft oder sauerstoffhaltiger Körper auf Extracte, auf den Gerbestoff, auf die Galläpfel-Säure und die galläpfelsauren Verbindungen erzeugt wird, durch seine Farbe und durch seine Auflösbarkeit in Alkohol. Man muß sie also von diesem Körper unterscheiden, mit welchem sie verwechselt geworden zu seyn scheint.

3) Die Zusammensezung der Ulm-Säure ist dieselbe, die an der trokenen Galläpfel-Säure Statt hat, ihre Sättigungsfähigkeit ist aber viel schwächer. Die Analyse dieser Salze stellt zwischen ihrem Atomgewichte und jenem der trokenen Galläpfel-Säure das Verhältniß wie 5:1 her. Die schwache Sättigungsfähigkeit dieser Säure, die der beste Dünger von der Welt (engrais par excellence) zu seyn scheint, macht es begreiflich, wie sie den Pflanzen mittelst einer sehr geringen Menge alkalischer Basis reichlich als Nahrungsmittel zugeführt werden kann.

4) Ungeachtet der Aehnlichkeit, die in der Zusammensezung der Ulm-Säure und der Galläpfel-Säure Statt hat, läßt sich leztere nicht mittelst Schwefel-Säure in Ulm-Säure verwandeln. Das Product dieser Ein- und Gegenwirkung scheint, im Gegentheile, analog mit derjenigen, welche aus der Einwirkung oxygenirter Stoffe auf die Galläpfel-Säure und auf die Extracte hervorgeht.

5) Das kohlige Product, welches aus der (sogenannten) freiwilligen Zersezung der Wasserstoff-Blausäure hervorgeht, scheint nicht gestikstoffter Kohlenstoff zu seyn, wofür Hr. Gay-Lussac ihn angenommen hat; sondern vielmehr ein gewasserstofftes Compositum, welches fähig ist sich mit salzfähigen Basen zu verbinden, analog mit der Wasserstoff-Blausäure selbst.

6) Dasselbe Compositum scheint sich auch zu bilden, wenn man thierische Körper Gegenwirkungen aussezt, welche denjenigen analog sind, wodurch Pflanzenkörper in Ulm-Säure verwandelt werden: z.B. die Gallerte der Einwirkung der Potasche. Man konnte dasselbe also, nach dieser Analogie, welche sich auch in den chemischen und physischen Eigenschaften dieser beiden Körper wieder findet, mit dem Namen