Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

zugerüstet waren. Sehr wahrscheinlich liegt der Grund aber nur darin, daß der dermalige Unternehmer, ein gewöhnlicher Steinhauer, dem Steinbruche keine gehörige Ausdehnung zu geben vermag, und daß er die Steine weder in großen Lagen und mit den geeignetsten Werkzeugen lossprengen, noch aber sie sorgfältig bearbeiten und sortiren kann; denn auch in Solenhofen werden bekanntlich die allermeisten Platten zu einem andern Gebrauche verkauft. Es wäre daher vor Allem zu wünschen, daß jener Unternehmer Unterstüzung fände. Die Lage des Bruches zeigt sich übrigens um so vortheilhafter, da die Gränze so nahe vorbeigeht, daß bei einiger Erweiterung schon die einen Steine auf französischem, die andern auf schweizerischem Boden gebrochen würden, und also keine Ungelegenheiten von Seite der Zollstätte zu befürchten wären.

Maschine zum Auskernen des Mays (Kukuruz oder Türken.)

Da man in Amerika, dem eigentlichen Vaterlande dieser Getreideart, seit undenklichen Zeiten Mays baut, so dachte man schon frühe daselbst auf Maschinen zum leichteren Ausbringen der Kerne. Ein Hr. John S. Gardner, zu Canandaigua, Ontario-County, New-York, hat eine dieser älteren Maschinen verbessert, und sich auf diese Verbesserung am 11. Jun. 1829 ein Patent ertheilen lassen. Da die von dieser verbesserten Maschine im Franklin Journal und Register of Arts. N. 38. S. 244. gegebene Beschreibung sehr unvollkommen ist, so wäre es sehr zu wünschen, daß irgend ein patriotischer ungarischer Edelmann für seine lieben Landsleute eine solche Maschine von Hrn. Gardner kommen ließe; er dürfte nur einem Handlungshause in Trieft, wo häufig nordamerikanische Schiffe einlaufen, Commission geben. Auch die Italiäner62) und Tyroler, die den Mays als sogenannten Türken kaufen, könnten sich eine solche Maschine kommen lassen, die nicht viel über ein Duzend Dollars kosten kann.

Altenderfer's Pflug.

Die HHrn. Phil. und Benj. Altenderfer (wahrscheinlich ursprünglich Altendörfer) zu Richmond, Berks County, Pennsylvania, ließen sich am 11. Jun. 1829 ein Patent auf eine Verbesserung am Pfluge ertheilen, mittelst welcher man die Abhänge an Hügeln und Bergen rükwärts und vorwärts so bepflügen kann, daß die Erde immer auf dieselbe Seite der Furche gestürzt wird. Dieser Pflug scheint für Berggegenden sehr wichtig; man muß ihn von den HHrn. Altenderfer kommen lassen: denn die Beschreibung desselben im Franklin Journal, und aus diesem im Register of Arts. N. 32. S. 243. ist so gut wie keine. Eben dieß ist auch der Fall mit dem

Stangenschar- oder Schaufelpfluge des Hrn. Boatwright, (Barshare and Shovel-Plough)

worauf Hr. Boatwright zu Columbia, in Süd-Carolina, sich am 11. Jun. ein Patent ertheilen ließ. Dieser Pflug soll in leichtem Boden, wo nicht tief gepflügt werden darf, sehr gut seyn. Er hat kein Streichbrett, und ist äußerst leicht und einfach.

62)

So eben ersehen wir aus einem italiänischen Werke über den Maysbau: Degla miglior coltivazione del Frumentone per ottenerne abbondante raccolta. 8. Modena. 1829. P. 9. Vincenzi. p. C. 112 S.“ (Bibliot. italian. N. 171. S. 393.), daß Italien vorzüglich seit Einführung der Cultur des Mays die vielen Hungersnöthen nicht mehr kennt, von welchen es ehevor so häufig heimgesucht wurde. Indessen ist der Preis desselben seit einem Jahrhunderte um mehr als das Dreißigfache gestiegen. Im J. 1721 galt der Sacco 7 1/2 Lire; im J. 1801 aber schon 212 Lire (Sacco und Lire Modenesisch.) Ein neuer Beweis, wie wahr es ist, daß man den Nachkommen Grund und Boden, nicht Geld, am allerwenigsten Papiergeld, hinterlassen müsse, wenn man ihren Wohlstand sichern will.