Text-Bild-Ansicht Band 37

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Polytechnisches Journal.

Eilfter Jahrgang, vierzehntes Heft.

XXIII. Verbesserung an Dampfkesseln für Dampfmaschinen, worauf Ant. Hermange, Baltimore, Maryland, am 26. Nov. 1828 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Register of Arts. April 1830. N. 53. S. 278.

Mit Abbildungen auf Tab. II.72)

(Im Auszuge.)

Der Kessel kann von irgend einer beliebigen Form seyn, cylindrisch oder parallelopipedisch, oder parallelopipedisch und halbcylindrisch, oder er kann einen Würfel oder ein sechsseitiges Prisma darstellen. Ich bringe den Feuerherd, den Zug und die Schüre in dem Kessel an (vorzüglich wo mit Steinkohlen geheizt wird) und unter dem Wasser, so daß der ganze Heizapparat von Wasser umgeben ist.73)Der Zug kann in dem Wasser in beliebiger Länge umhergeführt werden, so daß alle aus dem Brennmateriale während des Verbrennens desselben entwikelte Hize an das Wasser abgegeben wird, und der Zug beinahe wie ein Reverberir-Ofen auf das Wasser wirkt. Die einfachste Leitung der Züge ist jene in Fig. 23. Der Zug kann aber auch spiralförmig umher sich winden. Der Hauptzug kann in 2 bis 4 und mehrere kleine Züge sich oben theilen, und im Grunde des Kessels sich wieder zu einem Hauptzuge vereinigen und aus dem Kessel treten: es gibt eine Menge Formen und Verbindungen, die man hier anwenden kann. Dem Herde selbst kann gleichfalls irgend eine beliebige und bequeme Form gegeben werden. Er kann unten am Boden des Kessels angebracht seyn, und daselbst mit einem Aschenloche in Verbindung stehen, wo dann das Brennmaterial durch eine schief geneigte Röhre auf den Herd fällt, wie in Fig. 23. eine sehr bequeme Vorrichtung bei Steinkohlen; oder er kann an der Seite des Kessels angebracht seyn, wenn man mit Holz brennt, wie in Fig. 26., und auch hier kann eine Oeffnung in die Aschengrube durchgehen, durch welche Luft zu dem Feuer gelangt. Da bei den gewöhnlichen Dampfkesseln

72)

Die Originalabbildungen sind schlecht ausgeführte Holzschnitte. A. d. R.

73)

Dieß ist die Heizungsmethode des Drs. Schultes, von welcher in unseren Blättern öfters die Rede war. So sehr auch bei dieser Methode Brennmaterial erspart wird, wenn Wasser in großen offenen hölzernen Gefäßen gehizt wird, so zweifeln wir doch sehr, daß sie bei Kesseln von Dampfmaschinen jemals mit wahrem Vortheile und mit voller Sicherheit anwendbar seyn wird. Einzelne Theile des Kessels sind hier einer stärkeren Hize ausgesezt, und können leichter durchbrennen; und wenn der Ofen im Wasser selbst ein Loch bekommt, und das heiße Wasser auf die glühende Kohlenmasse stürzt, kann, ehe diese gänzlich ausgelöscht wird, plözlich so viel Dampf entwikelt werden, daß der Kessel bersten muß. A. d. Ue.