Text-Bild-Ansicht Band 37

Bild:
<< vorherige Seite

94) Wenn nun aus nachfolgendem Berichte hervorgehen wird, daß diese in China in großer Menge bestehen, so kömmt noch dazu, daß sie dort zur Gewinnung von Salzsoole im Gebrauch sind, und zu einer Tiefe ausgehöhlt seyn sollen, die bisher bei uns nicht wohl erreicht wurde. Und wenn es endlich ein (in der neueren Zeit) häufiger beachtetes Factum ist, daß in der Nahe von Salzquellen auch verschiedene Gasarten (namentlich kohlensaures und Schwefelwasserstoff-) hervorbrechen;95) so sehen wir in China auch diese leztere Luftart, und zwar auf eine ausgedehnte und erstaunungswürdige Art benüzt.

Schon im zweiten Bande der léttres édifiantes befand sich ein, obgleich sehr kurzer, Bericht des Bischofs von Tabraka, wo er dieser chinesischen Salzbrunnen erwähnt. Weit ausgedehnter ist die Beschreibung, die Hr. Imbert, missionaire apostolique, von diesen Brunnen gibt, und wir glauben in ihr keine Anzeichen einer Unwahrheit zu finden. Vorgenannter Hr. Imbert meldet in einem Briefe vom September 1826 aus der Stadt Ou-Tong-Kiao bei Kiating in der Provinz Su-Tchuen Folgendes:96)

„Handel und Betriebsamkeit versammeln hier eine Unzahl von Menschen aus allen Theilen des Reiches. In einer Länge von 10, und einer Breite von 4–5 Stunden findet man einige Zehntausend dieser Salzbrunnen. Jeder etwas wohlhabende Mann verbindet sich mit irgend einem andern, und gräbt einen oder mehrere Brunnen, wovon einer ungefähr Tausend und einige Hundert Taëls (zu 7 1/2 Franken) kostet. Diese Nation macht alles im Kleinen, und gelangt mit Zeit, Geduld und weniger Kosten als wir zu ihrem Zweke. Sie kennen die Kunst, Felsen durch Minen zu sprengen, nicht, und doch sind diese Brunnen in Felsen. Sie haben 1000, 1800, ja manchmal 2000 französische

94)

même entre deux lits de roche; et dans ce dernier cas il peut arriver que, descendant d'un lieu beaucoup plus élevé, et se trouvant remplir complétement l'intervalle des roches, il ne faille que percer le roche supérieure pour le faire sortir en jaillissant et arriver jusqu'à la surface du sol. C'est parceque la plaine d'Arras a une telle disposition de roches, qu'on peut y creuser ces puits si célèbres, appellés puits artésien. Encyclop. method. Paris 1816. Agriculture. Vol. VI. p. 75. A. d. O.

95)

In der Szlatinaer Steinsalzgrube zu Nagy-Banya in Siebenbürgen, quillt seit dem J. 1826 aus einer Spalte des in Steinsalz eingelagerten Thonmergels, in einer Tiefe von 45°, ein brennbares Gas hervor, und wird zum Beleuchten der Verhaue benüzt. „Hrn. Apotheker Bremer's Bericht in Poggendorff's Annalen der Physik, 1826, S. 131. etc.“ – Aehnliche Erscheinungen wurden schon früher in Ungarn beobachtet. Die wichtigste endlich dieser Art existirt in der Saline Gottesgabe in der Grafschaft Teklenburg, wo die Gasausströmung alle fünf Minuten einen Kubikfuß beträgt, und gleichfalls zur Beleuchtung benüzt wird. Vide l. cit. „die Anmerkungen der Redaction.“ A. d. O.

96)

Annales de l'association de la propagation de Foi. Paris, Janv. 1829, p. 369 etc.; eine Zeitschrift, die in Hinsicht ihrer geographischen und physikalischen Notizen bisher wenig beachtet worden ist. A. d. O.