Text-Bild-Ansicht Band 37

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gehörig zertheilt, durch seine Reibung dem Metalle eine so hohe Politur, daß dieses dadurch außerordentlich zur Aufnahme des Amalgams geneigt wird. Diese Plattirung widersteht der Einwirkung der atmosphärischen Luft etwas weniger, als jene, zu welcher Silberpulver allein genommen wird. Ein kleiner Zusaz von Seife schadet nicht. Wenn man viel oder sehr große Gegenstände zu plattiren hat, ist es gut dieselben mit einer dünnen Schlicht gesättigten salpetersauren Silbers zu überziehen, wodurch eine vorläufige Amalgamation geschieht, und die Wirkung des Pulvers sehr erleichtert wird. (Es wäre sehr zu wünschen, der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter willen, daß bei allen Plattirungen das Queksilber wegbliebe.)

Merimée's Streichriemen für Barbiermesser.

Wir haben von diesen nüzlichen Streichriemen schon i. J. 1822. VII. Bd. S. 330. unseres polytechn. Journals Nachricht gegeben. Diese Abhandlung gibt nun Hr. Gill auch im Auszuge in seinem technol. microse. Repos. N. 30. mit der Bemerkung, daß man zu London ähnliche Compositionen für die Streichriemen verkauft, in welchen er „mit Hülfe des Mikroskops rothes Eisenoxyd und fein geriebenes Glas entdekte, welches die Eigenschaft hat, das Barbiermesser über den Riemen hingleiten zu lassen.“ Er machte hiernach eine ähnliche „Composition, die genau dieselben Eigenschaften besaß.“ – Mit dem Mikroskope bestimmen, ob irgend eine Mischung rothes Eisenoxyd und fein geriebenes Glas ist, ist eine gewagte Sache, vor welcher wir auch den feinsten Seher warnen wollen.

Eine gute Anstreicherfarbe zum Anstreichen des Holzes und des Eisens.

Die Bibliothéque physico-économique, Jan. 1830, und aus dieser der März 1830. S. 217. empfiehlt folgende Anstreicherfarbe zum Anstreichen des Holzes, welche Hr. Dr. Pany zu Bath versuchte, und nach 18 Jahren noch so haltbar und gut fand, als an dem Tage, wo dieselbe aufgetragen wurde. Wir übergehen die Einleitung, in welcher über die Ursachen der Zerstörung des Holzes, des Rostes des Eisens und über die bisherigen Mängel der gewöhnlichen Farben, mit welchen man Eisen und Holz überstreicht. Und die sich in ein paar Jahren wie Mehl von demselben abreiben lassen, gerechte Klage geführt wird, da sie nichts Neues enthält.

Die von Hrn. Dr. Pany empfohlene Farbe oder Tünche (Anstrich) besteht aus Folgendem: Man schmilzt in einem eisernen Topfe oder Kessel 12 Unzen (24 Loth) Pech, und sezt demselben, wenn es geflossen ist, 8 Unzen Stangenschwefel zu. Nachdem auch dieser mit dem Harze geschmolzen ist, gießt man 10 Liter (Ein Liter ist = 0,7 Wiener Maß) Wallsischthran zu, und unterhält unter dieser Mischung eine mäßige Wärme. Man trägt nun nach und nach 194 Gramm (1 Gramm ist 1, 2 Gran) klein gespäneltes Wachs in dieselbe ein, rührt fleißig um, und sezt, sobald Alles gehörig geflossen ist, so viel fein gepülverten, rothen oder gelben und mit etwas Oehl gemengten, Ocher oder andere Farbe zu, als nöthig ist, und der Anstrich ist fertig. Derselbe wird nun so warm und dünn, als möglich, aufgetragen. Nachdem die erste Lage troken geworden ist, trägt man die zweite auf. Dieser Anstrich schüzt das Holz Jahrhunderte lang. Die Masse, welche übrig bleibt, wird hart bei dem Erkalten, und kann wieder geschmolzen werden, wenn man derselben bedarf.

Diese Masse scheint auf dem Holze, auch wenn sie kalt geworden ist, fettig, wird aber nach wenigen Tagen so fest, daß man sie nicht abreiben kann. Wenn das Holz sehr der Nässe ausgesezt ist, wird eine dritte Schichte, die man auf die zwei ersteren auftragt, nicht überflüssig. Es versteht sich von selbst, daß diese Farbe im Freien und mit aller Vorsicht gekocht werden muß.

Ueber Benuzung des Steinkohlen-Theeres

erschien eine kleine Schrift in Holland, die unter dem Titel: lets over de Steenkolenter den Nutte mijner Landgenooten, 8. Dordrecht 1827, in der konst en Letterbode Oct. 1828. N. 41. und im Buletin d. Scienc. technol. N. 3. S. 212. angezeigt und empfohlen ist. In lezterem heißt es Lord Dundonald sey der Erfinder des Steinkohlen-Theeres. Wir können aber versichern, daß eine